Island

ESC: Israel soll ausgeschlossen werden

Im Mai 2023 stand Noa Kirel für Israel auf der Bühne des Eurovision Song Contest. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Islands Kulturszene bleibt konsequent in ihrer heftigen Ablehnung Israels. Nachdem der isländische Auftritt 2019 in Tel Aviv, bei dem die Gruppe Hatari (»Hass wird siegen«) »Palestine«-Banner in die Kameras hielt, eine offizielle Strafe nach sich zog, fordert die »Vereinigung isländischer Komponisten und Lyriker« (FTT) nun, dass Israel für den kommenden Eurovision Song Contest (ESC) disqualifiziert werde.

In einem Brief der FTT an die isländische Sendeanstalt RÚV, die für Islands Repräsentation in dem beliebten Wettbewerb zuständig ist, hieß es, dass Island nicht am Eurovision 2024 teilnehmen dürfe, wenn Israel nicht von der Teilnahme ausgeschlossen werde - so wie Russland wegen der Ukraine-Invasion vom letzten Wettbewerb ausgeschlossen wurde. Island sei verpflichtet, gegen den Krieg im Gazastreifen Stellung zu beziehen.

RÚV-Intendant Stefán Eiríksson hatte daraufhin mitgeteilt, dass die Sendeanstalt an der Teilnahme festhalte. Das Online-Portal »Icelandreview« schreibt zudem, dass die FTT-Forderung in einer Vorstandssitzung der RÚV gar nicht erst zur Abstimmung gekommen sei.

Israel wird nach wie vor im Mai am ESC teilnehmen, wie die Europäische Rundfunkunion, die den Wettbewerb organisiert, mitteilte. »Es ist ein Wettbewerb für Rundfunkanstalten - nicht für Regierungen«, heißt es in einem Statement der Organisation. Israel nimmt seit 50 Jahren am ESC teil. ja

Meinung

Sauna der Toleranz - aber nur ohne Davidstern

Zwei Frauen werden in Barcelona wegen eines jüdischen Symbols verhört, als »Zionistinnen« aussortiert und schließlich hinausgeworfen – im Namen einer Offenheit, die sich selbst ad absurdum führt

von Sabine Brandes  02.06.2026

Essay

Wenn ein Platz nicht schweigt

Gedanken zum 85. Jahrestag der Zerstörung der alten Synagoge von Esch-sur-Alzette durch die Nationalsozialisten

von Andreas Albrecht  02.06.2026

Hintergrund

»Lady Gaza« kommt in die Schweiz

Ein sozialdemokratischer Abgeordneter hat die umstrittene französische Europaabgeordnete Rima Hassan nach Bern eingeladen und damit Empörung ausgelöst. Erste Stimmen fordern nun ein Einreiseverbot

von Nicole Dreyfus, Michael Thaidigsmann  02.06.2026

Punta Cana

Gal Gadot und Mila Kunis zeigen sich entspannt im Karibikurlaub

Die jüdischen Schauspielerinnen gehen in Puerto Rico ganz besonderen Freizeitaktivitäten nach

 02.06.2026

New York

Ronald Lauder: »Israel verliert den globalen Informationskrieg«

»Wenn man die Mainstream-Presse liest, muss man sich fragen, wie der einzige jüdische Staat zur meistgehassten Nation der Erde werden konnte«, sagt der Präsident des Jüdischen Weltkongresses

 02.06.2026

Bergen-Belsen

Holocaust-Überlebender Tomi Reichental gestorben

In Irland gehörte er zu den prominentesten Zeitzeugen des Holocaust. Tomi Reichental überlebte als Kind das KZ Bergen-Belsen. Jetzt ist er gestorben

von Karen Miether  01.06.2026

Jubiläum

Dichter und Bürgerschreck: Allen Ginsberg vor 100 Jahren geboren

Er lehnte sich gegen eine spießige und militarisierte Gesellschaft auf und propagierte ein ökologisches Bewusstsein: Der US-Dichter Allen Ginsberg war ein Pionier der »Beat-Generation«. Seine Visionen sind heute wieder aktuell

von Holger Spierig  01.06.2026

Erinnerung

Jugendliche im Anne Frank Haus in Amsterdam - Ein Besuch

Rund eine halbe Million Jugendliche aus aller Welt besuchen jährlich das Anne Frank Haus in Amsterdam. Was denken sie, wenn sie das Versteck sehen? Und was ist ihr Eindruck vom vielleicht bekanntesten Tagebuch der Welt?

von Nina Schmedding  01.06.2026

Nachruf

Edgar Morin gestorben: Stimme des kritischen Denkens verstummt

Der französische Philosoph, Soziologe und Publizist wurde 104 Jahre alt

 01.06.2026