Spanien

Das Gemeindeleben geht weiter

Wie die gesamte katalanische Gesellschaft gespalten ist über die Frage, ob die Region unabhängig werden soll oder nicht, sind es auch die Mitglieder der jüdischen Gemeinde. Foto: dpa

Das jüdische Leben in Barcelona ist von den gewaltsamen Ausschreitungen nicht betroffen; alle Sukkot- und Simchat-Tora-Gottesdienste werden wie geplant stattfinden. Das sagte der Sprecher der Comunidad Israelita de Barcelona, Victor Sorenssen, am Sonntag im Gespräch mit der Jewish Telegraphic Agency.

Bei dem umstrittenen Volksentscheid über die Unabhängigkeit der spanischen Region Katalonien waren am Sonntag nach massiver Polizeigewalt mehr als 600 Menschen verletzt worden. Nach Angaben von Sorenssen sind keine Gemeindemitglieder darunter.

unabhängigkeit Wie die gesamte katalanische Gesellschaft gespalten ist über die Frage, ob die Region unabhängig werden soll oder nicht, sind es auch die Mitglieder der jüdischen Gemeinde, die zum Großteil in Barcelona und Umgebung leben. Manche befürworten die Unabhängigkeit, andere unterstützen zwar die Volksabstimmung, aber nicht automatisch auch die völlige Souveränität der Region, und eine dritte Gruppe in der Gemeinde war sowohl gegen das Referendum als auch gegen die Loslösung Kataloniens von Spanien.

Sorenssen forderte die Mitglieder auf, »keine Aussage oder Erklärung« zu diesem Thema abzugeben, um den inneren Zusammenhalt nicht zu gefährden. Die jüdische Gemeinde sei eine religiöse und kulturelle Institution, erklärte er. »Wir respektieren die unterschiedlichen Meinungen unserer Mitglieder.«

In Spanien leben heute rund 45.000 Juden – ein Drittel davon in Barcelona. ja

USA

Es war einmal ein »Reich der Güte«

Vor 250 Jahren wurden die Vereinigten Staaten gegründet. Aus jüdischer Perspektive war die Entstehung der Neuen Welt auch der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte

von Paul Bentin  02.07.2026

Großbritannien

Oberrabbiner Mirvis fordert, den Ruf »Tod der IDF« unter Strafe zu stellen

Oberrabbiner Mirvis hat die Politik seines Landes zu einem schärferen juristischen Vorgehen gegen anti-israelische und antisemitische Hassrede aufgefordert

 01.07.2026

Kommentar

250 Gründe, die USA zu lieben

Am 4. Juli 1776 wurden die Vereinigten Staaten gegründet. Eine etwas andere Liebeserklärung

von Imanuel Marcus  30.06.2026

Proteste gegen Kushner-Projekt

Ein Land sieht pink: Albaniens Flamingo-Revolution ist nicht zu stoppen

Flamingos überall - und kein Ende in Sicht: EU-Beitrittskandidat Albanien ist fest im Griff einer Protestwelle. Fällt die Regierung unter der pinken Revolution?

von Markus Schönherr  30.06.2026

Österreich

Rabbiner Yaron Nisenholz wird Wiens neuer Oberrabbiner

Nach einem internationalem Auswahlverfahren übernimmt Rabbiner Yaron Nisenholz die religiöse Führung der IKG Wien

von Nicole Dreyfus  29.06.2026

Venezuela

Jüdische Gemeinde beklagt drei Tote, mehr als 100 Obdachlose

Das Erdbeben in Venezuela hat auch für die rund 5000 Mitglieder zählende jüdische Gemeinschaft des Landes schwere Folgen

 29.06.2026

Eva Erben

»Oft weiß man gar nicht, wie viel Kraft in einem steckt«

Die 95-jährige Holocaustüberlebende war aus Israel nach Prag gekommen, um bei der Verlegung der »Stolpersteine« für ihre in der Schoa ermordeten Eltern dabei zu sein

von Michael Thaidigsmann  26.06.2026

Frankreich

Gesinnung von der Stange

Antisemitismus und eine feindliche Haltung gegenüber Israel stehen in der Modewelt hoch im Kurs. Längst gehören sie zum ideologischen Accessoire so mancher Marke

von Ute Cohen  25.06.2026

Kolumbien

Knapper Wahlsieg, dramatischer Kurswechsel?

Der knapp zum kolumbianischen Präsidenten gewählte Abelardo de la Espriella will die Beziehungen zu Israel kitten - doch de la Espriella ist wie sein Vorgänger Gustavo Petro sehr umstritten

von Michael Thaidigsmann  24.06.2026