Korruption

Wie geht es weiter im Prozess gegen Netanjahu?

Benjamin Netanjahu im Gerichtssaal am 15. Oktober 2025. Foto: POOL

In der kommenden Woche erwarten den israelischen Premierminister vier Anhörungen im Strafprozess gegen ihn. In drei davon soll Benjamin Netanjahu selbst aussagen. Die Vorwürfe: Der Premier soll im großen Stil Geschenke gegen Gefälligkeiten angenommen und die Berichterstattung der größten israelischen Zeitung Yediot Ahronot beeinflusst haben.

Unterdessen ist unter Israels Parlamentariern der Streit um einen neuen Gesetzesentwurf entbrannt, der es der Regierungskoalition ermöglichen würde, den Prozess gegen Premier unbegrenzt zu verzögern. Der Entwurf wurde von einem rechtsextremen Abgeordneten der Partei von Minister Ben Gvir eingebracht und soll heute vom Ministerausschuss für Gesetzgebung geprüft werden.

Scharfe Kritik an neuem Gesetzesentwurf

Die israelische Generalstaatsanwaltschaft hatte den Gesetzesentwurf scharf kritisiert. Sie bezeichnete ihn als »verfassungswidrig« und behauptete, er würde den Grundsatz der Gleichheit vor dem Gesetz und die Unabhängigkeit der Justiz und der Strafverfolgungsbehörden schwer beeinträchtigen.

Opposition: Neuer Gesetzentwurf ist offenbar darauf ausgelegt, dem Premier zu helfen, sich der Justiz zu entziehen.

Mehrere oppositionelle Abgeordnete kritisierten, der Gesetzentwurf sei offenbar darauf ausgelegt, dem Premierminister zu helfen, sich der Justiz zu entziehen, und sei auf seine persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten.

»Angesichts der schwerwiegenden und fundamentalen Verletzung der Grundprinzipien eines demokratischen Regimes sowie der direkten Auswirkungen des Gesetzentwurfs auf die persönlichen Interessen des Premierministers ist der Vorschlag verfassungswidrig, muss abgelehnt und darf nicht weiterverfolgt werden«, heißt es in einem veröffentlichten Positionspapier.

Auch Benny Gantz entrüstet

Auch Oppositionspolitiker Benny Gantz sagte in einer Videobotschaft: »Einem politischen Gremium die Erlaubnis zu erteilen, einen Prozess zu stoppen, ist der Weg zu einem Land mit einem Gesetz für die ‚Herren‘ und einem anderen für die ‚Untertanen‘.«

Ein Journalist der israelischen Zeitung Haaretz analysierte, alles deute darauf hin, dass Netanjahu eine Begnadigung durch den Präsidenten Isaac Herzog erwirken will, um einer Verurteilung zu entgehen. Jedoch werden Begnadigungen in der Regel erst nach einem Gerichtsverfahren gewährt.

Der Minister für nationale Sicherheit Itamar Ben Gvir wehrte sich unterdessen gegen die Kritik und warf dem Generalstaatsanwalt vor, das Strafverfolgungssystem politisiert zu haben: »Immer wieder werden Anklagen gegen gewählte Amtsträger fabriziert und die Arbeit der Regierung routinemäßig gelähmt.« Er hoffe, dass die Kollegen im Ministerausschuss für Gesetzgebung »sich nicht einschüchtern lassen«. ja

Jerusalem

Israel Katz: Iranisches Volk soll Regierung stürzen

Israels Verteidigungsminister setzt auf einen Machtwechsel im Iran durch das iranische Volk. Eine Expertin sieht das unter den derzeitigen Bedingungen kritisch

 03.03.2026

Washington D.C.

Trump: Irans Raketen hätten schon bald USA treffen können

Laut Trump machte die Bedrohung durch den Iran den Krieg im Nahen Osten notwendig. Sogar das US-Kernland hätte demnach zur Zielscheibe werden können

 03.03.2026

Im Raketenhagel aus dem Iran

Bonbons im Bunker

In den Schutzräumen und Parkgaragen feiern Israelis spontane Purimfeiern. Die Stadtverwaltungen verteilen Süßigkeiten

von Sabine Brandes  03.03.2026

Tel Aviv

Israelisches Militär: bisher 600 Stellungen im Iran angegriffen

Seit Samstag greifen Israel und die USA Ziele im Iran an. Das israelische Militär hat nun eine bisherige Bilanz des Militäreinsatzes gezogen

 03.03.2026

Iran-Krieg

Israel greift Präsidentenbüro in Teheran an

Die Luftwaffe attackierte außerdem Orte, an denen der Sicherheitsrat tagt

 03.03.2026

Washington D.C.

USA fordern Bürger zur sofortigen Ausreise aus weiten Teilen des Nahen Ostens auf

Amerikaner sollen 14 Staaten umgehend verlassen. Israel gehört dazu

 03.03.2026

Demonstrierende schwenkten am Montag israelische und iranische Flaggen vor der israelischen Botschaft in Berlin und riefen „Danke, IDF!“.

Berlin

Zeichen gegen Teheran

Exil-Iraner demonstrierten vor Israels Botschaft in Berlin und drücken ihre Hoffnung auf einen Neuanfang aus

 03.03.2026

Nahost

Israel: So muss ein privater Schutzraum ausgestattet sein

Mehrmals täglich heulen die Sirenen. Israelis, die private Schutzräume haben, werden aufgefordert, diese gut vorzubereiten. Bestimmte Gegenstände sind Tabu

 03.03.2026

Israel

Luftraum bleibt vorerst geschlossen, Rückholaktion der El Al verzögert sich

Während 150.000 Passagiere im Ausland festsitzen, verzögert sich die Wiedereröffnung des Luftraumes für die zivile Luftfahrt

von Imanuel Marcus  03.03.2026 Aktualisiert