Spanien

Das Gemeindeleben geht weiter

Wie die gesamte katalanische Gesellschaft gespalten ist über die Frage, ob die Region unabhängig werden soll oder nicht, sind es auch die Mitglieder der jüdischen Gemeinde. Foto: dpa

Das jüdische Leben in Barcelona ist von den gewaltsamen Ausschreitungen nicht betroffen; alle Sukkot- und Simchat-Tora-Gottesdienste werden wie geplant stattfinden. Das sagte der Sprecher der Comunidad Israelita de Barcelona, Victor Sorenssen, am Sonntag im Gespräch mit der Jewish Telegraphic Agency.

Bei dem umstrittenen Volksentscheid über die Unabhängigkeit der spanischen Region Katalonien waren am Sonntag nach massiver Polizeigewalt mehr als 600 Menschen verletzt worden. Nach Angaben von Sorenssen sind keine Gemeindemitglieder darunter.

unabhängigkeit Wie die gesamte katalanische Gesellschaft gespalten ist über die Frage, ob die Region unabhängig werden soll oder nicht, sind es auch die Mitglieder der jüdischen Gemeinde, die zum Großteil in Barcelona und Umgebung leben. Manche befürworten die Unabhängigkeit, andere unterstützen zwar die Volksabstimmung, aber nicht automatisch auch die völlige Souveränität der Region, und eine dritte Gruppe in der Gemeinde war sowohl gegen das Referendum als auch gegen die Loslösung Kataloniens von Spanien.

Sorenssen forderte die Mitglieder auf, »keine Aussage oder Erklärung« zu diesem Thema abzugeben, um den inneren Zusammenhalt nicht zu gefährden. Die jüdische Gemeinde sei eine religiöse und kulturelle Institution, erklärte er. »Wir respektieren die unterschiedlichen Meinungen unserer Mitglieder.«

In Spanien leben heute rund 45.000 Juden – ein Drittel davon in Barcelona. ja

Irland

Der Jahrhundertmann

Josef »Joe« Veselsky wuchs in der Slowakei auf, kämpfte gegen die Nazis, überlebte die Schoa und führte gleich zwei Tischtennis-Nationalteams an. Jetzt ist er mit 107 Jahren verstorben

von Michael Thaidigsmann  06.01.2026

Blumen und Kerzen sind als Zeichen des Gedenkens an die Opfer nach dem Brand in der Bar und Lounge »Le Constellation« in Crans-Montana.

Schweiz

Drittes jüdisches Mädchen tot

Bei der tödlichen Katastrophe im Nobelskiort Crans-Montana sind drei junge jüdische Frauen ums Leben gekommen

von Nicole Dreyfus  06.01.2026

Jerusalem

Gedenkstätte Yad Vashem verweigerte Selenskyj Rede

Kurz nach Kriegsbeginn in der Ukraine wollte Selenskyj in Yad Vashem sprechen. Aber durfte nicht. Der Gedenkstätten-Vorsitzende nennt nun dafür klare Gründe

 05.01.2026

Venezuela

Ist Nicolás Maduro jüdisch?

Immer wieder erklärte Maduro, sefardische Wurzeln zu haben. Die Geschichte zwischen dem Diktator und den Juden ist komplex

 05.01.2026

Nachruf

Anne Franks Stiefschwester Eva Schloss mit 96 Jahren gestorben

Mit ihrer Mutter überlebt sie Auschwitz – im Gegensatz zu ihrem Bruder und Vater, die dort ermordet werden. König Charles würdigt die Verstorbene

von Imanuel Marcus  05.01.2026

Portugal

Ende einer Rückkehr

Zehn Jahre lang konnten sefardische Juden, deren Vorfahren einst von der Iberischen Halbinsel vertrieben wurden, einen Pass beantragen. Nun soll Schluss sein

von Michael Ludwig  04.01.2026

Basel

Ein alt-neuer jüdischer Raum

Das wiedereröffnete Jüdische Museum Schweiz erstrahlt in frischem Glanz an einem anderen Ort

von Nicole Dreyfus  04.01.2026

Tschechien

Wiederentdeckung in Prag

Pavel Tigrid war Journalist und intellektueller Wortführer gegen das kommunistische Regime. Nun wurde er geehrt

von Kilian Kirchgeßner  04.01.2026

Schweiz

Opfer von Crans-Montana auch in Deutschland in Behandlung

Nach dem schweren Brand in einer Bar werden drei Verletzte in Stuttgart und Tübingen behandelt. Die Kliniken setzen auf spezialisierte Versorgung und halten sich mit Details zurück

 02.01.2026