Schweiz

Trauer um Benjamin de Rothschild

Benjamin de Rothschild (hier 2007 bei einem Treffen mit dem chinesischen Regierungsmitglied He Luli in Peking) wurde nur 57 Jahre alt.

Baron Benjamin de Rothschild ist tot. Der 57-jährige französische Bankier verstarb am Freitag im schweizerischen Pregny an einem Herzinfarkt, wie nun bekannt wurde. Rothschild war Sohn von Edmond (1926-1997) und Nadine de Rothschild (geb. 1932). Er hatte die nach seinem Vater benannte Bank nach dessen Tod bis ins Jahr 2019 geführt, ab 1999 gemeinsam mit seiner Frau Ariane Langner. Edmond de Rothschild hatte während des Holocaust mit seiner Familie in der Schweiz Zuflucht gefunden und 1953 das Finanzinstitut gegründet.

PHILANTHROPIE Im vergangenen Jahr hatte Benjamin de Rothschild mit einer großen Spende für Aufsehen gesorgt: Er gab rund 50 Millionen Schekel an israelische Krankenhäuser, zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie.

Die in Genf ansässige Edmond-de-Rothschild-Bank hat rund 2600 Mitarbeiter an mehr als 30 Standorten weltweit. Sie verwaltet mehr als 170 Milliarden Schweizer Franken. Benjamin de Rothschild, dessen Privatvermögen laut Nachrichtenagentur JTA auf 180 Millionen Dollar geschätzt wird, hinterlässt vier Töchter und seine Frau Ariane.

In den letzten Jahren hat der Schweizer Zweig der Rothschilds in Israel unter anderem die Zusammenarbeit zwischen muslimischen und jüdischen Unternehmern sowie Projekte zum Abbau von Bildungsunterschieden gefördert.

GESCHICHTE Benjamin de Rothschild war ein begeisterter Segler. Er sponsorte darüber hinaus seit 2000 das Regatta-Team Gitana. Darüber war er, wie andere Mitglieder der Rothschild-Familie auch, im Weinbau engagiert. Er leitete unter anderem das Château Clarke in Bordeaux und förderte Joint Ventures in Argentinien und Südafrika. In Frankreich waren der Baron und seine Frau zudem Eigentümer von »La Ferme des 30 Arpents«, einem Hersteller des Käses Brie de Meaux.

Der Reichtum der Rothschild-Familie geht auf das 18. Jahrhundert zurück, als der in Frankfurt am Main aufgewachsene Mayer Amschel Rothschild Bankier eines französischen Adligen wurde. Später gab er sein Vermögen an seine fünf Söhne weiter, die separate Bankiersdynastien in London, Paris, Frankfurt, Wien und Mailand begründeten.

Der Name Rothschild wird von antisemitischen Verschwörungstheoretikern immer wieder massiv diffamiert und als Chiffre für das angebliche jüdische Streben nach der »Weltherrschaft« verwendet. mth

London

Iraner wegen Ausspähung jüdischer Einrichtungen verhaftet

Die Antiterroreinheit der Londoner Polizei hat in der Nacht zehn Personen festgenommen, darunter vier mutmaßliche Spione der Islamischen Republik

 06.03.2026

Großbritannien

Radikal pragmatisch

Ahmed Fouad Alkhatib arbeitet an einem palästinensischen Staat. Für den brauche es vor allem Frieden und Zusammenarbeit in der Region, sagt der Mann, der in Gaza und in den USA aufgewachsen ist

von Daniel Zylbersztajn-Lewandowski  04.03.2026

Österreich

Der jiddische Sherlock Holmes

Der Schriftsteller Jonas Kreppel schuf im Wien der k. u. k. Zeit einen jüdischen Meisterdetektiv. Nun wurde die Krimireihe von einem New Yorker Autor wiederbelebt

von Jörn Pissowotzki  04.03.2026

Kalifornien

»Tehrangeles« jubelt

Im Großraum Los Angeles lebt die größte persische Exilgemeinde der Welt. Sie unterstützt das militärische Vorgehen der USA und Israels. Auch über die Zukunft des Iran machen sich viele Gedanken

von Gunda Trepp  04.03.2026

Demonstrierende schwenkten am Montag israelische und iranische Flaggen vor der israelischen Botschaft in Berlin und riefen „Danke, IDF!“.

Berlin

Zeichen gegen Teheran

Exil-Iraner demonstrierten vor Israels Botschaft in Berlin und drücken ihre Hoffnung auf einen Neuanfang aus

 03.03.2026

Schweiz

Drohung gegen koscheren Supermarkt

In Zürich ist es am Samstagabend zu einem Großaufgebot der Polizei vor jüdischen Einrichtungen gekommen

von Nicole Dreyfus  01.03.2026

Deutschland

Warnung vor Terror-Gefahr in Deutschland wegen Iran-Krieg

Wegen des Krieges in Nahost rechnet der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, mit einer »gesteigerten Bedrohungslage für jüdisches Leben in Deutschland«

 01.03.2026

Israel

Netanjahu an Iraner: »Vollendet es«

Regierungschef Benjamin Netanjahu richtet sich mit einer Ansprache auf Farsi an die iranische Bevölkerung

 01.03.2026

Iran

Britischer Verteidigungsminister: »Iran verliert die Kontrolle über seine Kommandostrukturen«

Großbritannien beteiligt sich am Militäreinsatz gegen den Iran. Verteidigungsminister Healey warnt vor wahllosen iranischen Angriffen

 01.03.2026