Medizin

Weniger Impf-Wirksamkeit in Israel? Charité-Experte vorsichtig

Foto: imago images/blickwinkel

Nach Berichten aus Israel über eine verringerte Wirksamkeit der Pfizer/Biontech-Impfung gegen die Delta-Variante des Coronavirus warnt ein Charité-Experte vor schnellen Schlüssen. »Diese Zahlen muss man noch etwas mit Vorsicht betrachten. Es ist methodisch schwierig in einem solchen Setting wie in Israel mit niedrigen Inzidenzen und lokalen Ausbrüchen die genaue Effektivität der Impfung zu bestimmen«, teilte Leif Erik Sander auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag mit. Daten aus Großbritannien deuteten darauf hin, dass der Impfschutz kurz nach der zweiten Dosis nur geringfügig reduziert sei bei Delta - verglichen mit der bisher vorherrschenden Alpha-Variante.

Dass der Immunschutz mit der Zeit etwas nachlasse, sei allerdings auch denkbar, erklärte Sander. In Israel sei sehr früh geimpft worden. Dass vor allem der Schutz vor einer Weitergabe des Virus mit der Zeit nachlassen könnte, wird schon länger befürchtet - er gilt als weniger langlebig als der Schutz des Geimpften selbst. »Man muss also die Zahlen weiter genau beobachten«, so Sander. 

Grundsätzlich sei anzunehmen, dass es durch die Delta-Variante häufiger zu sogenannten Durchbruchinfektionen - also Infektionen bei Geimpften - und auch zur Weitergabe des Virus durch Geimpfte kommen könne, bekräftigte Sander. Er hob jedoch hervor, dass sich sowohl in Israel als auch in Großbritannien zeige, dass die Impfung »sehr gut vor schweren Krankheitsverläufen schützt«.

In Israel hat die Wirksamkeit der Pfizer/Biontech-Impfung nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums in den vergangenen Wochen deutlich nachgelassen. Parallel habe sich die aggressivere Delta-Variante im Land ausgebreitet. Seit dem 6. Juni sei die Wirksamkeit der Impfung bei der Verhinderung einer Infektion in Israel auf 64 Prozent gesunken. Dies sei auch bei der Verhinderung einer Erkrankung mit Symptomen der Fall. Allerdings wehre die Impfung demnach zu 93 Prozent eine schwere Erkrankung und Krankenhausaufenthalte ab.

Krieg

IDF greift Hisbollah-Ziele im Libanon an

Die Terror-Miliz hatte zuvor israelische Soldaten angegriffen

 27.04.2026

Berlin

»Ich will mich nicht verstecken«

Ron Dekel wurde angepöbelt, weil er eine Kippa trug. Ein Video davon ging viral, er wurde im Netz beleidigt, man lauerte ihm vor der Synagoge auf. Hier spricht der Präsident der Studierendenunion darüber, was ihm passiert, seitdem er sich sichtbar als Jude zeigt

von Mascha Malburg  27.04.2026

Jerusalem

Israel ernennt ersten Botschafter für Somaliland nach Anerkennung der Region

Einen Botschafter Somalilands in Israel gibt es bereits. Im Januar wurde Mohamed Hagi für den posten ernannt

 27.04.2026

Nord-Israel

Wieder Sicherheitsbeschränkungen in Nordisrael eingeführt

Das Lag-BaOmer-Fest auf dem Berg Meron kann in diesem Jahr nicht in gewohnter Form stattfinden

 27.04.2026

Nahost

Verdrehte Moral

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  27.04.2026 Aktualisiert

7. Oktober

Der Angriff auf den Kibbuz Holit: Erst Nachmittags kam Hilfe

IDF-Bericht: Rund 60 palästinensische Terroristen dringen am frühen Morgen in das Areal ein. Bei dem Massaker werden 13 Zivilisten ermordet. Neun Bewohner werden als Geiseln verschleppt

 27.04.2026

Studie

Kriege verändern Schlaf, Ernährung und Bewegung deutlich

Forscher der Hebräischen Universität Jerusalem warnen, dass Stress, Angst und Unsicherheit zu ungesunden Gewohnheiten führen

 27.04.2026

Reisen

Internationale Airlines bleiben weiter weg

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit empfiehlt EU-Fluggesellschaften, den Luftraum über Israel zu meiden

von Sabine Brandes  27.04.2026

Essay

Eva Erben: Was es bedeutet, Israeli zu sein

Die tschechische Holocaust-Überlebende kam 1948 mit ihrem Mann Peter nach Israel

 27.04.2026