Niederlande

Eifer, Fleisch und Politik

Seit Jahrtausenden üblich: Zum koscheren Schlachten gehört auch das Entfernen der Hüftsehne. Foto: Marianna Trembovler

In den Niederlanden wird das Schächten vorerst nicht verboten. Medienberichten zufolge fand die Verbotsinitiative der Tierschutzpartei am Dienstagabend in Den Haag keine Mehrheit im Senat, dem Oberhaus des Parlaments. Die Abgeordnetenkammer hatte Ende Juni mit 116 zu 30 Stimmen dafür gestimmt, das rituelle Schlachten ohne Betäubung zu verbieten.

Kompromiss Landwirtschaftsstaatssekretär Henk Bleker unterbreitete dem Senat einen Kompromissvorschlag. Demnach sollen mit Metzgereien sowie der jüdischen und der islamischen Gemeinschaft Kontingente ausgehandelt werden, wie viele Tiere pro Jahr geschächtet werden dürfen. Außerdem solle genau festgelegt werden, wie viel Zeit beim betäubungsfreien Schlachten zwischen dem Schnitt und dem Eintreten des Todes vergehen darf.

Jüdische und islamische Organisationen äußerten sich erleichtert über das Ergebnis. Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses Ronald S. Lauder sagte in einer Erklärung: »Wir sind dankbar, dass das koschere Schlachten, das von Juden seit Jahrtausenden praktiziert wird, und das – im Gegensatz zu den Ansichten einiger Aktivisten – keine grausame Praktik ist, nun in den Niederlanden wahrscheinlich nicht verboten wird.« Vernunft und religiöse Freiheit hätten über politischen Eifer gesiegt, so Lauder. Am kommenden Dienstag wird der Senat abschließend über den Verbotsantrag beraten. ja

Schweiz

»Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen!«

Nathan Hertig war eines von 25 jüdischen Kindern des FC Hakoah Zürich, die am Montagabend beim Spiel des FC Zürich gegen die Young Boys Bern die Profispieler ins Stadion begleiten durften. Für die Kinder war es eine Begegnung, die ihnen noch lange in Erinnerung bleiben dürfte, wie der Neunjährige im Interview erzählt.

von Nicole Dreyfus  03.09.2026

Terezín 2050

Theresienstadt: Zwischen Gedenken und Weiterleben

Einst Habsburger Festung, dann NS-Ghetto, heute tschechische Kleinstadt: Terezín (Theresienstadt) ist Erinnerungsort und lebendige Stadt zugleich. Internationale Forscher suchen nach Perspektiven für den Spagat zwischen Vergangenheit und Zukunft

 03.09.2026

Ungarn

Jüdisches Leben nach Orbán

Die neue Regierung verspricht eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Judenhass – und Partnerschaft auf Augenhöhe

von György Polgár  03.09.2026

USA

Warum Punk so jüdisch ist

In New York fing es an. In London wurde es Modetrend. Aber was hat eigentlich Lenny Bruce damit zu tun?

von Sarah Thalia Pines  31.08.2026

Interview

»Die Lage der schwedischen Juden ist schrecklich«

Schwedens Bildungs- und Integrationsministerin Simona Mohamsson über den Davidstern und die Vermischung von Israel-Kritik und Antisemitismus

von Michael Thaidigsmann  31.08.2026

Birmingham

Ermittlungen gegen früheren Polizeichef wegen Ausschluss israelischer Fußballfans

Der Ausschluss von Anhängern des israelischen Fußballclubs Maccabi Tel Aviv bei dessen Auswärtsspiel im November vergangenen Jahres in Großbritannien hat ein Nachspiel

 28.08.2026

Social Media

Prozess: Mark Zuckerbergs Meta will knapp 17 Milliarden Dollar zahlen

Das historische Verfahren zwischen Tech-Gigant Meta und fast allen US-Bundesstaaten gilt rechtlich nur für die USA. Doch es könnte auch globale Auswirkungen haben

 28.08.2026

Vereinte Nationen

Generalsekretär Guterres: UN-Sonderberichterstatter »völlig außer Kontrolle« in Bezug auf Israel

Der scheidende UN-Generalsekretär António Guterres hat die extreme Einseitigkeit einiger UN-Sonderberichterstatter bezüglich des jüdischen Staates eingeräumt. Eine allgemeine Voreingenommenheit der UNO gegenüber Israel sieht er aber nicht

 28.08.2026

Antisemitismus

Ire in Frankreich verhaftet, nachdem er gedroht hatte, jüdisches Paar zu ermorden

Nachdem der Australier und seine Frau aus dem Tunesien-Urlaub zurück waren, gingen sie zur Polizei

 27.08.2026