Ägypten

Grabschändung in Kairo

Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen versammelt sich vergangene Woche eine Trauergemeinde in der Sha’ar-Hashamayim-Synagoge mitten in Kairo, um Carmen Weinstein, der Vorsitzenden der kleinen jüdischen Gemeinde Ägyptens, die letzte Ehre zu erweisen. Auch Gäste aus dem Ausland sind gekommen, unter ihnen amerikanische und israelische Diplomaten. Man trifft sich in einem Nebenraum der Synagoge; der Hauptraum bleibt auch an diesem Tag staubig und verlassen.

Müll Nach einigen Minuten der Andacht wird der Sarg zum jüdischen Friedhof im Stadtteil Bassatin gefahren. Jahrelang hatte sich Weinstein um die Rettung des Gräberfelds bemüht. Als die Wagenkolonne zum Friedhof einbiegt, wird ein Bild der Zerstörung sichtbar: herumliegende Steine, dazwischen Müll. Eine Reihe neuer Häuser ist so nah an den Friedhof herangerückt, dass Anwohner einzelne Grabsteine als Sitzplätze nutzen.

Die Trauergemeinde versammelt sich an einem offenen Grab, die Zeremonie findet in Eile statt. Neugierige Anwohner sitzen auf den Friedhofsmauern, nur mühsam werden sie von ein paar Polizisten ferngehalten. Die Trauernden legen Blumen auf das schlichte Sandgrab, zuletzt werden ein weißer Stein und ein Gesteck darauf platziert. Dann entfernt sich die Gemeinde wieder, Diplomaten steigen in gepanzerte Fahrzeuge, die Polizei zieht ihre Leute ab.

Keine zehn Minuten später strömen neugierige Anwohner heran und schleichen um das frische Grab. Frauen und Kinder ziehen Blumen heraus und schleifen das Gesteck zu ihrer Wohnung. Aus der Ferne dröhnt der Motor eines Baggers. Er schiebt riesige Steinbrocken vor den Eingang des Friedhofs und versiegelt ihn nun wieder. Ob es auch in Zukunft gelingt, die Gräber vor dem herannahenden Wohngebiet zu schützen, bleibt fraglich.

Frankreich

»Fick dich, Gisèle, fickt euch, ihr Zionisten«

Die 20-jährige Gisèle Journo ist Jüdin und betreibt in Paris eine Agentur für Influencer. Jetzt ist Journo Zielscheibe antisemitischer Anfeindungen geworden. Auslöser war der Boykottaufruf einer Europaabgeordneten

von Michael Thaidigsmann  21.08.2026

Philanthropie

Lauder-Stiftung lässt Förderung jüdischer Schulen in sieben europäischen Städten auslaufen

Zum Abschluss der jahrzehntelangen Förderung stellt die Ronald S. Lauder Foundation noch einmal 75 Millionen Dollar bereit. Die Strategie: Hilfe zur Selbsthilfe

 21.08.2026

Yotam Ottolenghi (l.) und Anthony Bourdain

Kulinarisches

Als Yotam Ottolenghi mit Anthony Bourdain einmal in der Wüste landete

Der israelisch-britische Koch erinnert sich zum Filmstart von »Tony« an seine Begegnung mit seinem berühmten amerikanischen Kollegen

von Katrin Richter  21.08.2026

Schweiz

»Death to Zionism«: Anti-Israel-Demo sorgt in Basel für Unruhe

Ausgerechnet am Jahrestag des Ersten Zionistenkongresses soll eine Kundgebung stattfinden, bei der die Vernichtung Israels propagiert wird

 20.08.2026

Wien

Sieben Tage vermisst

Das Verschwinden zweier Israelinnen löste eine groß angelegte internationale Suchaktion aus. Die Geschichte aus realer Angst, einer Nachrichtensperre und wilden Gerüchten hat zwei Versionen

von Sophie Albers Ben Chamo  20.08.2026

Block-Prozess

Verteidiger: Ermittlungen zum Fall Block waren zu einseitig

Die Chefermittlerin im Fall Block hat ihre Zeugenbefragung abgeschlossen. Nur einer, ein 37-Jähriger aus Israel, hat die Vorwürfe eingeräumt

 19.08.2026

Frankreich

Schrecken der Milliardäre

Der jüdische Ökonom Gabriel Zucman fordert eine stärkere Besteuerung der Superreichen. Beim Geldadel stoßen seine Ideen jedoch auf heftigen Widerstand

von Christine Longin  19.08.2026

Debatte

Zentralrat der Juden übt scharfe Kritik an Itamar Ben-Gvir

Israels rechtsextremer Minister Ben-Gvir wirbt unverhohlen für Tötungen im Gazastreifen. Das sorgt international für Entsetzen - auch beim jüdischen Dachverband in Deutschland

 18.08.2026 Aktualisiert

Portugal

Staatsanwaltschaft soll Antisemitismus-Vorwürfe an Universität Coimbra untersuchen

Auch auf dem Campus im Coimbra wird offenbar antisemitische Propaganda verbreitet. Ein jüdischer Student soll Todesdrohungen erhalten haben

 18.08.2026