Nachrichten

Weiss, Gratulation, Kakerlake

Weißmacher: pazifische Putzergarnele Foto: Getty Images/iStockphoto

Nachrichten

Weiss, Gratulation, Kakerlake

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  04.06.2023 00:41 Uhr

Weiß
Pazifische Putzergarnelen bergen möglicherweise das Geheimnis, Weißbrot weiß zu halten. Anorganische Nanopartikel wie Titandioxid und Zinkoxid werden häufig als Weißmacher in Lebensmitteln, Kosmetika und Farben verwendet. Aus gesundheitlichen Gründen wird jedoch nach organischen Alternativen gesucht. Jetzt haben Ben Palmer und seine Studentin Tali Lemcoff von der Ben-Gurion-Universität ein neues Material in den Garnelen entdeckt, das einen der effizientesten weißen Reflektoren in der Natur erzeugt. Die Putzergarnele, auch bekannt als Jacques aus dem Film Findet Nemo, nutzt weiße Streifen auf Nagelhaut und Gliedmaßen, um Fische anzulocken, von deren Körpern sie Parasiten frisst. Obwohl die Garnele winzig ist, ist das von ihr erzeugte Weiß extrem hell. Das macht den Stoff zu einem der dünnsten und effizientesten weißen Materialien, die es gibt.

Gratulation
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat am Montagabend mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan telefoniert und ihm zu seinem Wahlsieg gratuliert. Die beiden Staats- und Regierungschefs einigten sich darauf, die bilateralen Beziehungen weiter zu stärken und auf ein neues Niveau zu bringen. Erdogan bedankte sich erneut für die israelische Such- und Rettungshilfe nach dem jüngsten Erdbeben vom Februar, bei dem Zehntausende von Menschen gestorben waren. Erst im vergangenen Jahr hatten die beiden Länder nach Jahren der Eiszeit wieder volle diplomatische Beziehungen aufgenommen.

Kakerlake
Entsetzte Schreie einer Frau in einem Café in der Dizengoffstraße in Tel Aviv haben am vergangenen Samstagabend eine Panik ausgelöst. Die Gäste dieses und eines angrenzenden Lokals dachten, es handele sich um eine Reaktion auf einen Terroranschlag. Sie rannten ins Freie und warfen dabei Tische und Stühle um, schubsten sich gegenseitig und zerbrachen Geschirr. Doch inmitten des Chaos stellten sie fest, dass das Gekreische die Reaktion auf den Anblick einer Kakerlake auf einem der Tische war. Zwei Personen wurden durch Glasscherben leicht verletzt. Einheiten verschiedener Rettungsbehörden stürmten ebenfalls zum »Tatort«.

Streik
Mitarbeiter des Außenministeriums in Jerusalem haben bekannt gegeben, sie beabsichtigten, ihren Streik wiederaufzunehmen. Nach einem monatelangen Arbeitskonflikt wollen sie nicht mehr zur Arbeit im Ministerium erscheinen. Den Angestellten zufolge habe es das Finanzministerium versäumt, sich mit dem Thema zu befassen. Ihrer Meinung nach betrachteten die Beamten dort »unseren guten Willen als Zeichen von Schwäche«. Die Beschäftigten im Außenministerium kämpfen seit Jahren um eine bessere Bezahlung und geregeltere Arbeitsbedingungen. Sie haben bereits mehrfach in Israel und in diplomatischen Vertretungen weltweit die Arbeit niedergelegt.

Tod
Eine junge Grenzpolizistin, die erst kürzlich ihren Wehrdienst antrat, ist am Montag während eines Fitnesstrainings gestorben. Nach Angaben der Armee brach Maya Aloni zusammen, als sie einen körperlich anstrengenden Hindernisparcours auf dem Trainingsstützpunkt der Grenzpolizei absolvierte. Sie wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus in Jerusalem geflogen, aber dort kurz darauf für tot erklärt. Maya Aloni war 18 Jahre alt und stammte aus einem Moschaw im Zentrum des Landes. Sie hinterlässt ihre Eltern und drei Geschwister. Nach dem Vorfall ordnete der Chef der Grenzpolizei, Amir Cohen, die vorläufige Einstellung aller Trainingsübungen an, bis eine Untersuchung durchgeführt wird.

Tel Aviv

Israelische Forscher entwickeln Bluttest zur Erkennung von Lungenkrebs

Nach Angaben der beteiligten Wissenschaftler könnte die Methode langfristig eine wesentlich günstigere Alternative zu aufwendigen genetischen Untersuchungen werden

 15.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  15.09.2026

Mascha Malburg und Joshua Schultheis

In eigener Sache

Mascha Malburg und Joshua Schultheis werden mit dem Georg-Stefan-Troller-Preis ausgezeichnet

Die Redakteurin der Jüdischen Allgemeinen und der freie Mitarbeiter erhalten die Auszeichnung für ihre Interviewreihe mit Juden aus Deutschland

 15.09.2026 Aktualisiert

Tel Aviv

IDF-Chef prüft rechtliche Schritte gegen Film »Naza«

Generalstabschef Eyal Zamir bezeichnet bisher bekannt gewordene Teile der Doku als »Ritualmordlegenden, bewusste Verzerrungen der Realität und falsche Anschuldigungen gegen IDF-Soldaten«

 15.09.2026

Holocaust

»Unsere Rache an den Nazis ist, dass wir den Staat Israel haben«

Der Schoa-Überlebende Yehuda Widawski ist mit 107 Jahren gestorben. Jahrzehntelang suchte und restaurierte er jüdische Gräber in Polen

von Sabine Brandes  14.09.2026

Reaktionen

»Ritualmordlegende« - »Pflicht, Fragen zu stellen«: Israel streitet über »Naza«

Während Rechte den Film über den Gaza-Krieg als Verleumdung verurteilen, verteidigen Linke das Recht auf Kritik. Armee weist zentrale Vorwürfe zurück

von Sabine Brandes  14.09.2026

Dokumentarfilm

IDF übt scharfe Kritik an »Naza« und weist Vorwurf zum angeblich genehmigten Angriff auf 500 Zivilisten zurück

»Die IDF haben niemals einen Angriff geplant, genehmigt oder durchgeführt, bei dem erwartet wurde, dass 500 Zivilisten oder auch nur annähernd so viele getötet werden«, heißt es von der Armee

 14.09.2026

Offener Brief

Javier Bardem und ich

Ich habe dich als neugierig, warmherzig, offen für den Menschen vor dir kennengelernt. Wenn du über Israel sprichst, erkenne ich dich nicht wieder – und sehe nur noch blindwütigen Hass

von Gabriella Meros  13.09.2026

Meinung

Wie London die Verweigerungshaltung der Palästinenser belohnt

Mit ihren Sanktionen gegen israelische Siedlungen will die britische Regierung im Nahost-Konflikt einer Zwei-Staaten-Lösung näher kommen. Doch sie zeigt vor allem: Verhandeln lohnt sich nicht, Blockade und Terror aber sehr wohl

von Daniel Neumann  13.09.2026 Aktualisiert