Polen

Auf den Leim gegangen

Foto: Flash 90

Der Rabbiner der jüdischen Gemeinde im polnischen Poznan kann offenbar kaum Hebräisch, kennt sich mit der jüdischen Tradition nicht wirklich gut aus und hat auch keine Smicha.

Das berichteten amerikanische und israelische Medien unter Berufung auf den polnischen Journalisten Krzysztof M. Kazmierczak, der in Poznan als Reporter für die Lokalzeitung »Glos Wielkopolski« arbeitet. Kazmierczak will herausgefunden haben, dass sich hinter Rabbi Jacoob Ben Nistell aus Haifa in Wirklichkeit Jacek Niszczota aus Ciechanow im Norden Polens verbirgt.

Überraschung In einem Interview, das Kazmierczak vor zwei Wochen mit Niszczota führte, soll dieser zugegeben haben, kein Rabbiner zu sein. Wie »Glos Wielkopolski« berichtete, sagte die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Poznan, Alicja Kobus, die auch Vizechefin des Verbands jüdischer Gemeinden in Polen ist: »Ich bin überrascht. Ich habe mir nie ein Dokument zeigen lassen. Er sagte, er komme aus Haifa, seine Mutter lebe noch immer dort, er habe einen israelischen Pass, und sein Sohn sei in der Armee.«

Kobus sagt, sie habe geglaubt, dass der Rabbiner »der sei, als der er sich ausgibt. Er konnte Hebräisch beten und kannte jüdische Bräuche«. Wie israelische Medien berichteten, soll Ben Nistell Gemeindeaktivitäten für Kinder und junge Erwachsene organisiert und an ökumenischen Gebeten mit Bischöfen teilgenommen haben. Im Namen der Gemeinde engagierte er sich im interreligiösen Dialog. Mit Journalisten wollte Rabbiner Jacoob Ben Nistell nicht über den Fall sprechen. ja

Irak

»Ich wurde von Idioten entführt«

903 Tage lang war die russisch-israelische Wissenschaftlerin Elizabeth Tsurkov als Geisel in der Gewalt pro-iranischer Terroristen. Dies ist ihre persönliche Feldstudie zur Brutalität autoritärer Regime

von Elizabeth Tsurkov  12.03.2026

Belgien

Steckt der Iran hinter dem Terroranschlag von Lüttich?

Ein Bekennervideo, das die Explosion vor der Lütticher Synagoge am frühen Montagmorgen zeigt, deutet auf einen islamistischen Hintergrund der Tat hin

 12.03.2026

Supercentenarians

Älteste Holocaust-Überlebende Mollie Horwitz wird 110 - oder gar 113

Mit 110 Jahren steigen Hochbetagte auf in die Gruppe der »Supercentenarians«, von denen es nicht viele auf der Welt gibt. Gehört Mollie Horwitz jetzt dazu oder schon seit drei Jahren, wie Wissenschaftler vermuten?

von Christiane Laudage  11.03.2026

Brüssel

Belgische Juden fordern Antisemitismusbeauftragten

Nach dem Sprengstoffanschlag auf die Synagoge von Lüttich verlangt der jüdische Dachverband CCOJB größere Anstrengungen der Politik im Kampf gegen Judenhass

 10.03.2026

Antisemitismus

Schweiz: Dauerbelastung durch Judenhass

In seinem Jahresbericht zum Antisemitismus verzeichnet der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) zwar einen Rückgang bei tätlichen Angriffen - aber einen massiven Zuwachs im Online-Bereich

von Michael Thaidigsmann  10.03.2026

Polen

Wenige Juden, viele Debatten

Jüdisches Leben pendelt seit 1989 zwischen Sichtbarkeit und Verschwinden. Eine Begegnung mit dem früheren Dissidenten, Aktivisten und Publizisten Konstanty Gebert

von Nicole Dreyfus  09.03.2026

Chabad

Europäische Rabbiner tagen in Berlin

Die Hauptstadt ist seit Montag Treffpunkt von rund 180 Rabbinern aus ganz Europa

 09.03.2026

London

Iraner wegen Ausspähung jüdischer Einrichtungen verhaftet

Die Antiterroreinheit der Londoner Polizei hat in der Nacht zehn Personen festgenommen, darunter vier mutmaßliche Spione der Islamischen Republik

 06.03.2026

Großbritannien

Radikal pragmatisch

Ahmed Fouad Alkhatib arbeitet an einem palästinensischen Staat. Für den brauche es vor allem Frieden und Zusammenarbeit in der Region, sagt der Mann, der in Gaza und in den USA aufgewachsen ist

von Daniel Zylbersztajn-Lewandowski  04.03.2026