Laubhüttenfest

War der Regen an Sukkot ein göttliches Zeichen?

Hübsch, aber nicht sehr wetterbeständig: Laubhütte in Israel Foto: Flash 90

Juden wissen ganz genau: Kommt Sukkot, kommt nicht selten Wasser in die Suppe. Denn so hübsch und symbolhaft die Laubhütten auch sein mögen, wetterbeständig sind sie nicht. Dass der jüngste Regen auf die Sukkot-Hütten ein göttliches Zeichen und kein simples Wetterphänomen des Herbstes sei, meint indes Rabbiner Ephraim Zalmanovitz.

MISSFALLEN Der Rabbi gehe davon aus, schreibt die Tageszeitung Jerusalem Post, dass der eher unerwartete Regen in Israel Anfang der Woche aufgrund der politischen Spaltung in der israelischen Gesellschaft niederprasselte. Er sei ein Zeichen für Gottes Missfallen.

»Als wir damit beschäftigt waren, das Gebot zu erfüllen, in der Laubhütte zu wohnen, und Gott Regen sandte, war es vielleicht an der Zeit, uns zu fragen: ‚Was tun wir, um ihn zu besänftigen‘?«

Der Rabbi beklagte die schwindende Einheit in Israel und erinnerte daran, dass »grundloser Hass zur Zerstörung des Zweiten Tempels geführt hat«. Er zitierte auch den Propheten Micha mit den Worten: »Er hat dir gesagt, o Mensch, was gut ist; und was hat der Herr von dir verlangt, außer Gerechtigkeit zu üben, Güte zu lieben und demütig neben deinem Gott zu wandeln?« Die Zeitung resümiert mit einem Augenzwinkern, dass »Zalmanovitz‘ ernsthaftes Plädoyer für Einheit, Respekt und Frieden zwischen den Gemeinschaften nicht völlig vom Regen weggespült werden sollte«.

»Als wir damit beschäftigt waren, das Gebot zu erfüllen, in der Laubhütte zu wohnen, sandte Gott den Regen.«

Rabbi Ephraim Zalmanovitz

An Sukkot essen und schlafen viele gläubige Juden in den traditionellen Hütten, die für den Feiertag errichtet wurden und an die 40-jährige Wanderung der Vorfahren durch die Wüste nach dem Auszug aus Ägypten erinnern soll. Die Dächer dieser temporären Bauten bestehen meist aus Palmzweigen oder anderen natürlichen Materialien und sind nicht regensicher.

Niederschlag in der Sukka ist aber tatsächlich gar nicht ungewöhnlich. Schließlich liegt die jüdische Feierwoche im Herbst. Vor vier Jahren beispielsweise gingen im ganzen Land heftige Gewitter über den Laubhütten nieder. Die Stürme wurden durch helle Blitze und grollenden Donner verstärkt und markierten den ersten Niederschlag nach monatelanger Trockenheit. Die in den Sukkot schlafenden Menschen flüchteten in ihre Häuser. Übrig blieben nur die Dekorationen, die triefnass von den Palmdächern hingen.

WASSER Doch in der Tat hat das Nass eine besondere Bedeutung während dieser jüdischen Feiertage: In der Sukkotwoche begehen viele Juden ein Fest, das als Simchat Beit Hascho‘ewah (Freude des wasserschöpfenden Hauses) bekannt ist. Damit erinnern sie an einen Gottesdienst im Jerusalemer Tempel, bei dem dem Wasser gehuldigt wurde.

Der Feiertag Schemini Azeret (Versammlung am achten Tag) läutet das Ende der Sukkot-Woche ein. Dabei wird oft ein traditionelles Regen-Gebet aufgesagt, das reichhaltigen Niederschlag in Herbst und Winter bescheren soll.

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