Die niederländische Polizei hat vier Männer im Alter zwischen 17 und 19 Jahren festgenommen. Sie sollen den Brandanschlag auf die Synagoge in Rotterdam am frühen Freitagmorgen ausgeführt haben. Die Männer seien in der Nähe einer anderen Synagoge in der Stadt verhaftet worden, hieß es am Nachmittag.
Ein Auto sei durch sein auffälliges Fahrverhalten ins Visier der Beamten geraten. Zu diesem Zeitpunkt lag bereits eine Fahndungsmeldung für einen der mutmaßlichen Täter vor. Der Fahrer des Wagens entsprach der Personenbeschreibung. Die Polizei nahm ihn und seine drei Begleiter daraufhin fest. In dem Fahrzeug wurde Berichten zufolge auch ein Benzinkanister gefunden. Die Polizei hat eine Sonderkommission eingerichtet.
In seiner wöchentlichen Pressekonferenz nahm auch Ministerpräsident Rob Jetten zu dem Vorfall Stellung. Er verurteilte den Anschlag und stellte sich vor die jüdische Gemeinschaft. »Es sind einfach unsere jüdischen Mitbürger, und die lässt man in Ruhe«, forderte Jetten. Es sei »sonnenklar«, dass es sich hier um einen antisemitischen Vorfall handele, so der erst kürzlich ins Amt gekommene Premier, der der liberalen Partei D66 angehört.
Es werde nun untersucht, ob es eine Verbindung gebe zum Iran. Unklar ist auch noch, ob der Anschlag von Rotterdam von denselben Personen verübt wurde wie der auf die Synagoge im belgischen Lüttich am frühen Montagmorgen. In den sozialen Netzwerken wurde am Freitag ein Bekennervideo verbreitet, dass dem vom Anschlag in Lüttich sehr ähnlich ist.
In beiden Fällen übernahm die bislang wenig bekannte schiitische Gruppe Harakat Ashab al-Yamin al-Islamiya die Verantwortung. Auf den Videos ist jeweils der Moment zu sehen, in dem die Brandsätze entzündet werden. Sowohl in Rotterdam als auch in Lüttich entstand Sachschaden, Menschen wurden aber nicht verletzt.