USA

Exodus aus Florida

Vor seiner Ankunft in Florida am Sonntag hat der Hurrikan wieder an Stärke gewonnen. Foto: dpa

Seit Tagen pflügt Hurrikan Irma durch die Karibik, am Sonntag hat er Florida erreicht. Vor nichts und niemandem macht der Wirbelsturm halt. Zigtausende Häuser wurden evakuiert, Millionen Menschen haben ihre Wohnungen verlassen, sind zu Verwandten oder Freunden gefahren, um sich in Sicherheit zu bringen. Andere warten in Notunterkünften darauf, dass Irma weiterzieht.

Jüdische Gemeinden und Organisationen in verschiedenen Bundesstaaten bieten den Betroffenen ihre Hilfe an. So erwartete man am Freitag in Atlanta mehr als 1000 Schutzsuchende aus Florida.

gastfamilien Amerikanische Medien berichteten, dass sich in den Synagogengemeinden Beth Jacob und Young Israel in Toco Hills Freiwillige darauf vorbereiteten. Sie brachten die »Flüchtlinge« aus Florida mit Gastfamilien aus ihren Gemeinden zusammen und organisierten Einladungen zum Schabbat-Abendessen. »Unsere Datenbank wächst und wächst«, sagte Yacov Heller, einer der Freiwilligen. Um die Gastgeber zu entlasten, wurden im Gemeindezentrum Mahlzeiten angeboten.

»Es geht uns darum, den Familien einen sicheren Zufluchtsort zu bieten«, sagte Rabbi Adam Starr vor einigen Tagen. »Wir wissen, dass andere uns genauso helfen würden, falls wir die gleiche Hilfe benötigten.«

Manche befürchten, das könnte bald der Fall sein. Denn inzwischen rast »Irma«, wenn auch in abgeschwächter Form, auf Atlanta zu. Dort werden inzwischen Häuser evakuiert, und etliche Menschen verlassen die Stadt in Richtung Norden. tok

Mehr dazu in unserer Printausgabe am Donnerstag

Irland

Der Jahrhundertmann

Josef »Joe« Veselsky wuchs in der Slowakei auf, kämpfte gegen die Nazis, überlebte die Schoa und führte gleich zwei Tischtennis-Nationalteams an. Jetzt ist er mit 107 Jahren verstorben

von Michael Thaidigsmann  06.01.2026

Blumen und Kerzen sind als Zeichen des Gedenkens an die Opfer nach dem Brand in der Bar und Lounge »Le Constellation« in Crans-Montana.

Schweiz

Drittes jüdisches Mädchen tot

Bei der tödlichen Katastrophe im Nobelskiort Crans-Montana sind drei junge jüdische Frauen ums Leben gekommen

von Nicole Dreyfus  06.01.2026

Jerusalem

Gedenkstätte Yad Vashem verweigerte Selenskyj Rede

Kurz nach Kriegsbeginn in der Ukraine wollte Selenskyj in Yad Vashem sprechen. Aber durfte nicht. Der Gedenkstätten-Vorsitzende nennt nun dafür klare Gründe

 05.01.2026

Venezuela

Ist Nicolás Maduro jüdisch?

Immer wieder erklärte Maduro, sefardische Wurzeln zu haben. Die Geschichte zwischen dem Diktator und den Juden ist komplex

 05.01.2026

Nachruf

Anne Franks Stiefschwester Eva Schloss mit 96 Jahren gestorben

Mit ihrer Mutter überlebt sie Auschwitz – im Gegensatz zu ihrem Bruder und Vater, die dort ermordet werden. König Charles würdigt die Verstorbene

von Imanuel Marcus  05.01.2026

Portugal

Ende einer Rückkehr

Zehn Jahre lang konnten sefardische Juden, deren Vorfahren einst von der Iberischen Halbinsel vertrieben wurden, einen Pass beantragen. Nun soll Schluss sein

von Michael Ludwig  04.01.2026

Basel

Ein alt-neuer jüdischer Raum

Das wiedereröffnete Jüdische Museum Schweiz erstrahlt in frischem Glanz an einem anderen Ort

von Nicole Dreyfus  04.01.2026

Tschechien

Wiederentdeckung in Prag

Pavel Tigrid war Journalist und intellektueller Wortführer gegen das kommunistische Regime. Nun wurde er geehrt

von Kilian Kirchgeßner  04.01.2026

Schweiz

Opfer von Crans-Montana auch in Deutschland in Behandlung

Nach dem schweren Brand in einer Bar werden drei Verletzte in Stuttgart und Tübingen behandelt. Die Kliniken setzen auf spezialisierte Versorgung und halten sich mit Details zurück

 02.01.2026