Antisemitismus

»Geh dein Gold zählen«

Peter Mandelson im September 2019 Foto: imago images / ZUMA Press

Der britische Gewerkschaftsboss Len McCluskey hat sich für seine Bemerkung entschuldigt, der frühere Banker und jüdische Labour-Abgeordnete Peter Mandelson solle »sein Gold zählen«. McCluskey, Generalsekretär der Gewerkschaft Unite the Union, hatte sich in einem Interview am Montag in der BBC abfällig über Mandelson geäußert.

BBC-INTERVIEW »Ich habe schon vor Jahren aufgehört zuzuhören, wenn Peter Mandelson irgendetwas sagt. Ich würde vorschlagen, dass Peter in sein Zimmer geht und sein Gold zählt und sich nicht mehr um die Labour-Partei kümmert. Überlass das denjenigen von uns, die sich für normale arbeitende Menschen interessieren«, zitierte die Jewish Telegraphic Agency (JTA) aus dem Interview.

Der frühere Kabinettsekretär Mandelson hatte in der Vergangenheit für eine Investment-Bank gearbeitet. McCluskey, ein wichtiger Spender der Labour-Partei, reagierte in dem BBC-Interview auf Kritik Mandelsons am Labour-Vorsitzenden Keir Starmer. Der gemäßigte Politiker Starmer hatte den Linken Jeremy Corbyn im Amt abgelöst. Corbyn war wiederholt vorgeworfen worden, Antisemitismus in der Labour-Partei zu dulden.

PROTESTE Nach Protesten von jüdischen Organisationen und Kritik in sozialen Medien – darunter auch von der Gruppe » Labour gegen Antisemitismus« und dem Board of Deputies of British Jews – an seiner Wortwahl erklärte McCluskey: »Bevor dies außer Kontrolle gerät, lasst mich sagen, dass Sprache wichtig ist und dass ich mich bei Peter Mandelson und anderen entschuldige, falls meine (Sprache) jemanden verletzt hat.« ja

Jerusalem

Großeltern umgebettet: Theodor Herzls letzter Wille ist erfüllt

Die Überreste von Schimon und Rikva Herzl, Vorfahren väterlicherseits des Zionismus-Begründers und prägende Gestalten in Theodor Herzls Jugend, wurden von Serbien nach Israel überführt und auf dem Herzlberg beigesetzt

 06.08.2026

Palma

Michael Douglas ist Ehrenbotschafter Mallorcas

Der Hollywood-Star mit jüdischem Familienhintergrund wird für seine enge Verbindung zu der spanischen Insel und sein Engagement für deren kulturelles Erbe geehrt

 06.08.2026

Frankreich

Eine Abrechnung mit dem Judenhass der neuen Linken

Nach 41 Jahren verlässt der anerkannte Journalist Jean Quatremer die beliebte Tageszeitung »Libération«. Er wirft Kollegen einen »entfesselten Antisemitismus« und eine ideologische Schreckensherrschaft vor

 06.08.2026

USA

Seitenwechsel

In Stanford hetzte Taryn Thomas auf Studentenprotesten gegen Israel. Dann sah sie die Nova-Ausstellung – und wurde zur »Verräterin«

von Daniel Zylbersztajn-Lewandowski  06.08.2026

Großbritannien

Tories wegen Nominierung von Ex-Neonazi in der Kritik

Die Chefin der Konservativen Partei hält ihn für resozialisiert, doch die jüdische Labour-Politikerin Luciana Berger ist skeptisch, was eine Kandidatur des früheren Rechtsextremisten Joshua Bonehill-Paine bei der Kommunalwahl 2027 anging

von Michael Thaidigsmann  06.08.2026

Litauen

Bima der Großen Synagoge von Vilnius endlich freigelegt

Während die Ausgrabungen voranschreiten, geht die Debatte über die Zukunft des Ortes weiter. Soll dort ein Gemeindezentrum entstehen, ein religiöses Zentrum oder eine Erinnerungs- und Bildungsstätte?

 05.08.2026

Nachruf

Holocaust-Überlebender und Historiker Marģers Vestermanis mit 100 Jahren gestorben

Seine Eltern und Brüder und weitere Angehörige werden 1941 beim Massaker von Rumbula ermordet. Er selbst überlebte als einziges Familienmitglied. Nach dem Krieg wurde er Historiker

 03.08.2026

Frankreich

Rückkehr nach Rennes

Unweit vom Dreyfus-Museum führen Schüler am Originalort den Prozess auf. Neben beeindruckenden Landschaften bietet die Bretagne auch eine Lektion in jüdischer Geschichte

von Mark Feldon  02.08.2026

Russland

Der schweigende Oligarch

Roman Abramowitsch ist immer wieder Ziel antisemitischer Propaganda. Doch er ist auch regelmäßig zu Gast im Kreml. Eine Annäherung

von Alexander Friedman  02.08.2026