USA

Hassverbrechen oder alles nur Show?

War der Hassangriff auf Jussie Smollett bloß ein Fake? Foto: dpa

Alles nur inszeniert? Diese Frage beschäftigt gerade nicht nur die Showbusiness-Welt, sondern auch die amerikanische Justiz. Denn am 29. Januar war Jussie Smollett, bekannt aus den beiden Serienerfolgen Revenge und Empire, nachts in Chicago auf offener Straße überfallen und zusammengeschlagen worden.

Darüber hinaus hatten die beiden Angreifer den schwarzen, jüdischen und zudem offen schwul lebenden Schauspieler rassistisch und homophob beleidigt, ihm einen Strick um den Hals gezogen sowie ihn mit einer nicht näher beschriebenen chemischen Substanz besprüht.

Am Wochenende nahm die Geschichte dann eine überraschende Wende.

POLIZEI »Die Attacke auf Jussie ist ein beunruhigender Beweis dafür, wie sehr Homophobie und Rassismus unsere Gesellschaft bedrohen«, kommentierte Jonathan Greenblatt, Vorsitzender der Anti-Defamation League (ADL) den Vorfall. »Wir fordern die Polizei auf, diese schockierende Tat als Hassverbrechen zu behandeln und die mutmaßlichen Täter möglichst rasch der Justiz zuzuführen.«

Das geschah dann auch. Nach nur wenigen Tagen hatten die Behörden Ola and Abel Osundairo verhaftet. Die beiden Brüder aus Nigeria sollen mit dem Überfall in Zusammenhang stehen, hieß es.

Am Wochenende nahm die Geschichte dann eine überraschende Wende. Die Polizei setzte die beiden Verdächtigen wieder auf freien Fuß. Dabei hatte es noch kurz zuvor geheißen, dass es Aufnahmen davon gebe, wie sie in einem Baumarkt den Strick kaufen, der Smollett bei der Tat um den Hals gezogen wurde.

Es besteht der Verdacht, dass der Schauspieler den Überfall selbst inszeniert hat.

MOTIVE Aber nicht nur das. Nun heißt es, dass der Verdacht bestehe, der Schauspieler selbst hätte den Brüdern, von denen einer übrigens Smolletts Personal Trainer bei der Produktion eines Musikvideos war, vorab 3500 US-Dollar gegeben, damit sie den Überfall inszenieren.

Weitere 5000 Dollar seien versprochen worden, wenn alles glatt über die Bühne gegangen sei. Über die Motive, die den Schauspieler dazu bewogen haben könnten, gibt es keinerlei Angaben.

Um Licht in den Fall zu bringen, will die Polizei den Schauspieler zu einem Verhör vorladen.

»Jussie Smollett ist wütend und entsetzt über Berichte, dass die beiden mutmaßlichen Täter aus seinem persönlichen Umfeld stammen«, hieß es dazu in einer ersten Stellungnahme seitens seiner Anwälte Todd Pugh und Victor Henderson. »Durch die Behauptungen, dass Jussie hinter dem Vorfall stehe, wird er ein zweites Mal zum Opfer gemacht. Nichts ist weiter von der Wahrheit entfernt, und jeder, der so etwas behauptet, ist ein Lügner.«

ZWEIFEL Smollett selbst hatte noch am Donnerstag in der Sendung Good Morning America des TV-Senders ABC erklärt, dass es ihn sehr aufregt und wütend mache, dass seine Version des Geschehens von manchen Personen angezweifelt werde.

Um nun Licht in den Fall zu bringen, will die Polizei den Schauspieler dieser Tage zu einem Verhör vorladen.

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