Corona-Krise

CER erwägt Hilfsfonds

Per Videokonferenz haben sich am Montag Rabbiner aus ganz Europa ausgetauscht. Foto: CER

Die Europäische Rabbinerkonferenz (CER) wird Gemeinden in der Corona-Krise möglicherweise mit finanziellen Mitteln unterstützen. Das wurde nach einer per Video durchgeführten Dringlichkeitssitzung des Ständigen Ausschusses der CER bekannt.

Rund 50 Rabbiner aus ganz Europa haben sich am Montag online getroffen, um sich ein Bild davon zu machen, wie sich die Pandemie auf die jüdischen Gemeinden bislang auswirkt. Der Ständige Ausschuss sollte ursprünglich nach Pessach in Bukarest tagen; diese Sitzung wurde bis auf Weiteres verschoben.

Unter anderem sei nun erörtert worden, wie gut europäische Gemeinden die aktuelle Situation und die Folgen von Covid-19 bewältigten, hieß es in einer Pressemitteilung der Organisation.

Plattform »Hierfür erwägt die CER, einen Hilfsfonds aufzulegen, der die jüdischen Gemeinden hierbei in naher Zukunft unterstützen soll«, so der Zusammenschluss von etwa 700 orthodoxen europäischen Rabbinern. Zudem wurde eine neue Online-Plattform in Europa ins Leben gerufen, auf der sich über jüdische Aktivitäten ausgetauscht werden kann.

Die Rabbinerkonferenz diskutiert regelmäßig die Auswirkungen des Coronavirus. Vor Kurzem erließ der Verband Empfehlungen und Richtlinien zur Gesundheitsvorsorge auch bei religiösen Praktiken und rief die jüdischen Gemeinden in Europa dazu auf, die Maßnahmen der Regierungen strikt zu befolgen.

Zudem wurden Leitlinien nach dem jüdischen Religionsrecht rund um Pessach sowie ein neues gemeinsames Gebet für den Schutz von Patienten und Ärzten herausgegeben.  kna/ja

 

St. Petersburg

Im Licht der Weißen Nächte

Die Mitternachtsdämmerung des Nordens weckt Erinnerungen an Märchen und führt unseren Autor zurück in seine Kindheit im damaligen Leningrad

von Vladimir Vertlib  18.06.2026

Schweiz

Jugendlicher plante Blutbad

Der Prozess gegen einen Schüler, der einen Juden in Zürich töten wollte, beginnt am 1. Juli. Die Anklageschrift zeichnet das Bild eines sich früh radikalisierenden Jugendlichen

von Nicole Dreyfus  18.06.2026

USA

Nach antisemitischer Bewerbung: Rechtsextreme feiern Cornell-Studenten

Der 19-jährige Austin Franco wird für ein Praktikum von einem Softwareunternehmen der Brüder Gabe und Aiden Einhorn angenommen. Doch dann schreibt er, er sei »nicht daran interessiert, für einen Juden zu arbeiten«

 18.06.2026

Belarus

Antisemitische Ausfälle aus Minsk

Ein Interview des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko belastet das bilaterale Verhältnis mit Israel

von Alexander Friedman  17.06.2026

Bonn/Berlin

»Habt keine Angst«: Zeitzeuge Marian Turski vor 100 Jahren geboren

Er gehörte zu den bekanntesten Schoa-Überlebenden. Seine Worte ermutigen viele Menschen auch über seinen Tod im Jahr 2025 hinaus. Zum 100. Geburtstag blickt ein Freund Turskis auf die Zukunft des Erinnerns

 16.06.2026

Interview

»Mir wurde immer wieder vorgeworfen, ich sei zu proisraelisch«

Der Schweizer Politiker und Ständerat Daniel Jositsch über die wahren Gründe für seinen Austritt aus der SP, postkoloniale Irrwege und den Antisemitismus innerhalb der Linken

von Nicole Dreyfus  16.06.2026

Albanien

Flamingos gegen Kushner

In Tirana wächst der Widerstand gegen einen Inselverkauf. Präsident Edi Rama wirft den Demonstranten Antisemitismus vor. Zu Recht?

von Adelheid Wölfl  16.06.2026

Großbritannien

Einstufung von Palestine Action als Terrorgruppe ist rechtens

Ein Berufungsgericht in London hat der Regierung von Premier Keir Starmer Recht gegeben und das Verbot der militant antiisraelischen Gruppierung bestätigt

 15.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  15.06.2026