Frankreich

»Attacke aus langer Weile«

Pétanque-Kugeln Foto: imago/Winfried Rothermel

Frankreichs Juden atmen auf. Der Angriff auf eine 79-jährige Jüdin am vergangenen Dienstag im Pariser 11. Arrondissement war offenbar keine dezidiert antisemitische Tat.

Wie französische Medien meldeten, war die Frau verwundet worden, als sie vor dem Centre Maayan, einer liberalen Synagoge in der Rue Mouffle, stand und ein Unbekannter ihr von oben eine Metallkugel gegen den Kopf warf. Zeugen sagten, sie hätten nicht gesehen, woher oder von wem die Kugel geschleudert wurde.

Das Opfer wurde mit Kopfverletzungen ins Lariboisière-Krankenhaus gebracht und nach umfangreichen neurologischen Untersuchungen wieder entlassen.

Pétanque-Ball Wie sich jetzt herausstellte, handelte es sich bei dem vermeintlichen Angreifer um einen 12-jährigen Jungen, der, wie er der Polizei sagte, »aus langer Weile« einen Pétanque-Ball aus dem Fenster geworfen hatte – der die Frau traf.

Er sei »ein Kind aus einer guten Familie«, berichtet die Pariser Boulevardzeitung »Le Parisien«. »Seine Eltern sind Lehrerin und Psychologe« – er habe aber »einige Schwierigkeiten«.

Der Präsident des Nationalen Büros für Wachsamkeit gegen Antisemitismus (BNVCA), Sammy Ghozlan, sagte im Gespräch mit Journalisten: »Die verwirrten Eltern des Jungen haben sich bei den Mitgliedern des Gemeindezentrums entschuldigt.« ja

USA

Ginsburgs Leichnam im US-Kapitol aufgebahrt

Ruth Bader Ginsburg ist die erste Frau und die erste Jüdin, die die Ehre »Lie in State« erhält

 25.09.2020

USA

Kol Nidre in der Natur

In Kalifornien entwickeln kleine jüdische Gruppen alternative Rituale für Jom Kippur

von Jessica Donath  25.09.2020

Jüdisches Filmfestival Wien

Filme gegen das Vergessen

Vom 7. bis 21. Oktober werden in der österreichischen Hauptstadt zahlreiche Streifen jüdischer Filmemacher gezeigt

 25.09.2020

USA

Donald Trump wird am Sarg von Ruth Bader Ginsburg ausgebuht

»Wählt ihn ab!«, skandierte eine Gruppe von Leuten

 24.09.2020

Amsterdam

Schulfreundin Anne Franks legt Stein für Schoa-Mahnmal

Die 91-jährige Jacqueline van Maarsen legte den ersten von 102.000 Namenssteinen zur Erinnerung an niederländische Schoa-Opfer

 24.09.2020

Schweiz

Hoher Preis

Die Große Synagoge Basel soll nach dem Gründer einer Privatbank benannt werden – und dafür 1,5 Millionen Franken erhalten

von Peter Bollag  24.09.2020

USA

Jung und ahnungslos

Laut einer Studie wissen Amerikaner zwischen 18 und 39 sehr wenig über die Schoa

von Michael Thaidigsmann  24.09.2020

Antisemitismus

»Das Thema hat oberste Priorität«

Katharina von Schnurbein über europaweite Initiativen gegen Judenfeindschaft

von Michael Thaidigsmann  24.09.2020

USA

Ein Leben für die Gerechtigkeit

Zum Tod der Obersten Bundesrichterin und Frauenrechtlerin Ruth Bader Ginsburg

von Sebastian Moll  24.09.2020