Jerusalemer Buchmesse

Woche der Bücherwürmer

Laut zentralem Statistikbüro schmökern in Israel generell mehr Frauen als Männer. Foto: Flash 90

Überall stehen wieder die Tische, vollgepackt mit literarischen Werken für Erwachsene und Kinder, überall werden Veranstaltungen, Lesungen und Konferenzen abgehalten. Die 56. Jerusalemer Buchwoche hat begonnen. Zehn Tage lang feiert Israel das gedruckte Wort im ganzen Land. Es ist ein Fest für Bücherwürmer.

Die Messe des hebräischen Buches und die internationale Buchwoche werden zusammen in der First Station von Jerusalem abgehalten. Gewinner des Jerusalem-Preises, der für den besonderen Einsatz für die Freiheit des Individuums in der Gesellschaft verliehen wird, ist in diesem Jahr der Norweger Karl Ove Knausgård.

Autobiografie Der Schriftsteller ist besonders bekannt geworden durch seine sechsteilige autobiografische Buchserie, in der er sich auf die Suche nach seinem eigenen Ich macht. »Er tut dies auf unerschrockene, akribische und tiefgründige Weise«, schreibt das Preisverleihungskomitee. »Für dieses künstlerische Handwerk und die Erhebung der normalen Leben von normalen Menschen sind wir stolz, Knausgård mit dem Jerusalem-Preis ehren zu dürfen.«

Jährlich zur Buchmesse gibt das zentrale Statistikbüro (CBS) aktuelle Zahlen heraus. Darüber hinaus veröffentlichte die OECD eine Studie, die das Leseverhalten in 32 Nationen untersuchte. Israel landete im Mittelfeld: auf Platz 15. Am besten schnitten England und Neuseeland ab, wo mehr als die Hälfte der Menschen mindestens einmal pro Woche liest. In Russland sind es 44,9 Prozent, in Deutschland 42,8.

Statistik Nach dem CBS schmökern in Israel generell mehr Frauen als Männer. 34 Prozent der Israelinnen greifen mindestens einmal pro Woche zum Buch, bei den männlichen Leseratten sind es lediglich 34 Prozent. Ein Fünftel der Bevölkerung liest täglich, während 29 Prozent aller Einwohner nach eigenen Angaben niemals ein Buch zur Hand nehmen.

Gerade deshalb ruft die Vereinigung der Verleger in Israel die Bevölkerung auf, die Buchwoche mit ihren Aktionen und den Zigtausenden von vorgestellten Werken zu besuchen. Viele Bücher werden bei den Veranstaltungen zu Sonderpreisen verkauft. »Die Buchwoche gehört zum israelischen Leben einfach dazu«, sagt Amnon Ben-Schmuel, der Direktor der Vereinigung. »Sie hat uns schon immer, in guten wie in schlechten Zeiten, begleitet.«

Deutschland

Schoa-Überlebende und Antisemitismusbeauftragte rechnen mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und Maha El Hissy ab

Die Hintergründe

 09.09.2026 Aktualisiert

Kommentar

Warum der Börsenverein des Deutschen Buchhandels nie wieder »Nie wieder!« sagen sollte

Wer Antisemitismus nur dort bekämpft, wo es bequem ist, bekämpft ihn nicht – und wer wie im Fall Maha El Hissy konkrete Vorwürfe nicht ernsthaft prüfen will, sollte aufhören, zu erklären, wie ernst er diesen Kampf nimmt

von Andreas Büttner  09.09.2026 Aktualisiert

Verteidigung

Nach Deal über VW-Werk: Israelische Rüstungsunternehmen wollen noch mehr in Deutschland investieren

Rafael und Elbit wollen die deutsch-israelische Zusammenarbeit bei der Produktion von Abwehrraketen und anderem Militärgerät erheblich ausweiten. Covenant will in Sachsen Marschflugkörper produzieren

 09.09.2026

Nachrichten

Basketball, Ärzte, Straßenbahn

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  09.09.2026

Mascha Malburg und Joshua Schultheis

In eigener Sache

Mascha Malburg und Joshua Schultheis werden mit dem Georg-Stefan-Troller-Preis ausgezeichnet

Die Redakteurin der Jüdischen Allgemeinen und der freie Mitarbeiter erhalten die Auszeichnung für ihre Interviewreihe mit Juden aus Deutschland

 09.09.2026

Tourismus

Chinesische Influencer für Israel

Vor dem Krieg reisten jährlich rund 150.000 Besucher aus dem Reich der Mitte in den jüdischen Staat. Die Regierung versucht nun, diese Zielgruppe zurückzugewinnen

von Sabine Brandes  09.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  09.09.2026

26. Knesset

Die Unentschiedenen könnten die Wahl entscheiden

38 Parteien treten zur Knesset-Wahl an. Umfragen zufolge herrscht zwischen den Blöcken um Premier Netanjahu und der Opposition ein enges Patt

von Sabine Brandes  09.09.2026

Taglit

Emotionales Bootcamp mit Lior Raz

Israels Superstar kam kurz vor dem Start der fünften »Fauda«-Staffel nach Berlin, um sich für »Birthright« starkzumachen. Und für einen optimistischeren jüdischen Staat

von Sophie Albers Ben Chamo  09.09.2026