Nachrichten

Weltraum, Medaillen, Helikopter

Eytan Stibbe: mit Glaswürfel ins Weltall Foto: Flash 90

Nachrichten

Weltraum, Medaillen, Helikopter

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  23.12.2021 11:24 Uhr

Weltraum
Wenn er ins All fliegt, wird Israels zweiter Astronaut Eytan Stibbe einen Glaswürfel im Gepäck haben. Der trägt eine Inschrift für das Wohlergehen Israels. Anschließend wird der Raumfahrer den Würfel zu Präsident Isaac Herzog zurückbringen, der ihm das Stück überreicht hatte. Bei der Inschrift handelt es sich um die Handschrift von Herzogs Großvater, dem ersten Oberrabbiner Israels, Isaac Halevi Herzog. »Mögen Sie die gesamte Menschheit für weitere 100 Jahre beeinflussen«, sagte der Präsident bei einem Treffen in Jerusalem. »Mögen Sie uns allen, Ihrer Nation, Ihrem Land und Ihrer Familie weiterhin großen Stolz bringen. Fliegen Sie in Frieden und kehren Sie in Frieden zurück.« Stibbe wird darüber hinaus eine antike Münze, die während der Bar-Kochba-Revolte geprägt wurde, mit auf seine Reise zur Raumstation ISS nehmen. Der Ausflug ist für Februar 2022 geplant.

Medaillen
Anastasia Gorbenko gewann am Sonntag ihr zweites Gold bei der Schwimm-Weltmeisterschaft in Abu Dhabi. Sie beendete die 100-Meter-Lagen in 57,80 Sekunden und stellte damit einen neuen israelischen Rekord auf. Zwei Tage zuvor wurde sie bereits als erste Israelin zu einer WM-Goldmedaillengewinnerin. Da hatte sie das Edelmetall im 50-Meter-Brustschwimmen geholt. Nachdem sie sich nur als Sechste für das Finale qualifiziert hatte, stellte Gorbenko auch dabei mit 29,34 Sekunden einen israelischen Rekord auf – und das, obwohl das 50-Meter-Brustschwimmen nicht zu ihren Stärken zählt. »Mein einziges Ziel ist es, Spaß zu haben und einfach mein Bestes zu geben«, sagte die erst 18-Jährige nach dem Wettkampf.

Helikopter
Amnon Shashua, Gründer und Geschäftsführer von »Mobileye«, wurde am Sonntag leicht verletzt, als ein von ihm gesteuerter Hubschrauber am Boden auf die Seite stürzte. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe des Kibbuz Yakum. Shashua habe den Hubschrauber auf seinem zweiten Alleinflug im Rahmen seiner Ausbildung an einer Flugschule gesteuert, berichten israelischen Medien. Der Geschäftsmann wurde leicht verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Zwei weitere Insassen, offenbar Ausbilder der Flugschule, blieben unverletzt. Mobileye entwickelt Technologien für selbstfahrende Fahrzeuge. 2017 wurde das Unternehmen von Intel für mehr als 15 Milliarden US-Dollar übernommen.

Pass
Der russisch-israelische Milliardär Roman Abramovich ist portugiesischer Staatsbürger geworden. Ein entsprechendes Gesetz gewährt Menschen, deren jüdische Vorfahren im 15. Jahrhundert vertrieben wurden, Pässe. Die Nachrichtenagentur Reuters teilte mit, dass ein Sprecher des Milliardärs dies bestätigt habe. Angeblich sei der Antrag des Oligarchen von Genealogen sowie Beamten untersucht worden, die auch nach Beweisen für ein Interesse an der sefardischen Kultur suchen würden. Ein portugiesischer Pass erlaubt Abramovich, in der EU zu leben. 2018 erhielt er einen israelischen Pass nach dem Rückkehrgesetz und wurde damit umgehend der reichste Israeli.

Berg
Der Minister für religiöse Angelegenheiten, Matan Kahana, wird im kommenden Jahr die Lag-BaOmer-Feierlichkeiten auf dem Berg Meron überwachen. Das sei vom Ministerialausschuss entschieden worden. »Die kommende Meron-Veranstaltung wird sich komplett von den bisherigen Veranstaltungen auf dem Berg unterscheiden«, twitterte Kahana. »Die Sicherheit der Menschen wird diesmal über allem stehen.« Bei der diesjährigen Lag-BaOmer-Veranstaltung waren 45 Menschen bei einer Massenpanik ums Leben gekommen. Alle waren ultraorthodoxe Männer oder Jungen. Es handelte sich dabei um die schwerste zivile Katastrophe in der Geschichte Israels. Die nächste Feier soll im Mai 2022 stattfinden.

Kooperation
Die Universität Tel Aviv (TAU) und die Goethe-Universität in Frankfurt haben ein gemeinsames Zentrum gegründet. Mit dem Schwerpunkt Interreligiöse Studien wird es die Forschung, insbesondere zu den monotheistischen Religionen, fördern. Es ist ein Fachgebiet, auf das sich beide Institutionen spezialisiert haben. Die Universitäten werden gemeinsam forschen, Konferenzen veranstalten und Studierende sowie Forschende ausbilden. Der Vertrag für das neue Zentrum wurde während der Deutschlandwoche an der TAU unterzeichnet. Es nahmen die deutsche Botschafterin in Israel, Susanne Wasum-Rainer, TAU-Präsident Ariel Porat und der Präsident der Goethe-Universität, Enrico Schleiff, teil.

TV-Tipp

Der Elvis der Violine

Ivri Gitlis ist ein Phantom. Er bespielte mit seiner Geige die großen Bühnen und musizierte mit den Stars der Musikbranche. Seinen Namen kennen heute aber nur die wenigsten. Eine Arte-Doku begibt sich auf Spurensuche

von Manfred Riepe  17.04.2026

Medien

Ex-»Welt«-Chefredakteur Burgard bei Springer künftig für Nahost zuständig

Burgard folgt auf Constantin Schreiber, der sich ab dem 1. Mai als Global Reporter weiter auf seine Podcast-Formate konzentriert

 17.04.2026

Herzliya

Studie: Mit diesen Methoden mehr Erfolg auf Dating-Apps

Eine wichtige Erkenntnis der Untersuchung: Es kommt weniger darauf an, was man über sich preisgibt, als wie man es tut

 17.04.2026

Umfrage

Waffenruhen mit Iran und Hisbollah: Israelis pessimistisch

Weniger als 40 Prozent sagen, sie hätten die erfolgten Militäreinsätze unterstützt, wenn ihnen die Entwicklungen im Voraus bekannt gewesen wären

 17.04.2026

Studie aus Israel

KI treibt Arbeitslosigkeit bei Programmierern und Verkäufern nach oben

Bei Programmierern gehen zwischen 12 und 20 Prozent des jüngsten Anstiegs der Erwerbslosigkeit auf den Einsatz künstlicher Intelligenz zurück

 17.04.2026

Bildung im Krieg

Israel lockert Abiturprüfungen wegen Kriegslage – Sonderregeln für den Norden

Die Maßnahmen schließen eine »flexiblere Berechnung« von schulischen Leistungen mit ein

 17.04.2026

Nahost

Details zur Waffenruhe zwischen Israel und Libanon veröffentlicht

Ein Sechs-Punkte-Plan soll zunächst zehn Tage lang für Ruhe sorgen. Die Einzelheiten

von Imanuel Marcus  17.04.2026

Nahost

Trump verkündet zehntätige Waffenruhe im Libanon

Zuvor habe es Gespräche mit Israels Premier Netanjahu und Libanons Präsidenten Aoun gegeben

 16.04.2026 Aktualisiert

Hintergrund

Hickhack um Friedensgespräche - und eine zehntägige Feuerpause

Nachdem Präsident Trump direkte Verhandlungen erzwingen wollte, setzte er sich schließlich mit einem Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah durch

von Sabine Brandes  16.04.2026