Gaza

Verstörendes Video zeigt Entführung von IDF-Soldat

Matan Angrest in Geiselhaft der Hamas

Das Video ist erbarmungslos, schockierend und gänzlich verstörend. Es zeigt die Entführung des jungen israelischen Soldaten Matan Angrest durch Dutzende von Terroristen der Hamas am 7. Oktober. Sie zerren ihn aus dem Panzer, offensichtlich verwundet, mit zerrissenem Hemd, und schlagen ihn brutal zusammen. Für Matans Mutter, Anat Angrest, war es zunächst unerträglich, die Aufnahmen anzusehen. Doch sie will, dass die Welt sie anschaut – und alles dafür tut, damit ihr Sohn endlich aus der Hölle freikommt.

In einem Beitrag auf der Instagram-Seite »bring.matan.home.now« schrieb sie dann, sie habe keine andere Wahl gehabt, als das Video anzusehen und zu veröffentlichen. »Ich musste meine Gefühle beiseiteschieben und mich auf das konzentrieren, was getan werden musste – die Gewalt zu zeigen, die mein Sohn erlitten hat, und die dringende Notwendigkeit, ihn nach Hause zu bringen.«

Mit der Veröffentlichung wollen die Eltern den Druck auf die Hamas und die israelische Regierung erhöhen, um eine Befreiung von Matan herbeizuführen.

Matan war Mitglied einer IDF-Panzermannschaft

Die veröffentlichten Videos und Fotos zeigen, wie der Soldat in der Nähe des Militärpostens Nahal Oz an der Grenze zum Gazastreifen gekidnappt wird. Es sind Szenen, die grausamer kaum sein können.

Matan war ein Besatzungsmitglied eines IDF-Panzers und wurde in der Anfangsphase des schockierenden Angriffs der Hamas auf südliche israelische Gemeinden am 7. Oktober 2023 gefangengenommen. Seitdem wird er in Gaza festgehalten. Bei dem Massaker der Terroristen wurden mehr als 1200 Menschen, hauptsächlich Zivilisten, ermordet und 251 als Geiseln genommen.

Im März hatten die Eltern bereits die Veröffentlichung eines Propagandaclips der Hamas genehmigt, in dem die Geisel um ihre Freilassung fleht. »Die Verletzungen meines Matan sprechen für sich«, so die Mutter verzweifelt.

Anat Angrest: »Wir haben medizinische Berichte aus den Videoanalysen, die von Behinderungen, Misshandlungen und Gesichtsfrakturen sprechen, schwere Verletzungen, die sich täglich verschlimmern.«

»Wir haben keine Zeit mehr. Wir haben medizinische Berichte aus den Videoanalysen, die von langfristigen Behinderungen, Misshandlungen und Gesichtsfrakturen sprechen, schwere Verletzungen, die sich täglich verschlimmern«, führte sie in einem Interview mit dem israelischen öffentlich-rechtlichen Sender Kan aus. »Mein Sohn ist in einem Käfig, hungert und hat kein Tageslicht.« Er sei »mit Verbrennungen übersät und einer schweren Wunde« verschleppt worden.

Fast 550 Tage ist der mittlerweile 22-Jährige in der Gewalt der Hamas im Gazastreifen. Er werde in der Geiselhaft schwierigen Verhören von der Hamas unterzogen und aufgrund seines Status als Soldat unter besonders unmenschlichen Bedingungen festgehalten, bestätigten befreite Geiseln, die ihn trafen. Die Terrororganisation weigert sich, die noch in Gaza festgehaltenen 59 Menschen freizulassen. Mindestens 24 von ihnen sollen noch am Leben sein, alles jüngere Männer, die in den Terrortunneln der Hamas täglich unvorstellbare Qualen leiden.

Zunächst habe die Familie, die aus Kiriat Bialik im Norden des Landes stammt, öffentliche Auftritte und Appelle vermieden, in der Hoffnung, Matan würde bald für sich selbst sprechen können. »Wir sind keine Menschen, die Proteste oder Medien mögen«, erklärte sie. »Matan nutzt nicht einmal soziale Medien. Wir versuchten, seine Privatsphäre zu schützen, da wir glaubten, er würde bald nach Hause kommen.«

Großeltern durchleben ein neues Trauma

Doch mittlerweile sei das Vertrauen der Angrests in die Regierung in Jerusalem völlig zusammengebrochen. »Er wurde schon einmal zurückgelassen«, so die bittere Schlussfolgerung der Mutter. Damit bezog sie sich auf einen früheren Geiselbefreiungsdeal, bei dem Matan nicht auf den Namenslisten der Geiseln stand, die befreit wurden. »Wir hatten erst Angst, darüber zu sprechen, weil er Soldat ist, aber jetzt verstehen wir – der Staat lässt es zu, dass Soldaten zurückgelassen werden.«

Matans Mutter berichtete, sie habe das Video seinem Bruder gezeigt und werde es auch seiner Schwester und den Großeltern zeigen. Sie seien Holocaust-Überlebende und würden derzeit ein neues Trauma durchleben. »Jedes Mal, wenn jemand aus Matans Umfeld das Video sieht, belastet es seine Gesundheit – und meine auch«, sagte sie.

»Eineinhalb Jahre lang sind 59 Zivilisten unter der Erde begraben, sie zahlen den Preis für ein nationales Versagen, und ertragen täglich Misshandlungen. Mein Sohn ist in einem Käfig. Es gibt keine größere moralische Verpflichtung, ihn – und alle Geiseln – nach Hause zu bringen. Jetzt!«

Nahost

Israel stellt sich auf Wiederaufnahme des Iran-Kriegs ein

Israel ist laut Netanjahu mit Blick auf die Region »auf jedes Szenario vorbereitet«. Ein Drohnenangriff auf ein Atomkraftwerk in den Emiraten schürt die Sorge vor einer neuen Eskalation

 17.05.2026

Internationaler Strafgerichtshof

Bericht: Geheime internationale Haftbefehle gegen Ben-Gvir und andere

Haaretz berichtet über mögliche neue Schritte gegen mehrere israelische Minister und Militärvertreter

von Sabine Brandes  17.05.2026

Wirtschaft

Energiezentrum in Nahost

Die Gasfelder im östlichen Mittelmeer könnten für mehr Stabilität in der Region sorgen – gäbe es keine kriegsbedingten Ausfälle

von Sabine Brandes  17.05.2026

Eurovision Song Contest

Flaggen, Glitzer und Herzchen für Noam

Tausende feiern das ESC-Finale am Strand von Tel Aviv – mit Tanz, Drag Queens, spontanen »Michelle«-Gesängen und Jubel über Israels zweiten Platz

von Sabine Brandes  17.05.2026

Zoo

Eine Elefantin als Ehrenbürgerin

Trauer und Neubeginn: Israels berühmtestes Wildtier ist im Alter von 65 Jahren gestorben. Ihr ehemaliges Zuhause, der »Ramat Gan Safari Park«, zieht bald nach Tel Aviv

von Sabine Brandes  17.05.2026

Nahost

Stille Wende im Krieg: Emirate und Saudi-Arabien griffen Iran an

Nach Irans Angriffen wiederholten die Golfstaaten das Mantra vom Recht auf Selbstverteidigung. Jetzt wird bekannt, dass zwei von ihnen auch zurückschlugen - und eine wichtige Schwelle überschritten

von Johannes Sadek, Weedah Hamzah  17.05.2026

Gazastreifen

Israel tötet Hamas-Militärchef

Iss al-Did al-Haddad gilt als letzter Drahtzieher der Massaker vom 7. Oktober

 17.05.2026

Meinung

Ein Mutmacher in trüben Zeiten

Die Abstimmung für Noam Bettan beim Eurovision Song Contest zeigt, dass sich die Bürger nicht so einfach von israelfeindlicher Propaganda beeinflussen lassen

von Daniel Killy  17.05.2026

Eurovision Song Contest

Als die Zuschauer abstimmten, rutschte Noam Bettan deutlich nach oben

Das Zuschauervoting mit einer Abstimmung für Israels Ansehen zu verwechseln, wäre ein Fehler. Aber es sagt etwas über ESC-Fans

von Martin Krauss  17.05.2026