Missbrauchsskandal

Weinstein und die Detektive

Der Missbrauchsskandal um Hollywood-Filmmogul Harvey Weinstein weitet sich aus. Foto: dpa

Der frühere israelische Regierungschef Ehud Barak hat in einer Pressemitteilung laut einem Bericht der »Times of Israel« vom Mittwoch bestätigt, dass er den Hollywood‐Filmmogul Harvey Weinstein mit einer israelischen Sicherheitsfirma in Kontakt gebracht hat. Mit deren Hilfe soll Weinstein laut einem Bericht des »New Yorker« vom Montag versucht haben, Frauen auszuspionieren und Medienberichte über Vorwürfe sexueller Übergriffe vonseiten Weinsteins zu unterdrücken.

In der Firma mit Sitz in Tel Aviv arbeiten ehemalige Agenten des Mossad. Ehud Barak wusste nach eigenen Angaben aber nichts von den Absichten Weinsteins und dem Grund seines Interesses an dem Sicherheitsunternehmen.

KONTAKT Nachdem der israelische TV‐Kanal 2 am Dienstag berichtet hatte, dass Barak für Weinstein den Kontakt zu der Firma hergestellt hatte, äußerte sich der ehemalige israelische Ministerpräsident in einer Pressemitteilung.

Die »Times of Israel« zitierte aus dem Statement: »Vor mehr als einem Jahr wurde Barak von Weinstein gefragt, ob er eine israelische Firma kenne, von der er (Weinstein) gehört habe, die ihm in Geschäftsangelegenheiten behilflich sein könne. Barak bestätigte (Weinstein), dass es sich wahrscheinlich um ›Black Cube‹ handele. Barak kennt die Firma und ihre Leiter nicht persönlich, aber er hat Weinstein ihre Kontakt‐Informationen gegeben.«

Weiter hieß es in der Pressemitteilung: »Bis zu diesem Morgen war Barak nicht bewusst, dass die Firma von Weinstein beauftragt wurde, oder für welche Zwecke und Operationen.«

Der »New Yorker« hatte berichtet, dass Weinstein mehrere private Sicherheitsfirmen damit beauftragt haben soll, Informationen über betroffene Frauen und Journalisten zu sammeln, die über die Missbrauchsvorwürfe gegen Weinstein berichten wollten. Der Journalist Ronan Farrow vom »New Yorker« schrieb, Weinstein habe auf diese Art und Weise die Berichterstattung stoppen wollen.

Rose McGowan Laut dem Bericht des »New Yorker« suchten Agenten innerhalb eines Jahres Dutzende von Menschen auf, um von ihnen Informationen in Zusammenhang mit Weinstein zu erhalten. Zwei Menschen sollen auf die Schauspielerin Rose McGowan angesetzt worden sein, die den Filmmogul der Vergewaltigung beschuldigt hat.

Eine Agentin soll sich dabei als McGowans Freundin und Menschenrechtsaktivistin ausgegeben, aber heimlich Gespräche aufgezeichnet haben. Die Agentin soll sich auch als Weinstein‐Opfer ausgegeben haben, um Journalisten auszuhorchen.

Weinsteins Sprecherin Sallie Hofmeister teilte mit, der Bericht des »New Yorker« verbreite »Ungenauigkeiten und wilde Verschwörungstheorien«. Die Firma »Black Cube« wiederum sagte dem »New Yorker«, es sei Politik des Unternehmens, niemals mit Dritten über seine Klienten zu sprechen und Spekulationen im Zusammenhang mit der Arbeit der Firma niemals zu bestätigen oder zu dementieren. ag

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