Kurzmeldungen

Wahlsplitter

Am 17. März wird in Israel gewählt. Foto: Flash 90

Stimmungstief
Bei Israel Beiteinu ist die Stimmung im Keller. Die Partei von Avigdor Lieberman schneidet in Umfragen katastrophal ab. Statt der zwölf Sitze, die sie bei den vergangenen Wahlen noch erzielten, werden ihnen heute schlappe fünf bis sieben vorausgesagt. Grund ist vor allem der Korruptionsskandal, der die Partei in den Grundfesten erschütterte. Rund 30 Mitglieder befinden sich in Untersuchungshaft oder unter Hausarrest. Es geht um Millionen von Schekeln, die angeblich von Top-Politikern Israel Beiteinus veruntreut worden sind. Bevor die kriminellen Tätigkeiten ans Licht gekommen waren, hatte man der Partei bis zu 18 Sitze vorausgesagt, und Lieberman galt als heißer Anwärter auf den Sessel des Regierungschefs. Doch dieser Traum, sind sich Experten einig, ist ausgeträumt. Nun wird sogar gemunkelt, dass der Außenminister, sollte das Ergebnis unter fünf Sitze fallen, der Politik ganz den Rücken kehrt und sich stattdessen einen anderen Traum erfüllt: Filmskripte schreiben.

Rede
Die Rede einer jungen israelischen Knessetabgeordneten macht im Internet die Runde. Stav Shaffir von der Arbeitspartei und gleichzeitig eine der Anführerinnen des Sozialprotestes, attackiert mit ihren kraftvollen Worten die rechtsgerichteten Politiker des Landes: »Ihr habt Angst, weil wir eure Korruption in den letzten zwei Jahren aufgedeckt haben. Wir haben gezeigt, wie ihr, hinter eurer Maske der Ideologie, das Geld von der israelischen Öffentlichkeit gestohlen habt. Die Steuergelder, für die die Menschen so hart gearbeitet haben, gebt ihr euren Freunden.« Sie sollten nicht über Zionismus predigen, so Shaffir weiter, »denn wahrer Zionismus bedeutet, dass das Budget gleichmäßig zwischen allen verteilt wird. Realer Zionismus heißt Solidarität, nicht nur in der Schlacht, sondern jeden Tag. Hätte Netanjahu die Hatikwa geschrieben, sie hieße die ›Hymne der Verzweiflung‹.«

Zusammenschluss

Die arabischen Parteien haben sich zusammengetan. Aus der ehemaligen arabisch-jüdischen Chadasch mit dem Vorsitzenden Dov Chenin und den drei Parteien Balad, Ta’al und der Vereinten arabischen Liste ist eine Gruppe hervorgegangen, die auf einem gemeinsamen Ticket in die Wahlen gehen will. Damit sind die arabischen Parteien zum ersten Mal in der Geschichte Israels vereint. Der Anteil der israelischen Araber in Israel beträgt rund 20 Prozent.

Westjordanland

Israels Armee verurteilt illegale Siedlerposten innerhalb palästinensischer Dörfer

Die IDF bezeichneten die jüngsten Vorgänge in dem Gebiet als »illegal, verwerflich und inakzeptabel«. Aber tun sie etwas dagegen?

 12.08.2026

Kommentar

UNRWA: Fakten statt Tabus

Warum Kritik am Palästinenserhilfswerk auf Schweigen und Ablehnung stößt

von Duki Dror  12.08.2026

Medien

Geglaubt und geteilt

»Antisemitismus«, definierte Adorno, sei »das Gerücht über Juden«. Was ist dann dessen Verbreitung? Die ARD muss sich einer längst fälligen Debatte stellen

von Esther Schapira  11.08.2026

Social Media

Shirin David, Bill Kaulitz und die Wassermelonen-Jünger

Bei der Rapperin reicht ein »Free Palestine« für die Verbündeten, bei dem Sänger ein »Tel Aviv! Love!« für die Gegner. Ein Kommentar

von Pola Sarah Nathusius  11.08.2026

Nahost

Israels Armee zerstört Haus im Westjordanland

Hintergrund ist eine tödliche Auseinandersetzung mit Siedlern und Soldaten im vergangenen Monat

 11.08.2026

Jerusalem

Netanjahu setzt umstrittenen Unternehmer auf Likud-Liste

Der neue Kandidat hatte US-Präsident Trump unlängst als »ein moralisch korrumpiertes Stück Scheiße« bezeichnet, revidierte seine Meinung jedoch nun. Derweil deutet sich im Likud ein Streit über Listenplätze an

 11.08.2026

Nahost

Israel erwartet Täuschung durch zwei arabische Staaten

Medienberichten zufolge soll der jüdische Staat mit scheinbaren diplomatischen Annäherungen in Sicherheit gewogen und dann angegriffen werden

 11.08.2026

Nordrhein-Westfalen

Medienminister übt scharfe Kritik an Georg Restle und dem WDR

Nathaniel Liminski (CDU): »Israel und das Judentum sind kein Freiwild für jeden Vorwurf, auch nicht für Journalisten«

 11.08.2026 Aktualisiert

Archäologie

Die Fingerabdrücke von Qumran

Wie Wissenschaftler mithilfe von Künstlicher Intelligenz den Schriftrollen vom Toten Meer ihre letzten Geheimnisse entlocken wollen

von Sabine Brandes  11.08.2026