Frankreich

»Diese Taten sind abscheuerregend«

Am vergangenen Wochenende war ein Fenster eines Geschäfts in der Pariser Innenstadt mit dem deutschen Wort »Juden« beschmiert worden. Foto: dpa

In Frankreich hat es 2018 deutlich mehr antisemitische Vorfälle gegeben als zuvor. Es wurden 541 Fälle bekannt – 74 Prozent mehr als noch 2017, wie Innenminister Christophe Castaner am Dienstag in Paris mitteilte. Die Zahlen lösten Empörung aus: Castaner sprach davon, dass sich der Antisemitismus »wie ein Gift« ausbreite. Regierungschef Édouard Philippe sagte in der Nationalversammlung: »Diese Taten sind abscheuerregend.«

hakenkreuz Castaner und Philippe nahmen auch Bezug auf Vorfälle vom vergangenen Wochenende. So war ein Fenster eines Geschäfts in der Pariser Innenstadt laut Medien mit dem deutschen Wort »Juden« beschmiert worden. Ein Straßen-Kunstwerk mit einem Porträt der verstorbenen früheren Ministerin und Holocaust-Überlebenden Simone Veil wurde im 13. Stadtbezirk mit einem Hakenkreuz übermalt.

In einem Pariser Vorort wurden zwei Bäume gefällt, die vor 13 Jahren zu Ehren eines ermordeten jüdischen Mannes gepflanzt worden waren. Die Vorfälle betrafen im vergangenen Jahr überwiegend Bedrohungen mit antisemitischem Charakter. 2016 und 2017 waren die Zahlen der Antisemitismus-Fälle in Frankreich insgesamt jeweils noch zurückgegangen.

Die Zahl der Vorfälle mit rassistischem und ausländerfeindlichem Hintergrund sank hingegen laut Innenministerium im vergangenen Jahr um gut vier Prozent auf 496. Es wurden 100 antimuslimische Handlungen registriert – das sei der niedrigste Stand seit 2010. Die Zahl antichristlicher Fälle blieb mit 1063 im Jahresvergleich nahezu unverändert.  dpa

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