Griechenland

Erstmals jüdischer Bürgermeister gewählt

Ioannina, die Hauptstadt der Region Epirus Foto: dpa

Erstmals in der Geschichte des modernen Griechenlands ist am Sonntag ein griechischer Jude zum Bürgermeister gewählt worden. Der 64-jährige Arzt und Universitätsprofessor Moysis Elisaf wird Ioannina, die Hauptstadt der Region Epirus im Nordwesten des Landes, leiten.

Botschaft Der Zentrale Rat der Jüdischen Gemeinden Griechenland (KIS) begrüßte am Montag die Wahl. »Es ist ein Meilenstein in der Geschichte der Juden in Griechenland«, hieß es unter anderem in der Erklärung. 75 Jahre nach der Deportation und Ermordung von rund 2000 Juden von Ioannina hätten die Bürger der Stadt eine laute Nachricht gegen Fanatismus und Antisemitismus gesendet.

»Meine Mitbürger haben eine neue Seite in der Geschichte der Stadt aufgeschlagen«, erklärte Elisaf im griechischen Radio. Er ist parteilos und hatte am Sonntag knapp eine Stichwahl bei den griechischen Kommunalwahlen gewonnen.

Auschwitz Am 25. März 1944 hatten die Nazis die Juden von Ioannina deportiert. Fast alle wurden in den Gaskammern des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau ermordet. Dieses Schicksal hatten auch fast alle anderen griechischen Juden.

Der damalige Bundespräsident Joachim Gauck hatte 2014 Ioannina besucht und sich für Gräueltaten entschuldigt. Er war damals von Elisaf empfangen worden, der 2014 Vorsitzender der kleinen jüdischen Gemeinde von Ioannina war. dpa

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