Jerusalem

Yad Vashem fordert ersteigerte Hitler-Gegenstände

Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem Foto: imago images/Cavan Images

Die Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem erhebt Anspruch auf die vergangene Woche durch einen libanesischen Geschäftsmann ersteigerten Hinterlassenschaften Adolf Hitlers.

»Die Mörder waren Teil der Geschichte des Holocaust, und um einen verzerrten Gebrauch ihrer Gegenstände wie Handel oder Personenkult zu verhindern, sollten sie bei Yad Vashem aufbewahrt werden«, heißt es in einer Stellungnahme der Gedenkstätte gegenüber der Tageszeitung Haaretz (Dienstag). Der Käufer hatte zuvor die Übergabe der Gegenstände an Israel in Aussicht gestellt.

gedenken Yad Vashem sei für »das Gedenken an die Ereignisse und das Sammeln von Gegenständen dieser Zeit verantwortlich«, hieß es. Während die Gegenstände von Holocaust-Opfern einen »wichtigen moralischen Wert« hätten, bestehe das Ziel der Sammlung von Nazi-Gegenständen darin, »das gesamte Phänomen zu zeigen und die, die hinter den Morden standen«.

Das Sammeln und Zeigen von NS-Gegenständen diene als »ein Beispiel dafür, wie eine menschliche Gesellschaft eine Ideologie schuf, die zum systematischen Mord an einem anderen Volk führte«, so Yad Vashem gegenüber der Zeitung.

keren hayesod Der Geschäftsmann Abdallah Chatila hatte Medien zufolge angekündigt, zehn auf einer umstrittenen Versteigerung erworbene Hinterlassenschaften Hitlers im Gesamtwert von 600.000 Euro an die Stiftung Keren Hayesod zu übergeben. Unter den ersteigerten Dingen befinden sich Hitlers Faltzylinder, seine Schreibmaschine sowie eine Ausgabe von Mein Kampf.

Die Stiftung kündigte laut Berichten an, die Auktionsstücke »mit großer Sorgfalt« zu behandeln sowie mit allen relevanten Einrichtungen zu entscheiden, was mit ihnen zu tun sei.  kna

Diplomatie

Kolumbien erkennt Israels Souveränität über den Golan an

Die neue Regierung in Bogotá will auch die kolumbianische Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen. Unterdessen hat Israel Soforthilfe für die Opfer des schweren Erdbebens in Kolumbien zugesagt

 10.08.2026

Medien

Wo steckt die palästinensische Opposition?

Zwei taz-Essays erzählen eindringlich von palästinensischer und muslimischer Entfremdung in Deutschland. Sie lassen zugleich einen entscheidenden blinden Fleck im Nahostkonflikts unerwähnt

von Leeor Engländer  10.08.2026

Archäologie

Die Fingerabdrücke von Qumran

Wie Wissenschaftler mithilfe von Künstlicher Intelligenz den Schriftrollen vom Toten Meer ihre letzten Geheimnisse entlocken wollen

von Sabine Brandes  10.08.2026

Triest

Israelischer Physiker Haim Sompolinsky erhält renommierte Dirac-Medaille

Der in Dänemark geborene Wissenschaftler ist 76 Jahre alt und emeritierter Professor am Edmond and Lily Safra Center und der Hebräischen Universität Jerusalem

 10.08.2026

Umfrage

Weder Netanjahu-Lager noch Opposition erreicht Mehrheit

Eine neue Erhebung zeigt: Der Likud bleibt stärkste Kraft. Was würde das für eine Regierungsbildung bedeuten?

 10.08.2026

Nahost

Board of Peace: Gaza-Plan einzige Garantie für Verhinderung weiterer Hamas-Massaker

Der Sondergesandte Nikolai Mladenov sagt, entscheidend sei dabei nicht Vertrauen in die Hamas, sondern eine lückenlose Überprüfung konkreter Schritte zur Entwaffnung der Terrororganisation

 10.08.2026

Nahost

Israel erlaubt offenbar Wiederaufbau in von ihm kontrollierten Teilen des Gazastreifens

Nach einem Bericht des Radiosenders der Armee sollen Ministerpräsident Netanjahu und Verteidigungsminister Katz die Arbeiten bereits vor rund zwei Wochen gebilligt haben

 10.08.2026

Flüge

US-Airline nimmt Route Tel-Aviv-New York wieder auf

Pünktlich zu Rosch Haschana gibt es wieder Direktflüge zwischen New York und Tel Aviv von anderen Anbietern als El Al

 09.08.2026

Jerusalem

Likud attackiert Wahlgremium

Der Likud protestiert gegen neue Mitglieder im unabhängigen Wahlgremium. Experten sehen darin einen möglichen Auftakt dazu, die Wahlergebnisse im Oktober nicht anzuerkennen

 09.08.2026