Mexiko

Gedächtnis der Gemeinde

Der neue Sitz des Doku-Zentrums: Rodfe-Sedek-Synagoge in Mexiko-Stadt Foto: Luis Gallardo

Schon lange war das alte Gebäude des Jüdischen Dokumentations- und Forschungszentrums Mexikos (CDIJUM) viel zu klein. Als es dann im Jahr 2017 durch ein Erdbeben schwer beschädigt wurde, musste dringend eine neue Lösung her.

Seit einigen Monaten ist das Zentrum in der Rodfe-Sedek-Synagoge untergebracht. Vor vier Jahren wurde die Dokumentations- und Forschungseinrichtung gegründet. Sie beheimatet die Archivbestände aller jüdischen Gemeinden Mexikos. Die ältesten Quellen datieren aus dem 16. Jahrhundert, als Juden noch von der Inquisition verfolgt wurden. Sogenannte Kryptojuden waren die ersten, die Mexiko bereits kurz nach der spanischen Eroberung erreichten.

1922 kam es zum Bruch zwischen den aschkenasischen, den sefardischen und den orientalischen Juden.

Einwanderung Der neue Sitz des Dokumentationszentrums zeugt von einer neuen Epoche der Einheit der jüdischen Gemeinden in Mexiko. Nach der Einwanderung von Juden aus dem Osmanischen Reich oder aus Osteuropa Anfang des 20. Jahrhunderts bestanden innerhalb der Gemeinde lange Zeit Spannungen. 1922 kam es schließlich zum Bruch zwischen den aschkenasischen, den sefardischen und den orientalischen Juden. 1938 spalteten sich dann auch die Juden von Aleppo und Damaskus und gründeten eigene Gemeinden.

Nach Jahrzehnten der Zersplitterung fanden die mexikanischen jüdischen Gemeinden erst im 21. Jahrhundert wieder zueinander. »Über die Jahre sind die mexikanische Kultur und die spanische Sprache Bindeglieder der unterschiedlichen jüdischen Gemeinden in Mexiko geworden«, erklärt Enrique Chmelnik, der Generaldirektor des Dokumentationszentrums.

Die Akkulturation habe dazu beigetragen, dass die jüdischen Gemeinden ihre Meinungsverschiedenheiten endlich überwan­den. So kam es im Jahr 2015 zu der Entscheidung, ein gemeinsames Dokumentationszentrum zu gründen.

Rodfe-Sedek-Synagoge Das neue Gebäude des Zentrums, die alte Rodfe-Sedek-Synagoge, war früher das Bethaus der Juden aus Aleppo. In den 30er-Jahren, als es errichtet wurde, habe das Gebäude die Absicht der aleppinischen Juden symbolisiert, in Mexiko bleiben zu wollen, sagt Salomón Cherem, der Gemeindevorsitzende der Aleppo-Juden.

Die alte Synagoge liegt im Stadtteil Roma in Mexiko-Stadt. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war das Viertel ein beliebter Wohnort für arabischsprachige Juden aus Aleppo, Damaskus und Beirut. Doch mit der Zeit verlagerte sich der Lebensmittelpunkt der orientalischen Juden in andere Teile der Stadt. So verlor die Rodfe-Sedek-Synagoge an Bedeutung.

Das neue Gebäude des Zentrums, die alte Rodfe-Sedek-Synagoge, war früher das Bethaus der Juden aus Aleppo.

Von Sommer 2016 bis Januar 2019 wurde das Bethaus von zwei Architekten, die auch Mitglied der Gemeinde sind, ehrenamtlich renoviert. Und um weiteren Platz für ein Auditorium, eine Cafeteria sowie Büroräume zu schaffen, entwarfen die beiden schließlich auch einen Nebenbau. Für viele in Mexiko symbolisiert das neue Zentrum die Stein gewordene Einheit der jüdischen Gemeinschaft im Land.

Italien

Viererbob und Eisprinzessin

Bei den Olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina treten mindestens 16 israelische und jüdische Athleten an

von Sophie Albers Ben Chamo  06.02.2026

Frankreich

Haftbefehle wegen »Beihilfe zum Genozid«

Die Justiz wirft zwei französisch-israelischen Frauen vor, Hilfslieferungen in den Gazastreifen behindert zu haben

 05.02.2026

USA

»Get the fuck out of Minneapolis!«

Jacob Frey ist Bürgermeister der Stadt, die derzeit für das aggressive Vorgehen der ICE steht. Der Demokrat stellt sich energisch gegen die Immigrations-Politik von US-Präsident Donald Trump

von Eva Schweitzer  05.02.2026

Washington D.C.

Gates: »War dumm von mir, Zeit mit Epstein zu verbringen«

In den jüngst veröffentlichten Dokumenten zum Fall des verstorbenen Sexualstraftäters Epstein tauchen viele prominente Namen auf - auch der des Microsoft-Mitgründers. Nun äußert er sich dazu

 05.02.2026

London

Epstein-Skandal stürzt Starmer in die Krise

Obwohl der britische Premier von der Freundschaft Peter Mandelsons zu Jeffrey Epstein wusste, ernannte er ihn zum Botschafter in den USA. Selbst in den eigenen Reihen ist der Ärger groß

 05.02.2026

Wien

US-Flüchtlingsorganisation HIAS muss ihr Europa-Büro schließen

Die US-Regierung hat das historische Programm für religiöse Minderheiten aufgekündigt. Damit sind aktuell Hunderte Juden im Iran gestrandet

 04.02.2026

Geschichte

Kühe und das große jüdische Erbe

In Endingen und Lengnau liegt die Wiege des Schweizer Judentums – von dort ging es in die Welt. Zu Besuch bei einem der letzten Viehhändler im Surbtal

von Nicole Dreyfus  03.02.2026

Alltag in Zürich: Orthodox gekleidete Juden im Stadtteil Wiedikon, wo sihc der jüngste Vorfall ereignete.

Schweiz

Jüdischer Mann in Zürich mit Fäusten attackiert

Am Montagabend kam es in Zürich auf einer Straße erneut zu einem Vorfall antisemitischer Gewalt

 03.02.2026

USA

Coole Saftas

Wie jüdische Großmütter endlich das Kino erobern

von Sarah Thalia Pines  01.02.2026