Israel

Wieder Raketen auf den Süden

Palästinenser verbrennen Reifen aus Protest. Foto: Flash 90

Mehr als 20 Raketen sind am frühen Sonntagabend aus dem Gazastreifen auf den israelischen Süden gefeuert worden. Zehn wurden vom Raketenabwehrsystem »Iron Dome« abgefangen, erklärte die israelische Armee (IDF). Es gab keine Verletzten.

Schutzräume Die Sirenen schrillten in verschiedenen Gemeinden, die an Gaza angrenzen, sowie in den Städten Sderot und Aschkelon. Der Bürgermeister von Aschkelon erklärte, er werde die öffentlichen Schutzräume für die Bevölkerung öffnen.

Zuvor war es zu einer blutigen Auseinandersetzung zwischen israelischen Truppen und der Terrororganisation Islamischer Dschihad gekommen.

Nach Militärangaben hatten zwei extremistische Palästinenser versucht, eine Bombe in der Nähe der Grenze zu plazieren. Als die Soldaten das Feuer eröffneten, starb mindestens ein Palästinenser. Anschließend holte die IDF den Leichnam mit dem mechanischen Arm eines Bulldozers auf die israelische Seite. Ein Video davon wurde im Internet verbreitet.

An mehreren Orten im Gazastreifen brachen Proteste aus.

Die in der palästinensischen Enklave regierende Hamas erklärte, dass Israel verantwortlich sei für die »Ermordung des jungen Mannes«. Der Islamische Dschihad verkündete, »die Misshandlung des Toten zu rächen«. An mehreren Orten im Gazastreifen brachen anschließend Proteste aus. Viele Demonstranten forderten Rache an Israel.

Faustpfand Der israelische Verteidigungsminister Naftali Bennett rechtfertigte die Handlung der Armee und meinte, die sterblichen Überreste könnten als Faustpfand bei Verhandlungen mit der Hamas benutzt werden.

In der vergangenen Woche hatte die Regierung in Jerusalem die Zahl der Arbeitsgenehmigungen für Gaza-Bewohner auf 7000 erhöht, die höchste Zahl seit der Machtübernahme der Hamas in 2007. Außerdem wurde die Fischereizone auf 15 nautische Meilen ausgedehnt.

Premierminister Benjamin Netanjahu berief noch für denselben Abend eine Sitzung zur Sicherheitslage mit dem Verteidigungsminister und Stabschef Aviv Kochavi ein. Der Vorsitzende der Zentrumsunion Blau-Weiß, Benny Gantz, twitterte: »Netanjahu ist die Geisel der Hamas«.

Kommentar

Warum Dieter Nuhr den Leo-Baeck-Preis gerade jetzt verdient hat

Dass der Zentralrat der Juden den Kabarettisten ehrt, sendet ein wichtiges Signal weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus

von Ahmad Mansour  13.05.2026

Jerusalem

»New York Times« wegen Gastbeitrag massiv in der Kritik

Der Zeitung wird vorgeworfen, Israel gezielt zu diffamieren und gleichzeitig Erkenntnisse zu sexualisierter Gewalt der Hamas vom 7. Oktober zu ignorieren

 13.05.2026

Jerusalem

Charedische Parteien drohen Netanjahu mit Sturz der Regierung

»Von jetzt an werden wir nur noch das tun, was gut ist für das charedische Judentum und die Welt der Jeschiwot«, sagt Rabbiner Dov Lando von der Partei Partei Vereinigtes Tora-Judentum

 13.05.2026

Kultur

ESC bald ohne Israel?

Zwischen Europa und Asien: Diskussionen um Israels Zukunft beim Eurovision Song Contest

von Sabine Brandes  13.05.2026

Wien

Israel zieht ins Finale des ESC ein

Noam Bettan überzeugt mit seinem Lied »Michelle« Jury und Publikum. Unser Kolumnist hat sich den Auftritt ganz genau angesehen

von Martin Krauß  12.05.2026

Jerusalem

NGO Monitor: Gerald Steinberg gibt Leitung ab

Der amerikanisch-israelische Politikwissenschaftler gründete die Organisation vor einem Vierteljahrhundert. Olga Deutsch übernimmt 2027 die Leitung

 12.05.2026

Jerusalem

Minister Chikli verweigert YouTuber Tyler Oliveira Einreise nach Israel

Das israelische Ministerium für den Kampf gegen Antisemitismus erklärt, der Amerikaner habe »hetzerische Aussagen gegen Juden« verbreitet

 12.05.2026

Massaker vom 7. Oktober

Die Hamas nutzte sexuellen Terror gezielt als Waffe

Tausende unerträgliche Videos, Fotos und Zeugenaussagen: Ein neuer Bericht der Zivilkommission zeigt, wie systematisch die Terroristen Familien erniedrigen und zerstören wollten

von Sabine Brandes  12.05.2026

Hamas-Massaker

Ex-Geisel Rom Braslavski: »Schämt Euch«!

Nachdem Premier Netanjahu seine Schuld erneut relativiert, macht der junge Mann in der Knesset seinem Unmut Luft

von Sabine Brandes  12.05.2026