Israel

Waffenruhe hält

Kurz vor Beginn der Waffenruhe wurden drei Israelis durch Raketen verletzt – zwei davon tödlich. Foto: Flash 90

Nach 50 Tagen heftiger Kämpfe sollen die Waffen schweigen. Am Dienstagabend haben Israel und die Hamas mit der Hilfe Ägyptens eine Feuerpause ohne zeitliche Begrenzung vereinbart.

Kurz vor dem Inkrafttreten um 19 Uhr starben zwei Israelis durch palästinensische Raketen aus dem Gazastreifen, bei beiden handelte es sich um Familienväter. Die Zahl der während der Militäroperation »Protective Edge« getöteten Israelis stieg damit auf 70.

Bedingungen Eine der Voraussetzungen für den Waffenstillstand soll die Öffnung der Übergänge zum Gazastreifen für die Einfuhr von Baumaterial sowie humanitärer Hilfe und medizinischer Versorgung sein.

Die Hamas bejubelte das Abkommen als »Sieg«, Tausende feierten in Gaza-Stadt bis tief in die Nacht, während sich die Anführer aus ihren Bunkern trauten und sich zum ersten Mal wieder in der Öffentlichkeit zeigten.

In Israel ist die Stimmung derweil verhalten, niemand scheint dem »Frieden« zu trauen. Die Knessetabgeordnete Miri Regev vom Likud erklärte, dass die Israelis nicht an eine Vereinbarung mit der Hamas glauben. »Die meisten sind sicher, dass die Terrororganisation die Pause nur zum Aufrüsten nutzt.« Damit man ein solches Abkommen ernst nehmen könne, müsse Israel eine komplette Entwaffnung des Gazastreifens verlangen, forderte Regev.

Internationaler Gerichtshof

Wie Südafrika seine Genozid-Klage gegen Israel in die Länge zieht

Das Haager Weltgericht hat Pretoria eine Frist von 18 Monaten gewährt, um erneut seine Argumente für einen angeblichen Völkermord Israels in Gaza vorzubringen. Israel sieht die Klage hingegen als gescheitert an

von Michael Thaidigsmann  01.06.2026

Tel Aviv

Bericht warnt vor möglichem Einfluss Ben Gvirs auf Polizeiarbeit im Wahlkampf

Die Autoren fordern darin klare Vorgaben, die die Handlungsspielräume der Polizei im Wahlkampf deutlich einschränken

 01.06.2026

Gesundheit

Sprunghafter Anstieg: Immer mehr Israelis rauchen

Viele Konsumenten greifen offenbar verstärkt zur Zigarette, um mit der durch den Krieg verursachten psychischen Belastung umzugehen

 01.06.2026

Westjordanland

Terroranschlag an Bushaltestelle: Zwei Jugendliche verletzt

Nach Angaben der Armee steuert ein Palästinenser sein Fahrzeug in eine Bushaltestelle. Eine 17-Jährige wird schwer verletzt, eine 15-Jährige mittelschwer

 01.06.2026

Kulinarisch

Ein Michelin-Stern für die Safta

Tränen, Konfetti und ein Stück Geschichte: Das Restaurant »Mutra« des Israelis Raz Shabtai erhält als erstes koscheres Lokal weltweit die legendäre Auszeichnung

von Sabine Brandes  31.05.2026

Krieg gegen die Hisbollah

Israelische Armee nimmt Burg Beaufort im Südlibanon ein

Die strategische Höhenfestung galt einst als Symbol des Libanonkriegs – nun steht sie wieder unter israelischer Kontrolle

von Sabine Brandes  31.05.2026 Aktualisiert

Blick in die Zukunft

Ehemalige Geisel sucht nach der Hölle die Liebe

Nach 738 Tagen in der Gewalt der Hamas baut Eitan Horn sein Leben neu auf – und wünscht sich Frau und Familie

von Sabine Brandes  31.05.2026

Kommentar

Tote Juden stören nicht

Unsere Erinnerungskultur liebt Stolpersteine, aber stolpert nicht über den Antisemitismus vor der eigenen Haustür. Wie der Kampf gegen Judenhass am Nekrosemitismus scheitert

von Nelly Eliasberg  31.05.2026

Libanon

Israel stellt sich auf mehr Angriffe der Hisbollah ein

Am Wochenende griff die Hisbollah Kiriat Schmona im Norden Israels in vier Wellen an. Die israelische Armee bereitet sich auf einen verstärkten Raketenbeschuss vor und weitet ihre Bodeneinsätze im Südlibanon aus

 31.05.2026