New York

Gruppe der Sieben

Die »J7 Task Force« wurde im Jahr 2023 gegründet. Foto: J7

New York

Gruppe der Sieben

Die weltweit größten jüdischen Dachverbände vernetzen sich mit der neuen »J7 Task Force« im Kampf gegen den Antisemitismus

 03.08.2023 09:50 Uhr

Angesichts des weltweit zunehmenden Antisemitismus wollen jüdische Organisationen und Dachverbände aus den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich, Kanada, Argentinien und Australien sowie der Zentralrat der Juden in Deutschland künftig gemeinsam gegen Antisemitismus vorgehen und sich im Kampf gegen Judenhass vernetzen.

Mit der Gründung der »J7 Task Force« werde auf den weltweit zunehmenden Antisemitismus reagiert, teilten die Teilnehmer in einer gemeinsamen Pressemitteilung vergangene Woche in New York mit. In der neu gegründeten Gruppe sollen Erfahrungen ausgetauscht und gemeinsam neue Strategien zur Bekämpfung von Antisemitismus entwickelt werden.

AUSTAUSCH Zentralratspräsident Josef Schuster erklärte: »Das Internet (…) verwischt zunehmend nationale Grenzen. Genauso machen auch antisemitische Netzwerke, Taktiken und Entwicklungen nicht an nationalen Grenzen halt. Wir befürworten diese zusätzliche Möglichkeit des Austauschs im J7-Format, welche die Interaktion zwischen den Vertretern der jüdischen Gemeinden auf dieser Ebene erleichtern wird.«

Neben dem Zentralrat sind auch der argentinische Dachverband jüdischer Gemeinden, DAIA, der Executive Council of Australian Jewry, das kanadische CIJA, der französische CRIF, das Board of Deputies of British Jews sowie die Conference of Presidents of Major American Jewish Organizations und die Anti-Defamation League (ADL) Teil des neuen Bündnisses.

Die J7 will in regelmäßigen Abständen zusammenkommen, unter anderem beim ADL-Treffen »Never is Now« im März 2024.

Die Präsidentin des britisch-jüdischen Dachverbands Board of Deputies, Marie van der Zyl, sagte: »Der Hass kennt keine geografischen Grenzen. Mit unserer Zusammenarbeit stärken wir unsere Fähigkeit, Antisemitismus zu bekämpfen, wo immer er auftaucht.« Die J7 will in regelmäßigen Abständen zusammenkommen, unter anderem beim ADL-Treffen »Never is Now« im März 2024.

ARBEITSGRUPPEN Zusätzlich zu den Konsultationen auf höchster Ebene werden die J7 eine Reihe von Arbeitsgruppen organisieren, die sich aus Fachleuten aus jeder Gemeinde zusammensetzen, um Strategien und Aktionspläne gegen Antisemitismus in Bereichen wie Politik und Interessenvertretung, Technologiepolitik, Erziehung, Sicherheit und Extremismus zu entwickeln.

Die Bildung der J7 Global Task Force kommt zu einer Zeit, in der Daten aus der ganzen Welt auf eine Zunahme antisemitischer Vorfälle und Haltungen hinweisen und die Besorgnis in den jüdischen Gemeinden, die sich mit dieser Zunahme auseinandersetzen, wächst.

Der Antisemitismus habe in Europa seinen Höhepunkt erreicht, erklärte Robert J. Ejnes, Geschäftsführender Direktor der französisch-jüdischen Dachorganisation CRIF (Conseil Représentatif des Institutions Juives de France). »Wir werden uns mit dem (…) Antisemitismus in all seinen Formen befassen, ob islamistisch, konspirativ, Israelhass oder Holocaustleugnung, wo immer er seinen Ursprung hat.«

zivilisation Der Antisemitismus sei »eine Krankheit des menschlichen Geistes, die überall die Grundlagen der Zivilisation aushöhlt«, hebt Peter Wertheim, stellvertretender Geschäftsführer des Executive Council of Australian Jewry, hervor. »Es handelt sich um ein globales Phänomen, das eine globale Antwort erfordert.«

Shimon Fogel, Präsident des Centre for Israel and Jewish Affairs in Toronto, gibt zu bedenken, dass der Hass oft auch auf andere Gruppen überspringt: »Was mit den Juden beginnt, endet nie mit den Juden.« ja

Nachruf

Holocaust-Überlebender und Historiker Marģers Vestermanis mit 100 Jahren gestorben

Seine Eltern und Brüder und weitere Angehörige werden 1941 beim Massaker von Rumbula ermordet. Er selbst überlebte als einziges Familienmitglied. Nach dem Krieg wurde er Historiker

 03.08.2026

Frankreich

Rückkehr nach Rennes

Unweit vom Dreyfus-Museum führen Schüler am Originalort den Prozess auf. Neben beeindruckenden Landschaften bietet die Bretagne auch eine Lektion in jüdischer Geschichte

von Mark Feldon  02.08.2026

Russland

Der schweigende Oligarch

Roman Abramowitsch ist immer wieder Ziel antisemitischer Propaganda. Doch er ist auch regelmäßig zu Gast im Kreml

von Alexander Friedman  02.08.2026

Großbritannien

Hackney will Städtepartnerschaft mit Haifa beenden

Ratsherr Simche Steinberger wirft der Ratsmehrheit vor, die sechs jüdischen Ratsmitglieder überhaupt nicht konsultiert zu haben

 31.07.2026

New York

Resiliente Einhörner

Während Bürgermeister Zohran Mamdani gegen Premier Benjamin Netanjahu wettert, bekommen israelische Start-ups ein neues Zuhause

von Sophie Albers Ben Chamo  29.07.2026

Toronto

Solidarität nach Angriffen: Lange Schlangen vor jüdischen Bagel-Läden

Nach Angriffen auf zwei Filialen der jüdischen Bäckereikette Kiva’s Bagel Bar kaufen Bewohner dort ein. Zeitgleich feuerte ein Unbekannter Schüsse auf das US-Konsulat ab

 29.07.2026

Jerusalem

Frühere Staatschefinnen fordern Strafen für israelische Siedler

Die frühere Präsidentin Irlands, Mary Robinson, und die frühere Premierministerin Neuseelands, Helen Clark, forderten unter anderem ein Verbot des Handels mit Waren illegaler Siedlungen

 29.07.2026

Judenhass

Antisemitismus weltweit auf Höchststand

Die Untersuchung erfasst die sieben Länder mit den größten jüdischen Bevölkerungen außerhalb Israels, darunter Deutschland

 29.07.2026

Griechenland

Israelische Touristen auf Kreta von israelfeindlichem Mob attackiert

Auf der Insel Kreta soll eine Gruppe israelischer Touristen mit Flaschen und einem Luftgewehr angegriffen worden sein

 28.07.2026