Italien

Empörung über antisemitische Provokation

Synagoge in Rom Foto: dpa

Kurz vor dem Internationalen Holocaust-Gedenktag sind der Großen Synagoge, der israelischen Botschaft und dem Jüdischen Museum in Rom Pakete mit Schweinsköpfen zugestellt worden. Wie italienische Medien berichteten, erhielt die Synagoge das Paket am Freitag.

Unmittelbar zuvor habe ein anonymer Anrufer am Telefon gesagt, auf dem Gemeindegelände befinde sich eine Paketbombe. Daraufhin eilte eine Spezialeinheit der italienischen Polizei zur Synagoge, öffnete das Paket und entdeckte den Inhalt, der offenbar aus einem Schlachthaus stammt. Die Anti-Terrorabteilung der Polizei untersucht nun den Fall und fahndet nach den Tätern.

Angriff Roms Bürgermeister Ignazio Marino verurteilte den Akt als eine »Einschüchterung der jüdischen Gemeinde«. Ein Angriff auf die Juden von Rom sei ein Angriff auf alle Einwohner der Stadt, twitterte er.

Wie die Tageszeitung Corriere Della Sera berichtete, habe man am Samstag auch mehrere antisemitische Graffiti an einem Verwaltungsgebäude in der Stadt entdeckt. Auf einem Schriftzug sei zu lesen gewesen: »Der Holocaust ist eine Lüge«, ein weiterer habe ein Hakenkreuz gezeigt mit den Worten: »Hanna (!) Frank ist eine große Lügnerin«.

Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano bezeichnete die antisemitischen Akte vom Wochenende in Rom als »gemeine Provokation«. Bei einer Gedenkfeier am Montag forderte er zu Wachsamkeit auf gegen »jede Form von Antisemitismus, unter welcher Tarnung er auch immer auftritt«. ja/epd

Meinung

Fertig Idylle!

Am Mittwoch sticht in der Winterthurer Innenstadt ein Mann auf vorbeilaufende Passanten ein und schreit »Allahu Akbar« – ein Weckruf für die Schweiz

von Nicole Dreyfus  28.05.2026

Warnung

Steven Spielberg will keine KI nutzen

Der Filmemacher sieht einen Platz für KI in der Medizin und in der Forschung.

 28.05.2026

Interview

»Das ist nicht normal«

Regina Sluszny überlebte die Schoa, weil sie von katholischen Belgiern versteckt wurde. Angesichts des Strafverfahrens gegen Mohalim fragt sich die Vorsitzende des jüdischen Dachverbands FJO, ob es für Juden in Belgien noch eine Zukunft gibt

von Michael Thaidigsmann  27.05.2026

Italien

Pride in Rom schließt jüdische LGBTQ-Organisationen aus

Die Organisatoren der Rome Pride Parade verbannen jüdische LGBTQ-Gruppen, die sich nicht von einem angeblichen Völkermord in Gaza distanzieren

von Nicole Dreyfus  27.05.2026

Antwerpen

Belgien: Empörung über Anklage gegen jüdische Beschneider

Wegen Anklagen gegen zwei jüdische Beschneider kritisieren jüdische Vertreter die belgischen Behörden scharf. Die European Jewish Association wirft der Staatsanwaltschaft vor, die Religionsfreiheit zu verletzen - Belgien weist dies zurück

von Marlene Brey  27.05.2026

New Jersey

Donald Newhouse mit 96 Jahren gestorben

Er war einer der einflussreichsten Medienmanager in den USA. Das Rampenlicht suchte er nur selten

 27.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026

Nachruf

Barney Frank mit 86 Jahren gestorben

Als liberale Stimme im Washingtoner Kongress prägte der jüdische Abgeordnete der Demokraten sowohl die Debatten über Finanzmarktregulierung als auch über die Rechte von Homosexuellen

 20.05.2026

Spanien

Mordverdacht: Sohn von Mango-Gründer festgenommen

Die Polizei in Katalonien hat Medienberichten zufolge den Sohn des Mango-Gründers und Philanthropen Isaak Andic festgenommen. Jonathan Andic war als einziger dabei, als sein Vater im Dezember 2024 einen Abhang hinunterstürzte

 19.05.2026