MTV Europe Music Awards

Verwirrender Auftritt im Kanye-Kostüm

Israels Superstar Noa Kirel will mit Kanye-Outfit ein Zeichen gegen Judenhass setzen. Foto: IMAGO/PA Images

MTV Europe Music Awards

Verwirrender Auftritt im Kanye-Kostüm

Die israelische Popsängerin Noa Kirel trägt Konterfei des Rappers auf der Hose, der mit antisemitischen Äußerungen auffiel

von Sabine Brandes  14.11.2022 16:00 Uhr

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Oder doch? Das Bühnenkostüm der israelischen Sängerin Noa Kirel bei den MTV Europe Music Awards in Düsseldorf am Sonntagabend war mit Gesichtern des Rappers Kanye West (der sich jetzt Ye nennt und zuletzt wieder mit antisemitischen Äußerungen auffiel) übersät. Einen Preis für guten Stil hätte das Outfit kaum gewonnen, doch die Botschaft war eindeutig. Oder nicht?

DAVIDSTERN Neben dem Konterfei in allen möglichen Versionen zierten Oberteil und Hose Dutzende von Goldkettchen, Davidstern und das jüdische »Chai«-Symbol. Doch viele, vor allem nicht-israelische Zuschauer, waren verwundert und diskutierten darüber erhitzten Gemüts in den sozialen Netzwerken. Kirel ist derzeit die erfolgreichste Popsängerin Israels, sie gewann fünfmal in Folge die Auszeichnung »Best Act« und vertrat Israel bei den MTV Awards.

Viele rätselten daraufhin, warum gerade sie, die erst in diesem Jahr ihren obligatorischen Armeedienst abgeschlossen hatte, den umstrittenen Kanye West nach dessen unsäglichen antisemitischen Äußerungen offenbar unterstützte.

»Die Botschaft, dass ich eine stolze Jüdin und Israelin bin, wollte ich durch Mode in die ganze Welt tragen.«

Noa kirel

Doch genau das wollte die 21-Jährige nicht. Stattdessen sollte ihr Kostüm eine Kritik an West sein und ein Zeichen als »stolze Jüdin und Israelin« setzen. »Diese Botschaft«, heißt es in ihrer Erklärung, die der öffentlich-rechtliche Sender Kan in Israel publizierte, wollte sie »durch Mode in die ganze Welt tragen«.

»Wir haben viel Antisemitismus erlebt, besonders angesichts der Äußerungen von Kanye West«, erklärte sie. »Ich bin stolz darauf, eine israelische Künstlerin zu sein, die mein Land im Ausland repräsentiert.« Kirel wird Israel beim nächsten Eurovision Song Contest vertreten.

PARTNERSCHAFTEN West hatte sich in den vergangenen Wochen immer wieder antisemitisch geäußert und Kommentare veröffentlicht, die weltweit verurteilt wurden. Unter anderem wurden anschließend seine Partnerschaften mit Balenciaga, Adidas und Gap von den Unternehmen aufgekündigt.

Kurz vor ihrem Auftritt in Düsseldorf hatte Kirel auf Instagram ein Foto gepostet, das sie in eine Decke gehüllt zeigt, und geschrieben: »Are Ye Ready?« (Seid ihr bereit?) Ihr Stylist sagte in einem Interview, dass die Sängerin sich »ein Outfit gewünscht hat, an das man sich noch erinnern wird«. Das ist ihr in jedem Fall gelungen.

Grenzübergang Taba/Eilat zwischen Ägypten und Israel

Mysteriöser Fall

Drei Israelis in Ägypten verschollen

Die jungen beduinischen Männer seien zum Urlaub ins Nachbarland gereist und dort angeblich aus Gründen der »inneren Sicherheit« festgenommen worden

von Sabine Brandes  29.09.2026

Extremistische Siedler in dem palästinensischen Dorf Dschalud (Archivbild vom 25.8.26)

Westjordanland

Neue Gewalt radikaler Siedler

Mehr als 100 Extremisten waren an den Ausschreitungen im Bereich der Ortschaft Dschalud südlich von Nablus beteiligt. Regierungsmitglieder verurteilen die Angriffe, die Opposition kritisiert sie als Folge »einer gefährlichen Politik«

 29.09.2026

Die Chefs der Oppositionsparteien

Tel Aviv

Israels Opposition schließt Pakt

Eisenkot, Bennett, Lapid, Lieberman und Golan wollen während des Wahlkampfs auf gegenseitige Angriffe verzichten und planen eine »zionistische staatsmännische Regierung«

von Sabine Brandes  29.09.2026

Jerusalem

Gallant spricht über Details der Pager-Operation gegen Hisbollah

Offenbar schöpfte ein Mitglied der libanesischen Terrororganisation Verdacht. Israel sah sich zum Handeln gezwungen

 29.09.2026

Bloomington/Paris

Studie: Keine Grundlage für Apartheid- und Genozidvorwurf gegen Israel

Gunther Jikeli von der Indiana University Bloomington und Philippe Karpe vom französischen Forschungsinstitut CIRAD untersuchten immer wieder erhobene Vorwürfe gegen Israel

 29.09.2026

Jerusalem

Netanjahu reiste offenbar wegen Berichten über Hamas-Warnung nach Abu Dhabi

Hat der israelische Ministerpräsident den Präsidenten der VAE, Scheich Mohammed bin Sajid Al Nahjan, gebeten, Medienberichte zurückzuweisen, wonach dieser seinen Jerusalemer Gesprächspartner vor dem 7. Oktober warnte?

 29.09.2026

Terrorismus

»Wenn sie einen Raum betrat, ging die Sonne auf« - Zwei Mütter, ihre verlorenen Töchter und der 7. Oktober 2023

Ricarda Louks Tochter Shani und Sonja Bohl-Denckers Tochter Carolin wurden vor drei Jahren von der islamistischen Hamas ermordet. Ihre Mütter schildern, wie sie mit dem Verlust zurechtkommen - und was sie sich wünschen

von Nina Schmedding  29.09.2026

Niederlande

»Der 7. Oktober, das bin ich«: Student der Uni Maastricht will an Terrorangriff teilgenommen haben

Ein 22-jähriger Palästinenser, der in den Niederlanden studiert, erweckt in einem Instagram-Video den Eindruck, er habe an der Terrorattacke der Hamas auf Israel teilgenommen. Jetzt griff die Hochschule durch

 28.09.2026

Jerusalem/Den Haag

Israel entzieht Niederländern Diplomaten-Pass

Die Niederlande verbieten den Import von Waren aus Siedlungen im Westjordanland. Nun zieht Israel Konsequenzen

 28.09.2026