Abkommen

Von diesen Geiseln gibt es Lebenszeichen

Besucher auf dem Geiselplatz in Tel Aviv Foto: Copyright (c) Flash 90 2024

Die Botschaften geben Hoffnung und bezeugen gleichermaßen die unmenschlichen Bedingungen. Durch die an den vergangenen beiden Samstagen freigelassenen sechs israelischen Männer erhielten mindestens zwölf Familien von Geiseln, die in Gaza von der Hamas festgehalten werden, Lebenszeichen ihrer Liebsten – zum Teil zum ersten Mal überhaupt seit dem Kidnapping am 7. Oktober.

Während des momentanen Waffenstillstands- und Geiselbefreiungsabkommens hat die Terrororganisation bislang 21 Geiseln freigelassen: israelische Zivilisten und Soldatinnen. Außerdem wurden in einem separaten Deal fünf thailändische Staatsangehörige befreit. Während Phase eins des Abkommens sollen insgesamt 33 Menschen zurück nach Hause kommen.

Derzeit befinden sich noch 76 Geiseln in Gaza. Dazu gehören 73 Menschen, die während des Blutbades der Hamas entführt wurden, zwei israelische Zivilisten, die 2014 und 2015 eigenständig die Grenze zum Gazastreifen überquerten, sowie die Leiche eines 2014 getöteten IDF-Soldaten.

Insgesamt wurden von zwölf Männern Lebenszeichen übermittelt

Insgesamt wurden von zwölf verschleppten Männern Lebenszeichen übermittelt. Bislang veröffentlichten elf Familien die Namen und Details der Gefangenschaft ihres Angehörigen. Von diesen elf Geiseln steht allerdings nur einer auf der Liste der Menschen, die während Phase eins des Abkommens nach Hause kommen sollen: Eliya Cohen (27). Eine Familie möchte keine Informationen mit der Öffentlichkeit teilen.

Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass die Hamas die Männer, insbesondere die jungen, unter extrem grausamen Bedingungen in Tunneln festhält. Einige von ihnen seien dauerhaft angekettet. Die Terrororganisation erklärte, dass sie alle israelischen Männer unter 50 für Soldaten hält.

»Das haben wir auf seinem Gesicht in einem Video gesehen, das wir noch nicht veröffentlichen wollen.«

Anat Angrest, die Mutter des gekidnappten Soldaten Matan Angrest (21), erklärte am Mittwoch: »Wir haben die Information erhalten, dass er am Leben ist und unter harten Bedingungen festgehalten wird,« Matan wurde aus einem Panzer entführt, übersät mit Brandwunden. Er sei von der Hamas schweren Verhören unterzogen worden. »Das haben wir auf seinem Gesicht in einem Video gesehen, das wir noch nicht veröffentlichen wollen«.

Auch ein anderer Soldat, Nimrod Cohen (20), wurde in Gaza gesehen, allerdings das letzte Mal vor acht Monaten. Bereits damals sei er »in körperlich und seelisch schlechtem Zustand gewesen«.

Am Dienstag sagten Angehörige von Gali und Ziv Berman (27), sie hätten Lebenszeichen von den Zwillingen erhalten. »Wir atmen tief durch, aber wir wissen, in wessen Händen sie sind und in welcher Gefahr.« Kurz zuvor hatte die Familie von Yosef-Haim Ohana (24) erklärt, sie habe ein »klares« Signal erhalten, dass er noch am Leben sei. Eli Sharabi und Or Levy waren in ihrer Gefangenschaft lange mit Alon Ohel (24) zusammen in einem Tunnel. Er hätte unbehandelte Verletzungen, sei aber am Leben.

Die Familie von Omri Miran (46) wurde ebenfalls von zurückgekehrten Geiseln informiert, dass er im Juli noch am Leben und bei »recht guter Gesundheit« gewesen sei. Auch Elkana Bohbot (34) war mit Levy zusammen und sei am Leben. Am Donnerstag äußerten sich auch Angehörige von Segev Kalfon (27). Sie hätten erfahren, dass der junge Mann vor einer Weile »monatelang mit einer befreiten Geisel zusammen festgehalten wurde und da in einem relativ stabilen Zustand« gewesen sei.

Eltern von Eitan sind Mitglieder des Tikva-Forums

Am Mittwochabend gab auch die Familie der Geisel Eitan Mor (23) an, dass sie ein Lebenszeichen von ihm erhalten habe. In einer Erklärung schrieb sie: »Wir beten für die Rückkehr aller Geiseln, einschließlich unseres Sohnes Eitan.« Seine Eltern sind Mitglieder des Tikva-Forums der Geiselfamilien, eine Gruppe, die sich vehement gegen ein Abkommen mit der Hamas und einen Waffenstillstand für die Befreiung der Geiseln ausgesprochen hat.

Besonders Mors Eltern haben ihre Haltung jedoch zumindest zum Teil gelockert, nachdem sie die ausgemergelten drei Geiseln bei der Übergabe am Samstag sahen und wünschen nun, dass die verschleppten Menschen alle nach Hause kommen.

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