Ägypten

Grabschändung in Kairo

Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen versammelt sich vergangene Woche eine Trauergemeinde in der Sha’ar-Hashamayim-Synagoge mitten in Kairo, um Carmen Weinstein, der Vorsitzenden der kleinen jüdischen Gemeinde Ägyptens, die letzte Ehre zu erweisen. Auch Gäste aus dem Ausland sind gekommen, unter ihnen amerikanische und israelische Diplomaten. Man trifft sich in einem Nebenraum der Synagoge; der Hauptraum bleibt auch an diesem Tag staubig und verlassen.

Müll Nach einigen Minuten der Andacht wird der Sarg zum jüdischen Friedhof im Stadtteil Bassatin gefahren. Jahrelang hatte sich Weinstein um die Rettung des Gräberfelds bemüht. Als die Wagenkolonne zum Friedhof einbiegt, wird ein Bild der Zerstörung sichtbar: herumliegende Steine, dazwischen Müll. Eine Reihe neuer Häuser ist so nah an den Friedhof herangerückt, dass Anwohner einzelne Grabsteine als Sitzplätze nutzen.

Die Trauergemeinde versammelt sich an einem offenen Grab, die Zeremonie findet in Eile statt. Neugierige Anwohner sitzen auf den Friedhofsmauern, nur mühsam werden sie von ein paar Polizisten ferngehalten. Die Trauernden legen Blumen auf das schlichte Sandgrab, zuletzt werden ein weißer Stein und ein Gesteck darauf platziert. Dann entfernt sich die Gemeinde wieder, Diplomaten steigen in gepanzerte Fahrzeuge, die Polizei zieht ihre Leute ab.

Keine zehn Minuten später strömen neugierige Anwohner heran und schleichen um das frische Grab. Frauen und Kinder ziehen Blumen heraus und schleifen das Gesteck zu ihrer Wohnung. Aus der Ferne dröhnt der Motor eines Baggers. Er schiebt riesige Steinbrocken vor den Eingang des Friedhofs und versiegelt ihn nun wieder. Ob es auch in Zukunft gelingt, die Gräber vor dem herannahenden Wohngebiet zu schützen, bleibt fraglich.

Washington D.C.

Gates: »War dumm von mir, Zeit mit Epstein zu verbringen«

In den jüngst veröffentlichten Dokumenten zum Fall des verstorbenen Sexualstraftäters Epstein tauchen viele prominente Namen auf - auch der des Microsoft-Mitgründers. Nun äußert er sich dazu

 05.02.2026

London

Epstein-Skandal stürzt Starmer in die Krise

Obwohl der britische Premier von der Freundschaft Peter Mandelsons zu Jeffrey Epstein wusste, ernannte er ihn zum Botschafter in den USA. Selbst in den eigenen Reihen ist der Ärger groß

 05.02.2026

Wien

US-Flüchtlingsorganisation HIAS muss ihr Europa-Büro schließen

Die US-Regierung hat das historische Programm für religiöse Minderheiten aufgekündigt. Damit sind aktuell Hunderte Juden im Iran gestrandet

 04.02.2026

Geschichte

Kühe und das große jüdische Erbe

In Endingen und Lengnau liegt die Wiege des Schweizer Judentums – von dort ging es in die Welt. Zu Besuch bei einem der letzten Viehhändler im Surbtal

von Nicole Dreyfus  03.02.2026

Alltag in Zürich: Orthodox gekleidete Juden im Stadtteil Wiedikon, wo sihc der jüngste Vorfall ereignete.

Schweiz

Jüdischer Mann in Zürich mit Fäusten attackiert

Am Montagabend kam es in Zürich auf einer Straße erneut zu einem Vorfall antisemitischer Gewalt

 03.02.2026

USA

Coole Saftas

Wie jüdische Großmütter endlich das Kino erobern

von Sarah Thalia Pines  01.02.2026

Der diesjährige Lerntag "Jom Ijun" findet am 1. Februar im Gemeindezentrum der ICZ in Zürich statt.

Interview

»Wir sind in der kleinen jüdischen Welt einsam«

Der diesjährige Lerntag »Jom Ijun« beleuchtet das innerjüdische Spannungsfeld zwischen Gemeinschaft und Individualismus. Warum auch der jüdische Diskurs davon betroffen ist, erklären die Organisatoren Ron Caneel und Ehud Landau im Gespräch

von Nicole Dreyfus  31.01.2026

Großbritannien

Kick it like Beckham

Brooklyn Beckham macht den Streit mit seinen Eltern öffentlich. Dabei geht es auch um ein jiddisches Tattoo

von Sophie Albers Ben Chamo  29.01.2026

Iran

Jüdischer Vertreter im Land kritisiert erstmals iranische Regierung

Bisher hat sich die jüdische Gemeinschaft zurückgehalten. Nun soll der Vertreter von Irans Juden im iranischen Parlament erstmals öffentlich die Regierung kritisiert haben

 29.01.2026