London

Geheimbesuch vom Monarchen

Charles III. und Anita Lasker-Wallfisch

London

Geheimbesuch vom Monarchen

Er kam, um ihr persönlich zum Geburtstag zu gratulieren, und blieb eine halbe Stunde: König Charles III. war bei Anita Lasker-Wallfisch zu Gast

von Michael Thaidigsmann  17.07.2025 16:27 Uhr

Nicht allen Menschen ist es vergönnt, dass ein König sein Glückwunschschreiben zum Geburtstag persönlich bei der Empfängerin vorbeibringt. Doch der Auschwitz-Überlebenden Anita Lasker-Wallfisch, die an diesem Donnerstag 100 Jahre alt wird, wurde die Ehre zuteil. König Charles III. höchstpersönlich kam am Dienstag in ihrem Haus im Londoner Norden zum Tee vorbei und überreichte ihr seine handsignierte Geburtstagskarte.

Charles blieb eine halbe Stunde, fand die »Daily Mail« heraus. Offiziell wollte der Palast sich zu dem »Geheimbesuch« des Monarchen, der eher ein offenes Geheimnis war, nicht äußern. Es sei Charles aber ein großes Anliegen gewesen, der gebürtigen Breslauerin Lasker-Wallfisch persönlich zu gratulieren, als Zeichen der Freundschaft.

Jeder Brite bekommt, wenn er 100 Jahre alt wird, eine handsignierte Karte seiner Majestät. Die Tradition begann 1917, mitten im Ersten Weltkrieg, als George V., der Urgroßvater von Charles, 24 Jubilaren per Telegramm gratulierte. Heute sind es mehr als 8000 Menschen, die alljährlich in den Genuss einer königlichen Glückwunschkarte kommen.

Lesen Sie auch

Anita Lasker-Wallfisch, die wie ihre Schwester Renate Lasker-Harpprecht die Nazi-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und Bergen-Belsen überlebte und nach dem Zweiten Weltkrieg nach England auswanderte, und der König kennen sich seit vielen Jahren.

2022, als Charles noch Prince of Wales war, gab er sieben Portraits von Schoa-Überlebenden in Auftrag, darunter auch eines von Anita Lasker-Wallfisch. Die Bilder hängen heute im Buckingham Palace.

Österreich

Wiener Oberrabbiner wandert nach Israel aus

Sechs Jahre leitete der gebürtige Schweizer Engelmayer mit einer internationalen Berufsbiografie die jüdische Gemeinde in Wien. Jetzt siedelt er mit seiner Familie nach Israel über

von Burkhard Jürgens  12.02.2026

Australien

Der Held von Sydney will wieder arbeiten

Ahmed Al-Ahmed hat das Gefühl in seinem Arm verloren und dank einer Spendenkampagne genug Geld zum Leben und Heilen. Doch der Familienvater will sein Geschäft wieder öffnen

 11.02.2026

Zürich / Washington

Neue alte Verstrickungen

US-Ermittler entdeckt Hunderte neue Konten der Credit Suisse mit NS-Bezug

 09.02.2026

Raumfahrt

Jessica Meir fliegt zur Internationalen Raumstation

Jessica Meir soll acht Monate im All verbringen. Diese Tour ist für sie dieses Mal emotional besonders herausfordernd, wie sie bei einer Pressekonferenz erzählte

 09.02.2026

USA

Werbespot gegen Antisemitismus beim Super Bowl

Beim Finale der amerikanischen Football-Liga NFL wird auch ein Clip gegen Judenhass gezeigt. Finanziert hat ihn der jüdische Besitzer der »New England Patriots«, die heute Abend gegen die »Seattle Seahawks« antreten

 08.02.2026

Alice Zaslavsky

»Hühnersuppe schmeckt nach Heimat«

Die Kochbuch-Autorin kam als Kind mit ihrer Familie aus Georgien nach Australien und kennt die jüdische Gemeinde von Bondi Beach. Ein Gespräch über Verbundenheit, Gerüche und Optimismus

von Katrin Richter  08.02.2026

Europa

Das Verbindende über das Trennende stellen

Rund 450 orthodoxe Rabbiner und Gäste aus den europäischen Gemeinden tagten in Jerusalem. Im Mittelpunkt standen weniger politische Debatten als vielmehr der Austausch über praktische Fragen

von Michael Thaidigsmann  07.02.2026

Basketball

Ein »All-Star« aus dem Kibbuz

Mit Deni Avdija schafft es erstmals ein Israeli in die NBA-Auswahl der USA

von Sabine Brandes  07.02.2026

Italien

Viererbob und Eisprinzessin

Bei den Olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina treten mindestens 16 israelische und jüdische Athleten an

von Sophie Albers Ben Chamo  06.02.2026