Interview

»Das Leben kehrt zurück«

Rabbi Sudakevitch, wie ist die Lage bei Ihnen in Tokio?
Wir hatten am Montag ein weiteres größeres Erdbeben. Das Epizentrum lag rund 170 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, doch auch bei uns haben die Häuser gewackelt. Inzwischen kehrt zwar langsam das Leben wieder zurück, aber viele Dinge sind knapp, zum Beispiel Mineralwasser.

Die Bevölkerung in den Erdbebenregionen ist weiterhin auf Unterstützung angewiesen. Können Sie helfen?
Wir kümmern uns um rund 1.200 Menschen in dem kleinen Ort Iwate. Er ist sehr abgelegen, die Regierung versorgt ihn noch nicht. Wir helfen den Bewohnern mit Lebensmitteln und allem, was sie brauchen. Außerdem haben wir Fahrdienste für Alte eingerichtet, denn es gibt dort keine öffentlichen Verkehrsmittel. In allem arbeiten wir mit der Regierung zusammen. Sobald sie in der Lage ist, die Menschen dort zu versorgen, ziehen wir uns zurück.

In wenigen Tagen beginnt Pessach. Wie steht es um Ihre Vorbereitungen?
Wir haben Mazzot, Wein und Hühnchen bekommen. Ich glaube, es ist von allem genug da – außer Wasser. Davon muss ich in den nächsten Tagen noch mehr kaufen, aber das dauert, denn man bekommt in jedem Geschäft nur eine Flasche. Ich hoffe, dass ich bis Montag genug haben werde für alle, die zum Seder kommen.

Wie viele Personen erwarten Sie?
Bisher haben sich rund 100 Leute angemeldet. Das ist mehr, als ich erwartet habe. Am Ende werden wir wohl 130 bis 140 sein, denke ich. Es sind vor allem Männer, die beruflich hier zu tun haben. Ihre Familien haben das Land verlassen und sind nach Israel oder in die USA zurückgekehrt. Vergangenes Jahr waren wir 300 Leute.

Mit dem Chabad-Rabbiner von Tokio sprach Tobias Kühn.

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026

Nachruf

Barney Frank mit 86 Jahren gestorben

Als liberale Stimme im Washingtoner Kongress prägte der jüdische Abgeordnete der Demokraten sowohl die Debatten über Finanzmarktregulierung als auch über die Rechte von Homosexuellen

 20.05.2026

Spanien

Mordverdacht: Sohn von Mango-Gründer festgenommen

Die Polizei in Katalonien hat Medienberichten zufolge den Sohn des Mango-Gründers und Philanthropen Isaak Andic festgenommen. Jonathan Andic war als einziger dabei, als sein Vater im Dezember 2024 einen Abhang hinunterstürzte

 19.05.2026

Washington D.C.

Abgeordneter Jared Moskowitz erhält antisemitisch motivierte Morddrohungen

In Zuschriften wird der Demokrat unter anderem als »zionistisches, jüdisches verdammtes Schwein« (»zionist Jewish fucking pig«) beschimpft. Er ist nicht der einzige jüdische Politiker in den USA, der bedroht wird

 19.05.2026

London

Israeli in Golders Green zusammengeschlagen

Der 22-Jährige wurde über die Straße gezerrt und geschlagen, bis er beinahe das Bewusstsein verlor

 19.05.2026

Kanada

Kritik an Pro-Terror-Konferenz in Toronto

Die Veranstaltung soll die Massaker vom 7. Oktober 2023 würdigen und wird von verbotenen Organisationen getragen

 18.05.2026

Großbritannien

Ausstellung zu Hamas-Massaker wegen Sicherheitsbedenken ohne Hinweisschild

Die Polizei will den genauen Standort der Schau möglichst lange geheim halten. Anti-Terror-Einheiten sind in den Schutz der Präsentation über den Terror des 7. Oktobers eingebunden

 18.05.2026

Frankreich

Das Glück, wenn ich es will

Gérard Blitz und Gilbert Trigano gründeten einst den Club Méditerranée. Und eine Utopie der Gemeinsamkeit aus der Nachkriegszeit wurde zum Trend

von Mark Feldon  17.05.2026

Hollywood

Der unaufgeregte Glam der Zoë Kravitz

Die Tochter berühmter Eltern hat sich eine eigene Karriere aufgebaut – und ist stolz auf ihre afroamerikanischen und jüdischen Wurzeln

von Nicole Dreyfus  17.05.2026