Israelischer Schoa-Überlebender

Yisrael Krystal ist ältester Mann der Welt

Yisrael Krystal aus Haifa Foto: dpa

Als der 112-jährige Yisrael Krystal aus Haifa erfuhr, dass er womöglich der älteste Mann der Welt ist, soll er laut der israelischen Tageszeitung Haaretz auf Jiddisch ausgerufen haben: »Die Freude meiner alten Tage«.

Sein Enkel Oren hatte am Mittwoch eine E-Mail von der Gerontology Research Group (GRG) mit dem Hinweis, sein Großvater sei nun erster Anwärter auf den Altersrekord. Die internationale Wissenschaftsvereinigung verifiziert und erforscht das Alter von Personen mit einem Alter von mindestens 110 Jahren und teilt sie anschließend der Organisation für Guinness Weltrekorde mit.

guinnessbuch In der E-Mail setzte GRG die Familie davon in Kenntnis, dass der bisherige Rekordhalter, der Japaner Yasutaro Koide, am 19. Januar im Alter von 112 Jahren an Herzversagen in Nagoya gestorben war.

Krystal hatte am 15. September 2015 seinen 112. Geburtstag gefeiert. Laut GRG gibt es niemanden, der nachweisen kann, dass er älter ist.

Doch bis der hochbetagte Haifaer einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde erhalten kann, stehen ihm einige bürokratische Hürden bevor. So muss etwa sein Geburtsnachweis aus den ersten 20 Lebensjahren stammen. Krystals frühestes Dokument jedoch ist seine Heiratsurkunde, die vor 87 Jahren in Polen ausgestellt wurde – damals war er 25 Jahre alt.

kindheit Geboren wurde der 112-Jährige 1903 in Zarnow bei Lodz in Polen. In einem früheren Interview mit Haaretz beschreibt der gelernte Konditor seine Kindheit als streng-religiös: »Mein Vater weckte uns jeden Morgen um fünf Uhr zum Unterricht.«

Im Alter von drei Jahren lernte der kleine Yisrael Hebräisch im Cheder, mit vier Jahren begann er Tora und mit sechs Jahren Mischna zu studieren.

Als Jugendlicher trat er in den Konditoreibetrieb seines Vaters ein. Seine Tätigkeit als Bäcker übte er auch dann aus, als die Nazis 1940 in Lodz das Ghetto errichteten.

schoa Krystal überlebte das Ghetto Lodz und das Vernichtungslager Auschwitz. 1950 wanderte er nach Israel aus. In Haifa nahm er das erlernte Konditor-Handwerk wieder auf und spezialisierte sich auf likörgefüllte Schokoladenfläschchen und kandierte Orangenschalen mit Schoko-Überzug.

Ein Rezept für ein langes Leben hat der 112-Jährige nicht. Jeder Mensch habe sein eigenes Schicksal, und das werde »im Himmel« entschieden, sagte er Haaretz.

Wahlen

Die Herausforderer von Premier Netanjahu

Der einstige Premier Naftali Bennett und Ex-Generalstabschef Gadi Eizenkot holen in Umfragen auf

von Sabine Brandes  12.04.2026

Nahost

Friedensgespräche im Raketenhagel

Während die Regierungen von Israel und dem Libanon verhandeln wollen, feuert die schiitische Terrororganisation Hisbollah weiter Geschosse auf den Norden ab

von Sabine Brandes  12.04.2026

Kommentar

Empathie für alle?

Dunja Hayali hat zu mehr Mitgefühl mit Betroffenen von Kriegen aufgerufen. Zurecht. Was in den deutschen Medien jedoch kaum vorkommt: das Leid der Israelis, die unter dem ständigen Beschuss der Hisbollah stehen

von Jenny Havemann  10.04.2026

Jerusalem

Israeli soll für Iran Anschlag auf Naftali Bennett geplant haben

Ein 22-jähriger Israeli soll für den iranischen Geheimdienst einen Anschlag auf Ex-Premier Naftali Bennett geplant und Sprengstoff hergestellt haben. Die Polizei ermittelt gegen mehrere Verdächtige

 10.04.2026

Beirut

Hisbollah-Chef: Machen weiter »bis zum letzten Atemzug«

Während die libanesische Regierung an Verhandlungen mit Israel arbeitet, zeigt sich die Hisbollah unbeeindruckt: Es sei nicht die Zeit, um Zugeständnisse zu machen, betont ihr Anführer

 10.04.2026

Iran-Krieg

Israel vermeldet insgesamt 31 Kriegstote und 7500 Verletzte

Nach der Waffenruhe zieht Israel eine erste Bilanz des Krieges mit dem Iran – die IDF spricht von einer erfolgreichen Kampagne

 10.04.2026

Iran-Krieg

Hält die Waffenruhe?

In Pakistan wollen die USA und der Iran ab heute über eine dauerhafte Friedenslösung beraten. Doch vorab gibt es bereits Streit über wichtige Punkte

 10.04.2026 Aktualisiert

Iran-Krieg

Europa darf Israel nicht im Stich lassen

Während die USA und Israel der Bedrohung durch das Mullah-Regime militärisch begegneten, standen die Europäer an der Seitenlinie und übten Kritik. Die nun herrschende Feuerpause gibt ihnen Gelegenheit, ihre Haltung zu überdenken

von Rafael Seligmann  10.04.2026

Modschtaba Chamenei

Wo ist der neue Ayatollah?

Der »Oberste Führer« des Iran ist seit seiner Wahl nicht öffentlich aufgetreten. Ist er noch am Leben?

von Sabine Brandes  07.04.2026