Nahost

Zweite Phase des Waffenstillstandes: Israel besteht auf Entwaffnung der Hamas

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Foto: copyright (c) Flash90 2025

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Zweite Phase des Waffenstillstandes: Israel besteht auf Entwaffnung der Hamas

Wird es der Regierung gelingen, alle Geiseln zu retten und ihre Forderungsliste durchzusetzen? Familien der in Gaza verbleibenden Geiseln befürchten, dass sie scheitert

von Imanuel Marcus  19.02.2025 13:07 Uhr

In einer Kabinettssitzung hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seine Forderungen für die zweite Phase des Waffenstillstandsabkommens mit der Hamas dargelegt. Dazu gehört israelischen Medien zufolge eine Entwaffnung der Terrororganisation. Auch dürfen deren Mitglieder laut Netanjahu nicht mehr in Gaza präsent sein.

Der TV-Sender »Kan News« berichtete, Israel werde zudem verlangen, dass die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) nicht an der nächsten Regierung des Gazastreifen beteiligt ist. Diese Forderung ist nicht komplett neu, enthält jedoch eine größere Bedeutung, auch da ein Ende des Krieges näher gerückt sein könnte.

Für die zweite Phase des Abkommens, über die ursprünglich bereits seit dem 3. Februar hätte verhandelt werden sollen, verlangt Netanjahu zusätzlich eine komplette Demilitarisierung Gazas. Die neue amerikanische Regierung könnte seine Forderungen komplett unterstützen. Bereits getätigte Aussagen von Präsident Trump und Außenminister Rubio deuten darauf hin.

Verlängerung möglich

Rubios israelischer Kollege Gideon Sa’ar hatte zuvor gesagt, die Verhandlungen sollten diese Woche beginnen. Eine Freilassung aller in Gaza verbleibenden Geiseln ist im Rahmen der zweiten Phase vorgesehen. Laut Sa’ar wird Israel die Präsenz jedweder Terrorgruppen in dem Küstenstreifen grundsätzlich nicht akzeptieren.

Sollte die Hamas dafür sorgen, dass konstruktive Verhandlungen geführt würden, so sei eine Verlängerung der Waffenruhe möglich, fügte Minister Sa’ar jedoch hinzu.

Beobachter sehen eine Gratwanderung, die die Jerusalemer Regierung mit diesen Positionen wird vollziehen müssen. Ob es Netanjahu gelingen kann, zugleich eine Freilassung aller verbleibenden Geiseln und eine Entwaffnung der Hamas durchzusetzen, ist fraglich.

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Dermer leitet Delegation

Zeitungen in Israel berichten, die Verhandlungsdelegation der Regierung habe bisher kein grünes Licht für eine Reise zu den Verhandlungen in Doha bekommen. Zuvor will Netanjahu demnach ein weiteres Treffen mit den israelischen Beteiligten ansetzen. Auch soll offenbar gewartet werden, bis der Nahostgesandte von Trump, Steve Witkoff, wieder in Israel eintrifft.

Diesmal soll die Verhandlungsdelegation von Ron Dermer, dem Minister für Strategische Angelegenheiten, geleitet werden. Bisher waren zumeist die Chefs des Schin Bet und des Mossad verantwortlich gewesen.

Die Familien der Geiseln vertrauen Dermer offenbar nicht komplett. Ihre Befürchtung: Als Hardliner, der auf einer kompletten Zerschlagung der Hamas besteht, bevor der Krieg beendet werden kann, könnte er eine Freilassung der verbleibenden Geiseln verschleppen oder gar unmöglich machen.

Freilassung gegen Entlassung

In der zweiten Phase geht es um 59 Geiseln, die sich voraussichtlich nach dem kommenden Wochenende noch in der Gewalt der Hamas befinden werden. Von ihnen sind nach israelischen Angaben 24 am Leben und 35 tot. Berichten zufolge ist die Hamas bereit, alle Geiseln auf einmal freizulassen.

Unklar ist noch, was die Terroristen dafür verlangen. Neben einer Entlassung vieler palästinensischer Häftlinge könnten die Hamas-Anführer auf einem Ende des Krieges bestehen. Dies kommt für Netanjahu und Dermer nicht infrage.

Der israelische Fernsehsender Kanal 12 berichtet, die Streitkräfte seinen dabei, eine Fortsetzung des Krieges vorzubereiten, für den Fall, dass die Verhandlungen scheitern. Viele Soldaten sammeln sich demnach momentan an der Grenze zu Gaza. Kriegsgerät wird aufgefahren. Neben der Vorbereitung erfüllen diese Maßnahmen einen weiteren Zweck, nämlich eine Erhöhung des Drucks auf den palästinensischen Terror.

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