Black Lives Matter

Angriffe auf jüdische Einrichtungen

Ein brennendes Fahrzeug in Kenosha - seit den Schüssen auf Jacob Blake kommt die Stadt in Wisconsin nicht mehr zur Ruhe. Foto: imago

In Newark, im US-Bundesstaat Delaware, brach am späten Dienstagabend ein Feuer in einem jüdischen Zentrum aus, das zwar kurz darauf gelöscht werden konnte, aber einen Sachschaden von bis zu 200.000 Dollar verursachte. Die Behörden gehen von Brandstiftung aus. Das Chabad Center for Jewish Life ist eines von 180 jüdischen Häusern der Chabad-Lubawitsch-Bewegung an amerikanischen Universitäten und befindet sich auf dem Campus der Universität von Delaware in Newark.

Über das möglich Motiv der Brandstiftung ist allerdings bislang nichts bekannt. Am Mittwoch sagte ein Offizieller der Feuerwehr der Nachrichtenseite »Delaware Online«, man habe bislang keine Anzeichen für ein Hassverbrechen festgestellt, stehe aber noch am Anfang der Ermittlungen.

WISCONSIN Unterdessen hat offenbar ein Anhänger der Bürgerrechtsbewegung Black Lives Matter (BLM) mit einer Spraydose die Worte »Free Palestine« (Freiheit für Palästina) an die Außenwand einer Synagoge in der Stadt Kenosha im US-Bundesstaat Wisconsin gesprüht. Das berichteten mehrere Medien in den USA unter Berufung auf einen Reporter der konservativen Nachrichtenseite »Townhall«.

Dieser hatte am Donnerstag auf Twitter Videos eines nächtlichen Protestmarschs gegen Polizeigewalt von BLM-Aktivisten gepostet und gesagt, einer von ihnen habe mit einer Sprühdose den Slogan auf die Synagoge gesprüht. Vor einigen Tagen war in Kenosha der 29-jährige unbewaffnete Schwarze Jacob Blake von Polizisten sieben Mal in den Rücken geschossen worden. Am Dienstagabend kam es daraufhin zu schweren Ausschreitungen in der Stadt, bei denen zwei Menschen erschossen wurden.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

SOLIDARITÄT Die Rabbinerin Dena Feingold von der betroffenen Gemeinde Beth Hillel sagte, die Schmierereien an der Synagoge seien nicht repräsentativ für die Mehrzahl der Protestierenden. »Wir stehen für Gerechtigkeit für alle unterdrückten Menschen. Wir unterstützen die Black-Lives-Bewegung, und wir wissen auch, dass eine einzelne Person mit einer Sprühdose in der Hand nicht stellvertretend steht für eine ganze Sache«, so Feingold gegenüber dem Nachrichtendienst JNS.

Auch die Milwaukee Jewish Federation zeigte sich in einer Stellungnahme solidarisch mit Blake und der BLM-Bewegung und beklagte die »toxischen Effekte«, die systematischer Rassismus in den USA habe und die nicht nur Schwarze betreffe, sondern auch braune und jüdische Menschen. mth

Österreich

Hamas-Narrative im ORF?

Für die Österreichische Medienbehörde ist klar, dass der ORF den Krieg im Gazastreifen in einer ausgestrahlten TV-Dokumentation verzerrt hat

von Nicole Dreyfus  30.03.2026

Porträt

Challa vom Prinzen

Idan Chabasov wurde mit seinen kunstvollen Zopfkreationen auf Instagram berühmt. Sein simples Rezept: Mehl, Wasser, Hefe und Verbundenheit zur jüdischen Gemeinschaft. Seine ersten Challot hat er in Berlin gebacken

von Nicole Dreyfus  29.03.2026

Gesa Ederberg

»Globaler und vielfältiger«

Die Berliner Rabbinerin über ihre neue Präsidentschaft der »Rabbinical Assembly«, amerikanische Kollegen und europäischen Elan

von Mascha Malburg  29.03.2026

Großbritannien

Wegen Hamas-Lob: Polizei nimmt Ärztin zum fünften Mal fest

Immer wieder machte die britisch-palästinensische Medizinerin Rahmeh Aladwan mit antisemitischer Hetze von sich reden. Doch auch dieses Mal wurde sie nicht in Haft genommen

 27.03.2026

Krieg gegen Iran

USA könnten Abfangraketen für die Ukraine nach Nahost umleiten

Schicken die USA für die Ukraine vorgesehene Rüstungsgüter in den Nahen Osten? Ein Bericht der »Washington Post« sorgt Aufsehen - vor allem, weil eine Nato-Initiative betroffen sein könnte

 26.03.2026

Großbritannien

Angriff auf Ambulanzen

Eine iranisch-islamistische Terrorgruppe bekennt sich zu einem Anschlag auf den jüdischen Rettungsdienst Hatzola

von Daniel Zylbersztajn-Lewandowski  25.03.2026

London

Nach Brandanschlag: König Charles übernimmt Schirmherrschaft für jüdische Sicherheitsorganisation

Das Engagement des Monarchen für »Toleranz, Inklusion und interreligiöses Verständnis« passe eng zur Arbeit des Community Security Trust, so die Organisation

 25.03.2026

Nachruf

Chuck Norris ist doch sterblich

Der Actionstar und Meme-König wurde 86 Jahre alt. Und war immer ein großer Freund Israels

von Sophie Albers Ben Chamo  25.03.2026

Russland

Kleines Haus, große Herausforderung

Einst trugen Schoa-Überlebende in Sankt Petersburg eine Ausstellung zusammen. Nun ist daraus ein Museum geworden, das auch jungen Menschen die jüdische Geschichte näherbringt

von Polina Kantor  24.03.2026