In der Synagoge im norwegischen Trondheim kam es am Abend zu einem größeren Polizeieinsatz. Eine Person wurde festgenommen. »Ich kann bestätigen, dass derzeit eine Polizeiaktion in der Synagoge stattfindet«, sagte Leif Knutsen, Vorsteher der Jüdischen Gemeinde in Trondheim. Das Gebäude beherbergt auch das jüdische Museum der Stadt.
Als sich der Vorfall ereignete, fand dort eine Veranstaltung statt. Zunächst war von einem »bewaffneten Angriff« und einer möglichen Geiselnahme die Rede. Dies wurde aber nicht bestätigt. Der Einsatzleiter der Polizei teilte dem Sender NRK mit, dass zwei verdächtige Personen in einem Auto nahe der Synagoge gesichtet worden seien. Eine Person sei ausgestiegen und gefüchtet, während die andere mit hoher Geschwindigkeit weitergefahren sei. Es sei dann zu einer Verfolgungsjagd stadtauswärts gekommen. Das Auto fuhr in eine Nagelmatte, die die Polizei ausgelegt hatte.
Nach der zweiten Person werde aber noch gefahndet. Gegenüber der Zeitung »Adresseavisen« sagte die Polizei, man habe aber keine genaue Beschreibung der gesuchten Person.
Die Polizei sperrte das Gebiet rund um das Gebäude in der Trondheimer Innenstadt ab. Seit dem Anschlag auf die US-Botschaft in Oslo am vergangenen Sonntag haben die Behörden die Schutzmaßnahmen für die wenigen jüdischen Einrichtungen im Land verstärkt.
Die 1905 gegründete Gemeinde von Trondheim unterhält eines von zwei noch aktiven jüdischen Gotteshäusern in Norwegen. Das andere befindet sich in Oslo, wo die meisten der rund 1500 Mitglieder starken jüdischen Gemeinschaft leben.
Unterdessen wurde im Nordwesten von Detroit, im US-Bundesstaat Michigan, am Donnerstag ebenfalls eine Synagoge angegriffen. Der Täter fuhr mit einem Truck auf das Gelände, auf dem sich auch ein jüdischer Kindergarten befindet. Der Mann wurde von der Polizei erschossen. Außer ihm gab es ersten Berichten zufolge aber keine Toten und Verletzten.
Am Montagmorgen war im belgischen Lüttich ein Sprengstoffanschlag auf die dortige Synagoge verübt worden. Die mutmaßlichen Täter sind weiter auf der Flucht. Am Mittwoch wurde ein Bekennervideo veröffentlicht, dessen Authetizität die belgischen Behörden aktuell noch prüfen. mth