Polen

Auf den Leim gegangen

Foto: Flash 90

Der Rabbiner der jüdischen Gemeinde im polnischen Poznan kann offenbar kaum Hebräisch, kennt sich mit der jüdischen Tradition nicht wirklich gut aus und hat auch keine Smicha.

Das berichteten amerikanische und israelische Medien unter Berufung auf den polnischen Journalisten Krzysztof M. Kazmierczak, der in Poznan als Reporter für die Lokalzeitung »Glos Wielkopolski« arbeitet. Kazmierczak will herausgefunden haben, dass sich hinter Rabbi Jacoob Ben Nistell aus Haifa in Wirklichkeit Jacek Niszczota aus Ciechanow im Norden Polens verbirgt.

Überraschung In einem Interview, das Kazmierczak vor zwei Wochen mit Niszczota führte, soll dieser zugegeben haben, kein Rabbiner zu sein. Wie »Glos Wielkopolski« berichtete, sagte die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Poznan, Alicja Kobus, die auch Vizechefin des Verbands jüdischer Gemeinden in Polen ist: »Ich bin überrascht. Ich habe mir nie ein Dokument zeigen lassen. Er sagte, er komme aus Haifa, seine Mutter lebe noch immer dort, er habe einen israelischen Pass, und sein Sohn sei in der Armee.«

Kobus sagt, sie habe geglaubt, dass der Rabbiner »der sei, als der er sich ausgibt. Er konnte Hebräisch beten und kannte jüdische Bräuche«. Wie israelische Medien berichteten, soll Ben Nistell Gemeindeaktivitäten für Kinder und junge Erwachsene organisiert und an ökumenischen Gebeten mit Bischöfen teilgenommen haben. Im Namen der Gemeinde engagierte er sich im interreligiösen Dialog. Mit Journalisten wollte Rabbiner Jacoob Ben Nistell nicht über den Fall sprechen. ja

Universität Gent

»So weit ist es also gekommen«

Israelfeindliche Aktivisten haben erneut ein Fakultätsgebäude besetzt - obwohl die belgische Uni bereits vor zwei Jahren die Kooperation mit drei israelischen Hochschulen beendet hatte

von Michael Thaidigsmann  27.04.2026

Kirgistan

Hotel verbietet »Juden und Tieren« den Zutritt

Eine erst vor wenigen Wochen eröffnete Unterkunft in der kirgisischen Stadt Osch musste nach Intervention der israelischen Botschaft ein Schild wieder abhängen

 27.04.2026

Nachruf

Dirigent Michael Tilson Thomas mit 81 Jahren gestorben

Als Chefdirigent der San Francisco Symphony wurde er berühmt. Doch er arbeitete mit Orchestern in aller Welt. Nun ist der Musiker mit 81 Jahren gestorben

 24.04.2026

Österreich

Der geneigte Antisemit

In Wien soll das Denkmal des einstigen Bürgermeisters Karl Lueger um 3,5 Grad gekippt werden. Die jüdische Gemeinde sähe die Bronzestatue lieber im Museum. Ein Ortsbesuch

von Tobias Kühn  24.04.2026

Tschernobyl

Damals in Tschernobyl

Im März 1987 arbeitete unser Autor zwei Wochen lang im havarierten Atomkraftwerk Tschernobyl. Eine persönlicher Bericht über die Zeit in der Sperrzone und wie es danach weitergeht

von Vitalii Miasnikov  24.04.2026

Sowjetunion

Der Schatten von Tschernobyl

Auch 40 Jahre nach der Katastrophe beschäftigt das Reaktorunglück die Menschen. Unseren Autor begleitet sie seit der Kindheit. Persönliche Erinnerungen und ein politischer Blick zurück

von Alexander Friedman  24.04.2026

USA

Recht auf Restitution

Ende April sollte der Anspruch auf Rückerlangung von in der Nazizeit gestohlener Kunst auslaufen. Per Gesetz wurde er nun entfristet

von Sophie Albers Ben Chamo  23.04.2026

Vereinte Nationen

Welche Chancen hat Rebeca Grynspan?

Erstmals könnte eine Frau neue UN-Generalsekretärin werden. Mit im Rennen ist Rebeca Grynspan aus Costa Rica. Sollte sie gewählt werden, wäre sie auch die erste jüdische Person im Amt

von Michael Thaidigsmann  22.04.2026

London

Weitere Festnahmen nach Anschlägen auf jüdische Gemeinde

Binnen weniger Wochen werden mehrere jüdische Einrichtungen in London zum Ziel von Brandanschlägen. Nun meldet die Anti-Terror-Einheit der Polizei erneut Festnahmen

 21.04.2026