Großbritannien

»Die Schwere der Taten spricht für sich«

Foto: imago images/UPI Photo

Großbritannien will die islamistische Hamas-Bewegung, die seit 2007 den Gazastreifen beherrscht, vollständig als Terrororganisation einstufen. Das deutete Innenministerin Priti Patel anlässlich eines USA-Besuchs an. Entsprechende Medienberichte wurden kurze Zeit später von der britischen Botschaft in Israel bestätigt.

UNTERSCHEIDUNG Bislang unterscheidet London zwischen dem militärischen Teil der Hamas - den Al-Kassam-Brigaden, die bereits seit 2001 verboten und für zahlreiche Terroranschläge und Raketenabschüsse auf Israel verantwortlich sind - und dem politischen Apparat. In einem Gespräch mit Reportern in Washington sagte Patel am Donnerstag, diese Unterscheidung sei nicht länger zu rechtfertigen.

Diese Erkenntnis basiere »auf einem breiten Spektrum von nachrichtendienstlichen Erkenntnissen, Informationen und auch Verbindungen zum Terrorismus. Die Schwere der Taten spricht für sich«, so Patel.

Mit der Neubewertung der Organisation könnten künftig auch politische Sympathisanten der Hamas mit Gefängnisstrafen wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung belegt werden. Medienberichten zufolge sieht Patel die Hamas als »zutiefst antisemitisch« an. Die Ächtung der Terrorgruppe ziele auch darauf ab, dass sich Juden in Großbritannien etwas sicherer fühlten.

In einem vorab veröffentlichten Manuskript der für diesen Freitag geplanten Rede der konservativen Politikerin heißt es: »Die Hamas verfügt über beträchtliche terroristische Fähigkeiten, einschließlich des Zugangs zu umfangreichen und hochentwickelten Waffen sowie zu Ausbildungseinrichtungen für Terroristen, und sie ist seit langem in bedeutende terroristische Gewalttaten verwickelt.«

SCHUTZ Ihr komplettes Verbot sei daher »ein wichtiger Schritt, insbesondere für die jüdische Gemeinschaft. Wenn wir den Extremismus tolerieren, wird er den Felsen der Sicherheit erodieren«. Sie werde den Antisemitismus niemals tolerieren, so Patel. Juden fühlten sich unsicher – »in der Schule, auf der Straße, beim Gottesdienst, in ihren Wohnungen und im Internet.«

Die USA und die Europäische Union, aus der Großbritannien 2020 austrat, haben die Hamas seit Längerem auf ihrer Liste terroristischer Vereinigungen. Auch in Deutschland ist die Organisation verboten. Laut eines Urteils des Bundesgerichtshofs von 2004 ist die Hamas eine einheitliche Organisation, deren teilweise humanitäre Aktivitäten nicht von den politischen getrennt werden können. mth

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Herkunft und Sympathien der Spielerikone kursieren, erzählen die Söhne eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine andere, besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  16.07.2026 Aktualisiert

Justiz

Schweizer Comedian Hamza Raya wegen Rassismus angezeigt

Ein muslimischer Comedian und ein jüdischer Gastronom loten die Grenzen der Satire aus. Nun droht dem einen von beiden eine juristische Auseinandersetzung

von Nicole Dreyfus  15.07.2026

Jahrhundertzeugin

Wie eine Sintiza die Nazizeit überlebte und ihre Heiterkeit rettete

Frieda Daniels ist Hochseilartistin. Sie floh als Sintiza vor der Vernichtung durch die Nationalsozialisten. Als 93-jährige Zeitzeugin war sie nun in Heidelberg zu Gast. Eine außergewöhnliche Lebensgeschichte

von Stefanie Ball  15.07.2026

Verschwörungsmythen

Messi: Im Visier von Antisemiten

Eine NGO, die in den sozialen Medien antisemitische Inhalte aufspürt, berichtet, dass Argentiniens Starspieler immer wieder Ziel von judenfeindlichen Verschwörungsmythen wird

 15.07.2026

New York

Ronald Lauder sucht Nachfolger

Der WJC-Präsident, Unternehmer und Philanthrop wirbt außerdem dafür, dass sich eine neue Generation wohlhabender Juden stärker für jüdisches Leben engagiert – durch Investitionen in Bildung

 15.07.2026

David Baddiel

»Inzwischen kann man Messi in den Griff bekommen«

Der britische Autor über das Halbfinale England vs Argentinien, seinen legendären Fußball-Song »Three Lions« und warum er immer noch glaubt, dass England gegen Argentinien gewinnen wird

von Katrin Richter  15.07.2026

Schweiz

Die gegen den Hass sprüht

Inna E. fühlt sich dem jüdischen Volk verbunden und macht gegen anti-israelische Graffitis mobil. Wenn die Behörden nicht reagieren, auch mit Farbe

von Peter Bollag  14.07.2026

Monaco

Zweitjüdischste Nation der Welt

Die kleine jüdische Gemeinschaft im Stadtstaat wächst. Immer mehr Jüdinnen und Juden entscheiden sich für das luxuriöse und sichere Fürstentum

von Mark Feldon  13.07.2026

New York

Jüdischer Vertreter kritisiert Bürgermeister Mamdani für Stadtkarte

Anlässlich der Fußballweltmeisterschaft in den USA hat New York eine Karte zu unterschiedlichen migrantischen Prägungen seiner Stadtteile herausgegeben. Juden wurden dabei offenbar nicht berücksichtigt

 12.07.2026