Corona-Pandemie

Wer darf nach Israel – und wer nicht?

Die sogenannte »grüne Liste«

Viereinhalb Millionen Besucher bereisten Israel 2019 – ein Rekord. Und dann, im Frühjahr dieses Jahres, war alles vorbei. Durch die Covid-19-Pandemie kam die Tourismusindustrie von Naharija bis Eilat komplett zum Erliegen. Noch immer sind ausländische Touristen in Israel nicht erlaubt. Offiziell sind bis zum 1.10. die Grenzen für sie zu.

FEIERTAGE Wann sie wieder geöffnet werden, ist derzeit nach offiziellen Angaben noch nicht klar. Einige meinen, es könnte nach den Hohen Feiertagen so weit sein, wenn die Zahlen der Neuinfektionen – die liegen derzeit noch immer bei rund 2000 pro Tag – zurückgehen. Offiziell bestätigt ist es nicht.

Zwar fliegen wieder einige Fluggesellschaften von und nach Israel, darunter Lufthansa, Delta und Aegean Airlines, doch momentan ist es lediglich israelischen Staatsangehörigen sowie in Israel lebenden Ausländern und Besuchern mit vorheriger Sondergenehmigung erlaubt, ins Land einzureisen.

Besonders verwirrend ist die Situation im internationalen Flugverkehr, da sie von den Covid-Infektionszahlen und daraus resultierenden Bestimmungen der verschiedenen Länder abhängt.

Da sich die Regeln und Vorgaben häufig ändern, gibt es nicht selten Fehlinformationen oder Angaben, die bereits am nächsten Tag nicht mehr gelten. Sogar offizielle Stellen wollen sich oft nicht festlegen und geben selten konkrete Auskunft. Besonders verwirrend ist die Situation im internationalen Flugverkehr, da sie von den Covid-19-Infektionszahlen und daraus resultierenden Bestimmungen der verschiedenen Länder abhängt.

In der vergangenen Woche veröffentlichte das Gesundheitsministerium in Jerusalem eine Liste mit 21 Ländern, die derzeit auf der Corona-Landkarte als grün eingezeichnet sind: Österreich, Italien, Estland, Bulgarien, Großbritannien, Georgien, Deutschland, Dänemark, Hong Kong, Ungarn, Griechenland, Jordanien, Lettland, Litauen, Neuseeland, Slowenien, Finnland, Kanada, Zypern, Kroatien und Ruanda. Die aktuelle Liste ist unter gov.il/en einzusehen und wird entsprechend der weltweiten Entwicklungen angepasst.

ZWISCHENSTOPP Bei der Ankunft in Israel aus den oben genannten Ländern müssen sich Reisende derzeit nicht mehr in Quarantäne begeben, sofern sie sich dort mindestens 14 Tage vor der Reise aufgehalten haben. Der Wegfall der Quarantäneregelung gilt auch für Reisen aus diesen genannten Ländern, die einen Zwischenstopp in einem »roten« Land beinhalten, gibt das Ministerium an. Allerdings nur dann, wenn dabei das Flughafengelände nicht verlassen wird. 

Darüber hinaus müssen derzeit ausländische Reisende nach Israel, also jene ohne israelischen Pass, vor dem Beginn ihrer Reise eine Sondergenehmigung eines israelischen Konsulats in ihrem Heimatland besorgen (das gilt nicht für Menschen, die über einen israelischen Personalausweis, Tehudat Zehut, verfügen). Die Sondergenehmigung ist Pflicht für Ausländer, egal, ob das Land, aus dem sie anreisen, zu den grünen oder roten Ländern gehört. Letzteres beeinflusst lediglich, ob nach der Ankunft eine Quarantäne notwendig ist oder nicht.

Welcher Ausländer eine Genehmigung erhalten kann, um nach Israel einzureisen, ist auf der Website der Regierung einzusehen: https://www.gov.il/en/departments/news/border_closing_coronavirus_14062020  

Dazu gehören beispielsweise Experten, Sportler oder Künstler, die von Israel die Erlaubnis zur Ankunft erhalten, Schüler und Studenten, die das kommende akademische Jahr beginnen, sowie Eltern oder Geschwister von lone soldiers (in Israel allein lebenden Soldaten). Ehepartner oder Kinder von Israelis, die einen ausländischen Pass haben, werden ebenfalls mit Bestätigung ins Land gelassen.

Alle Reisenden – Israelis und Nicht-Israelis – müssen sich weniger als 24 Stunden vor ihrem Flug auf der Website des Gesundheitsministeriums anmelden.

Auch dürfen bestimmte Personengruppen zu verschiedenen Anlässen einreisen. Beispielsweise die Großeltern zur Geburt ihres Enkelkindes (einen Monat vor der Geburt bis zu einen Monat danach), die Eltern, Geschwister und Großeltern zur Hochzeit oder Bar-/Batmizwa und zu einer Beerdigung.

GESUNDHEITSERKLÄRUNG Generell gilt: Alle Reisenden – Israelis und Nicht-Israelis – müssen sich weniger als 24 Stunden vor ihrem Flug auf der Website des Gesundheitsministeriums anmelden und ein Dokument mit persönlichen Informationen sowie eine Gesundheitserklärung ausfüllen. Derzeit steht es ausschließlich auf Hebräisch zur Verfügung.

Die Bestätigung der Erklärung, die nach dem Ausfüllen per E-Mail an den Reisenden geschickt wird, muss ausgedruckt und zum Flughafen mitgebracht werden. Ohne diese Bestätigung ist es den Fluggesellschaften untersagt, die Passagiere zu befördern – und dann findet keine Reise nach Israel statt.

Brüssel

900 Millionen Euro Herzenswärme

Knapp eine Milliarde Euro soll für den Wiederaufbau in den Gazastreifen gehen. Dass die Mittel am Ende tatsächlich nur in die zivile Infrastruktur fließen, ist zweifelhaft

von Michael Thaidigsmann  13.07.2026

Essay

Wann endet ein Flüchtlingsstatus?

Der Flüchtlingsstatus ist kein Dauerzustand. Wer über Asyl spricht, muss auch über die Bedingungen sprechen, unter denen Schutz wieder entfallen sollte

von Steven Guttmann  13.07.2026

Paris

Isolation Israels ist »historisches moralisches Versagen«

»Es ist ein dunkler Moment für Juden auf der ganzen Welt«, sagt der französische Philosoph Bernard-Henri Lévy. »Wir müssen stolz, stark und weise sein.«

 13.07.2026

Brüssel

Bundesregierung bremst in EU-Debatte um Israel-Sanktionen

Produkte aus israelischen Siedlungen beschränken? Etliche EU-Staaten sind dafür. In Brüssel bahnt sich allerdings ein juristischer Streit an

 13.07.2026

Jerusalem

Netanjahu: Siedlergewalt geht von »150 jugendlichen Straftätern« aus

Der Ministerpräsident verurteilt Selbstjustiz im Westjordanland, betont aber auch, dass »99 Prozent« der Siedler gesetzestreue Bürger seien

 13.07.2026

Jerusalem

Knesset-Ausschuss billigt Gesetz zur Aussetzung von Einberufung für Haredim

Nach dem Gesetzentwurf würden zehntausende Haredim, die bereits als Wehrdienstverweigerer gelten, bis mindestens Ende November vor einer Festnahme geschützt

 13.07.2026

Gaza

Enthülltes Sinwar-Dokument: Hamas-Chef hielt israelischen Atomschlag für möglich

Der damalige Hamas-Anführer Yahya Sinwar rechnete bereits mehr als ein Jahr vor dem Terrorüberfall vom 7. Oktober 2023 mit einer extremen militärischen Reaktion Israels

 13.07.2026

Brüssel

EU: Außenminister beraten über mögliche Israel-Sanktionen

Bei ihrem letzten regulären Treffen vor der Sommerpause beraten die Außenminister der EU-Staaten über Strafmaßnahmen wegen Israels Siedlungspolitik. Zudem geht es auch um Russland und den Iran

 12.07.2026

Jerusalem

Wahl in Israel am 27. Oktober erwartet

Der Termin für die Wahl der Knesset steht Berichten zufolge fest

 12.07.2026