EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 49 Sitze

Interview

»Wir sehen das Potenzial«

Herr Fattal, Sie haben in Deutschland soeben ein erhebliches Investment getätigt. Es ist die Rede von einem der größten europäischen Hoteldeals der vergangenen Jahre. Worum geht es konkret?
Wir haben die Queens Moat Houses Holding übernommen. Dabei handelt es sich um 20 Häuser – darunter Holiday Inn und Best Western Hotels – mit 4000 Zimmern in verschiedenen deutschen Städten. Damit sind wir jetzt in 20 Orten in Deutschland vertreten. Alle Häuser sind im Vier-Sterne-Bereich. Das Investemt entspricht unseren Expansionsplänen, die Hotels ergänzen unser Portfolio sehr gut.

Um welches finanzielle Volumen ging es?
Es heißt, es seien 300 Millionen. Ich kann sagen: Es ist etwas weniger. Wir finanzieren alles mit internationalen Investoren.

Warum investieren Sie in Deutschland?
Wir arbeiten sehr gerne hier. Es herrscht dieselbe Businesskultur wie in Israel. Die Menschen arbeiten viel, sind zielstrebig. Bei Geschäftskontakten weiß man genau, woran man ist, und kennt die Abläufe. Deshalb kamen wir hierher und gingen beispielsweise jetzt nicht nach Osteuropa.

Bauen Sie Ihre Kette in Deutschland auf Kosten von Investitionen in Israel aus?
Wir sind in Israel mit Hotels an sieben Standorten vertreten, daher schon etwas limitiert. Aber wir werden in den kommenden zwei Jahren noch Häuser in Herzlija, Netanja und hoffentlich noch eines in Tel Aviv eröffnen.

Was macht Deutschland, und speziell Berlin, für israelische Investoren so attraktiv?
Berlin ist keine teure Stadt, also ideal für Immobilieninvestitionen. Wir Israelis sehen das Potenzial. Als wir hier vor sieben Jahren unsere Tätigkeit aufnahmen, gehörte die deutsche Wirtschaft zu den schwächsten in Europa. Jetzt ist sie die stärkste. Statt unsere Investments in Frankreich, Spanien oder Italien zu platzieren, haben wir uns für Deutschland entschieden – und bisher lagen wir richtig.

Es gibt Boykottdrohungen gegen israelische Hersteller und Importeure. Sind Sie schon einmal auf politische Vorbehalte gestoßen?
Ich glaube, Business hat nicht so viel mit Politik zu tun. Besonders das Tourismusgeschäft ist wenig davon betroffen. Wir spüren hier keine antiisraelischen Vorbehalte.

Mit dem Eigentümer der Fattal Hotels Group und Leonardo Hotels sprach Detlef David Kauschke.

Analyse

Israel steckt mal wieder im Patt

Der rechte Block gewinnt bei der Auszählung an Boden. Doch weder Regierungslager noch Opposition haben eine klare Mehrheit – und die arabischen Parteien werden zum entscheidenden Faktor

von Sabine Brandes  28.10.2026

Jerusalem

Demokraten-Chef fordert Koalition mit arabischen Parteien

Bei Israels Richtungswahl liegt Netanjahus Lager vorn, verfehlt aber die Mehrheit. Der Chef der Linksliberalen fordert eine Koalition der Opposition mit Beteiligung arabischer Parteien

 28.10.2026

Jerusalem

Israels Wahlergebnis bleibt offen, mehr als die Hälfte der Stimmen ausgezählt

Mit wie vielen Sitzen kann das Netanjahu-Lager rechnen? Wie sieht das bisherige Ergebnis der Opposition aus?

 28.10.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Bis zu 650.000 »Sonderstimmen« könnten Israels Wahlergebnis noch verändern

Die Stimmen von Soldaten, Reservisten und weiteren Wahlberechtigten, die nicht in ihrem regulären Wahllokal abstimmen konnten, müssen noch einbezogen werden

 28.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will rasch neue Regierung in Israel bilden

Netanjahus Lager verliert die Mehrheit, doch auch Ex-Militärchef Eisenkot kann mit seinem Lager nicht allein regieren. Dennoch erklärt er, schon bald eine Koalition schmieden zu wollen

 28.10.2026

Jerusalem

Vorfälle bei Parlamentswahl

Für die große Mehrheit der Israelis verlief der Wahltag friedlich. Es gab jedoch Einschüchterungsversuche und sogar Angriffe

 28.10.2026

Jerusalem

Benjamin Netanjahu bei Wahl vorn - aber ohne Mehrheit

Bleibt der heutige Ministerpräsident an der Macht? Oder kommt es zum Regierungswechsel? Der Politikveteran gibt sich in der Wahlnacht trotz unklarem Ausgang siegesgewiss

 28.10.2026 Aktualisiert

Analyse

Die Wahl bringt keinen klaren Sieger hervor - was nun?

Die Wahlbeteiligung war mit 77,7 Prozent die höchste seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Doch die richtungsweisende Wahl in Israel ergab zunächst kein klares Ergebnis. Wie geht es jetzt weiter?

von Sara Lemel  27.10.2026

Israel

Wahltag in Blau-Weiß

Bis zuletzt warben die Parteien vor den Wahllokalen um Stimmen - und von denen gab es viele zu holen: Die Wahlbeteiligung war so hoch wie seit 1988 nicht mehr. Ein 94-Jähriger gab seine Stimme mit letzter Kraft ab und starb kurz darauf

von Sabine Brandes  27.10.2026