Brüssel

Gilad Schalit im EU-Parlament

»Ein Mitglied unserer europäischen Familie«: EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek über Gilad Schalit Foto: A. Moskovici

Am Montag vergangener Woche ahnte in Brüssel noch niemand etwas von der bevorstehenden Freilassung Gilad Schalits. Damals eröffnete EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek gemeinsam mit dem Knesset-Vorsitzenden Reuven Rivlin in den Räumen des Parlaments eine Ausstellung, die an das Schicksal von Gilad Schalit erinnern sollte. Am nächsten Tag verbreitete sich die Nachricht von der bevorstehenden Freilassung, offenbar ohne dass die Präsentation etwas damit zu tun gehabt hätte.

Erzählung Die Ausstellung, die inzwischen wieder abgebaut worden ist, beruhte auf einer Erzählung, die der junge Gilad im Alter von elf Jahren geschrieben hatte, und die in naiver Weise den Wunsch des Jungen nach Frieden zum Ausdruck brachte: Der kleine Fisch und der große Hai wollen nicht gegeneinander sein, sondern miteinander spielen, obwohl die Erwachsenen darauf bestehen, dass sie Feinde zu sein hätten. Am Ende setzen sich die zwei Freunde durch. Eine Galerie in Israel hatte die Geschichte aufgegriffen und sie von bekannten Illustratoren in Bilder umsetzen lassen. Die entstandene Ausstellung war eine rührende Mahnung daran geworden, dass das Schicksal des Autors nicht vergessen werden sollte.

EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek hatte bei der Eröffnung starke Worte gefunden: »Ich versichere euch, meine Freunde aus Israel, und der Familie von Gilad Schalit, dass wir ihn wie unseren eigenen Sohn und Enkel betrachten. Wir empfinden ihn als ein Mitglied unserer europäischen Familie.« Solche Solidarität an einem so wichtigen Ort ist selten geworden in einer Zeit, da die Boykottaufrufe gegen Israel fast täglich durch die Medien gehen.

Das Engagement hat sich gelohnt. Dass schon am Tag nach der Eröffnung der Schau die Nachricht von Schalits Freilassung kam, war keine Regiepanne, sondern das Tüpfelchen auf dem »i«.

Schweiz

Eine Sukka voller Fragen

Die Israelitische Cultusgemeinde Zürich hat ihre nichtjüdischen Nachbarinnen und Nachbarn in die Laubhütte eingeladen. Zu selbstgemachtem Hummus darf alles gefragt werden. Ein Besuch

von Nicole Dreyfus  25.09.2026

Bern

Verantwortung lässt sich nicht neutralisieren

Die Schweiz debattiert anlässlich einer Volksabstimmung über ihre Neutralität. Ein Kommentar von JA-Schweiz-Korrespondentin Nicole Dreyfus

von Nicole Dreyfus  25.09.2026

Großbritannien

»Roo the Jew«: Wayne Rooney enthüllt jüdische Wurzeln

Der frühere englische Fußballstar Wayne Rooney (40) hat in einer TV-Doku enthüllt, dass seine Großmutter mütterlicherseits jüdisch war

 24.09.2026

Ranking

Das sind die 50 einflussreichsten Juden weltweit

von Michael Thaidigsmann  23.09.2026

Buenos Aires

Argentinien: Richter ordnet Prozess wegen Terroranschlags von 1994 an

Über 32 Jahre ist es her, dass Terroristen einen Bombenanschlag auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA in Buenos Aires verübten. 85 Menschen wurden ermordet. Nun entschied ein Richter, den Prozess gegen die Verdächtigen zu eröffnen

 22.09.2026

Kanada

Schüsse vor Synagoge: Polizist und mutmaßlicher Angreifer schwer verletzt

Der Vorfall ereignete sich am Sonntagabend, während sich rund 25 Menschen in der Sons of Jacob Synagogue zum Jom Kippur versammelt hatten

 22.09.2026

Österreich

Bericht: Wien wird zur Anlaufstelle für deutsche Juden

Wien als sicherer Hafen für Juden? Immer mehr jüdische Familien zieht es dem Vernehmen nach aus Deutschland in die österreichische Hauptstadt. Antisemitismus nimmt aber auch hier zu

 20.09.2026

Weimar

Gedenkstätte Buchenwald bittet um Spenden für Kyryl Romantschenko

Die Familie Romantschenko ist der Gedenkstätte Buchenwald seit Jahrzehnten eng verbunden. Nun benötigt der 18-jährige Kyryl Romantschenko Unterstützung

 19.09.2026

Großbritannien

Burnham will Beschränkungen für katholische und jüdische Premiers abschaffen

Die Regierung in London legt einen Gesetzentwurf zur Aufhebung religiöser Beschränkungen vor, die aus dem 19. Jahrhundert stammen

 18.09.2026