EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 49 Sitze

Syrien

Vermeintlicher Angriff auf Giftgasanlage

Manöver in Israel Foto: Flash 90

Syrische Medien berichten, israelische Kampfjets hätten eine Militäreinrichtung in Syrien beschossen. Nach amerikanischen Angaben soll es sich bei dem »Scientific Studies and Research Center« um eine Einrichtung der Regierung von Baschar al-Assad handeln, die für die Produktion chemischer Waffen verantwortlich ist. Jerusalem bestätigte keinen Angriff, Syrien legte Beschwerde bei den Vereinten Nationen ein.

In der Nacht von Donnerstag sollen angeblich israelische Jets über den Luftraum des Libanon in Richtung Syrien geflogen sein, die anschließend das Ziel in der Stadt Masyaf ins Visier genommen hätten. Angeblich wurden dabei zwei Soldaten getötet. Die Anlage sei schwer beschädigt worden. Es war der erste vermeintliche Angriff seit dem Waffenstillstandsabkommen, das die USA und Russland im Juli ausgehandelt hatten.

Guterres
Das syrische Außenministerium schrieb daraufhin einen Brief an den Generaldirektor des Sicherheitsrates der UN, António Guterres, und protestierte gegen »Israels unverminderte Aggression gegen Syrien und die Unterstützung des Terrors, um die Moral des Islamischen Staates zu stärken«. Syrien stellt sich gern als Kämpfer gegen den Terrorismus dar und beschuldigt Jerusalem, »IS und andere extremistische Gruppen zu unterstützen.«

Während die Regierung in Jerusalem einen Angriff weder bestätigte noch bestritt, äußerte sich Verteidigungsminister Avigdor Lieberman im Anschluss an den Beschuss im nationalen Radio nur vage, dass Israel alles tun werde, »um einen schiitischen Korridor vom Iran bis nach Damaskus zu verhindern«. Auf die Frage zu dem Angriff auf die Waffenanlage meinte er nur knapp, er sei kein Analyst in Sachen Syrien.

Iran Auch der Chef des militärischen Geheimdienstes, Herzl Halevi, blieb unverbindlich: »Wir reagieren auf Gefahren von nah und fern. Die Bedrohungen gegen Israel stammen von militanten Gruppen, die meisten von ihnen werden vom Iran gestärkt und finanziert. Es handelt sich um schwerwiegende Gefahren, aber keine existentiellen.« Politische Kommentatoren befürchten, dass die Möglichkeit einer Vergeltung durch Assad bestehe.

Premierminister Benjamin Netanjahu bereitet derweil seine Reise nächste Woche nach Lateinamerika – die erste eines amtierenden israelischen Regierungschefs – und in die USA vor. Am 19. September wird er vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen sprechen.

Knesset-Wahl

Die arabische Antwort auf Ben-Gvir

Die israelischen Araber wehren sich mit dem Stimmzettel gegen den Sicherheitsminister – und könnten zum Königsmacher der nächsten Knesset werden

von Sabine Brandes  28.10.2026

Meinung

In der Sackgasse?

Sabine Brandes wünscht sich nach den Wahlen für Israel neue Bündnisse – trotz aller Schwierigkeiten

von Sabine Brandes  28.10.2026

Analyse

Israel steckt mal wieder im Patt

Der rechte Block gewinnt bei der Auszählung an Boden. Doch weder Regierungslager noch Opposition haben eine klare Mehrheit – und die arabischen Parteien werden zum entscheidenden Faktor

von Sabine Brandes  28.10.2026

Jerusalem

Demokraten-Chef fordert Koalition mit arabischen Parteien

Bei Israels Richtungswahl liegt Netanjahus Lager vorn, verfehlt aber die Mehrheit. Der Chef der Linksliberalen fordert eine Koalition der Opposition mit Beteiligung arabischer Parteien

 28.10.2026

Jerusalem

Israels Wahlergebnis bleibt offen, mehr als die Hälfte der Stimmen ausgezählt

Mit wie vielen Sitzen kann das Netanjahu-Lager rechnen? Wie sieht das bisherige Ergebnis der Opposition aus?

 28.10.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Bis zu 650.000 »Sonderstimmen« könnten Israels Wahlergebnis noch verändern

Die Stimmen von Soldaten, Reservisten und weiteren Wahlberechtigten, die nicht in ihrem regulären Wahllokal abstimmen konnten, müssen noch einbezogen werden

 28.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will rasch neue Regierung in Israel bilden

Netanjahus Lager verliert die Mehrheit, doch auch Ex-Militärchef Eisenkot kann mit seinem Lager nicht allein regieren. Dennoch erklärt er, schon bald eine Koalition schmieden zu wollen

 28.10.2026

Jerusalem

Vorfälle bei Parlamentswahl

Für die große Mehrheit der Israelis verlief der Wahltag friedlich. Es gab jedoch Einschüchterungsversuche und sogar Angriffe

 28.10.2026

Jerusalem

Benjamin Netanjahu bei Wahl vorn - aber ohne Mehrheit

Bleibt der heutige Ministerpräsident an der Macht? Oder kommt es zum Regierungswechsel? Der Politikveteran gibt sich in der Wahlnacht trotz unklarem Ausgang siegesgewiss

 28.10.2026 Aktualisiert