Wetter in Israel

Zehntausende sitzen im Dunkeln

Bis Donnerstag soll es noch regnerisch und stürmisch bleiben. Foto: Flash90

Nach den heftigen Regenstürmen am Sonntag waren am Montagmorgen noch etwa 50.000 Haushalte ohne Strom. Bürger und Medien werfen der staatlichen Israel Electric Corporation (IEC), dem einzigen Stromversorger des Landes, vor, aufgrund der schon seit Monaten andauernden Arbeitskämpfe nicht auf den Notfall vorbereitet gewesen zu sein – und der Gewerkschaft der IEC-Mitarbeiter, die Situation für eine Art Bummelstreik auszunutzen.

Notfallmodus Auch das Management des Stromversorgers hielt der Gewerkschaft genau das vor – und zog prompt vor das Arbeitsgericht. Dieses entschied noch am Sonntag, die Angestellten hätten für die kommenden 72 Stunden in dem vom Management angeordneten Notfallmodus zu arbeiten, um die beschädigten Stromleitungen so schnell wie möglich zu reparieren. Seit einem Jahr befindet sich die Gewerkschaft im Clinch mit dem Energieunternehmen wegen einer geplanten Teilprivatisierung.

Für den Nachmittag wurde erwartet, dass sämtliche Haushalte wieder an das Stromnetz angeschlossen würden. Regen und vereinzelte Stürme gehen derweil weiter, Meteorologen sagen zudem einen ungewöhnlich kalten Winter voraus.

Überflutung Sturm und Regen hatten weite Teile Israels ins Chaos gestürzt. Der kräftige Wind riss Bäume und Strommasten um. Straßen, vor allem im Süden Israels, waren überflutet, und der wetterbedingte Stromausfall betraf zahllose Haushalte – 200.000 Personen allein in der Sharon-Region nördlich von Tel Aviv.

Die Bewohner der Stadt Raanana etwa mussten zwölf Stunden lang ohne Strom auskommen. Ein Mann starb infolge des Unwetters, 20 Personen erlitten Verletzungen. ja

Hintergrund

Israel über Guterres: »Sind mit diesem Generalsekretär fertig«

Die Beziehungen zwischen Israel und dem bald aus dem Amt scheidenden UN-Generalsekretär António Guterres sind auf einem neuerlichen Tiefpunkt. Dabei hatte alles ganz anders begonnen

von Michael Thaidigsmann  29.05.2026

Tourismusbranche

Trotz anhaltender Konflikte: Israel wirbt wieder verstärkt um Touristen

Eine Werbeoffensive in Nordamerika soll ausländische Urlauber zurückholen

 29.05.2026

Spendensammlung

Nova-Massaker: Gedenkstätte bei Re’im bittet um Spenden für Fertigstellung

Täglich kommen Tausende Menschen zu der provisorischen Anlage nahe der Gaza-Grenze. Der Gedenkort für 378 von Terroristen ermordete Menschen soll nun ausgebaut werden

 29.05.2026

Jordantal

Netanjahu: Israel wird 70 Prozent des Gazastreifens kontrollieren

Auch bestätigt der Ministerpräsident erstmals öffentlich, israelische Bodentruppen hätten während der jüngsten Operationen im Südlibanon den Litani-Fluss überschritten

 29.05.2026

Meinung

Kein Boykott – nur Abscheu

Die irische Schriftstellerin Sally Rooney möchte ihren neuesten Roman doch auf Hebräisch übersetzen lassen. Zuvor sortiert sie aber Israelis aus - und das Mitgefühl gleich mit

von Sabine Brandes  29.05.2026

Gesellschaft

Charedische Wehrdienstverweigerer erstmals festgenommen

Ultraorthodoxe Regierungspolitiker rufen zum Boykott der Polizei auf, nachdem die Behörden härter gegen Wehrdienstverweigerer vorgehen

von Sabine Brandes  28.05.2026

Ungelöster Fall

Wo ist die kleine Haymanut?

Mehr als zwei Jahre nach dem Verschwinden des Mädchens schaltet sich der Schin Bet ein – begleitet von wachsendem Druck auf Polizei und Regierung.

von Sabine Brandes  28.05.2026

New York/Jerusalem

Israel kritisiert Aufnahme in UN-Bericht zu sexueller Gewalt

Der israelische UN-Botschafter Danny Danon sagt, der Eintrag stelle »einen moralischer Skandal und einen vollständigen Zusammenbruch jeglicher Glaubwürdigkeit der Vereinten Nationen« dar

 28.05.2026

Wissenschaft

Israelische Forscher stoppen Alterungsprozess

Wissenschaftlern der Bar-Ilan-Universität gelingt es, zentrale Alterungsprozesse in Mäuselebern rückgängig zu machen. Ziel der Forschung ist es, gesundes Altern zu fördern

 28.05.2026