Kooperation

Warschauer Gespenster

Schauspielerin Klara Bielawka Foto: T. Dubiel

Vier Strandkörbe. Drei Frauen und ein Mann sitzen darin und streiten. Der Mann und zwei der Frauen reden polnisch, eine Frau hebräisch. Kein Wunder, denn »Muranooo« ist eine polnisch-israelisch-deutsche Koproduktion, die aus der Zusammenarbeit des Warschauer Teatr Dramatyczny mit der israelischen Theatergruppe Itim entstand. Die Schauspieler sind aus Polen und Israel, jeder redet in seiner eigenen Sprache, und die Geschichte, die im Mittelpunkt steht, erzählt sich auf jeden Fall nicht leicht.

Gespenster gehen um in Warschau – die Gespenster der Juden. Vor allem in Muranów, wo sie vor dem Krieg wohnten, während des Krieges ermordet und nach dem Krieg eingemauert wurden. »Ich glaube an Gespenster; jedenfalls an die von Muranów«, sagt die polnische Schriftstellerin Sylwia Chutnik, Autorin des Stücks, das Ende Juni in Tel Aviv aufgeführt wurde. »Muranooo« erzählt die Geschichte einer polnisch-jüdischen Großmutter aus Muranów, die ihre Erinnerungen ihren Enkelkindern mitzuteilen versucht.

»Ich wurde in Warschau geboren, wo die Geschichte Alltag ist«, erzählt Chutnik, die auch als Stadtführerin arbeitet. »Sogar wenn man zu vergessen versucht, kann man es nicht. Überall hängen Schilder wie ›Hier wurden 1939 40 Menschen von den Nazis ermordet‹. Der Holocaust bleibt ein hitziges Thema in Polen.«

Surreal »Muranooo« ist ein Strom der Assoziationen, Metaphern und Symbole. Und die Inszenierung ist ebenso surrealistisch wie der Text. »Ich habe es mir viel grausamer vorgestellt«, sagt Chutnik, die das Arbeitsergebnis erst bei der Premiere in Warschau Anfang Mai gesehen hat. Die israelische Regisseurin Lilach Dekel-Awneri hat den schwierigen Text mit bunten Kostümen, moderner Popmusik und Videos kombiniert, um die polnischen Gespenster dem israelischen Publikum zu vermitteln.

Für die Musik in »Muranooo« war DJ Ipek zuständig, die für ihren Mix aus orientalischer und Klubmusik bekannt ist. Die Berlinerin hat deutsche, französische und hebräische Popsongs mit Klesmer-Elementen kombiniert. »Ich bin vom Holocaust betroffen«, sagt die türkisch-deutsche Musikerin, »weil ich in einem Land geboren wurde und aufgewachsen bin, das das Unvorstellbare doch vorstellbar gemacht hat. Ich bin nicht betroffen als Täterin, ich bin auch nicht betroffen als Opfer, aber ich kann nicht einfach sagen, ›das geht mich nichts an‹.«

Krieg gegen Iran

Netanjahu frustriert über Aufstand-Versprechen des Mossad

Der Geheimdienst hatte Szenarien entwickelt, mit denen das Regime in Teheran gestürzt werden sollte. Doch der Erfolg ist bisher ausgeblieben

 23.03.2026

Luftfahrt

Flugverkehr in Israel: Drastische Einschränkung der Passagierzahlen

Kurz vor Pessach steigt üblicherweise die Nachfrage nach Flügen deutlich an. Die Sicherheitslage verhindert die meisten Pläne für internationale Reisen

 23.03.2026

Nahost

Iran weitet Angriffe aus: Luftalarm im Norden Israels

Die Lage im Überblick

 23.03.2026

Washington D.C./Jerusalem

Bericht: Trump erwägt Reise nach Israel zur Verleihung des Israel-Preises

»Ja, es sieht so aus« soll der amerikanische Präsident auf die Frage geantwortet haben, ob er tatsächlich anreisen werde

 23.03.2026

Jerusalem/Tel Aviv

Sa’ar greift Seibert an: »Besessenheit mit Juden, die in Judäa und Samaria leben«

Auslöser des Streits zwischen dem israelischen Außenminister und dem deutschen Botschafter in Israel ist ein Beitrag Seiberts auf der Plattform X

 23.03.2026

Krieg

Bibi im Iran - Wenn KI (fast) zur Realität wird

Im Schatten der Raketen und Drohnen werden digitale Schlachten um die Narrative geführt

von Sabine Brandes  22.03.2026

Krieg

Das sagt der Iran zum Trump-Ultimatum

Der US-Präsident hatte das Regime in Teheran aufgefordert, die Blockade der Straße von Hormus innerhalb von 48 Stunden zu beenden

 22.03.2026

Nahost

Israel greift Brücke im Südlibanon an

Was der israelische Verteidigungsminister dazu erklärt und welche Ziele das Militär verfolgt

 22.03.2026

Arad

Netanjahu fordert Länder auf, sich Krieg gegen Iran anzuschließen

Israels Regierungschef Netanjahu fordert mehr internationale Unterstützung im Krieg mit dem Iran. Er spricht von einer Gefahr für die Sicherheit der ganzen Welt

 22.03.2026