Knesset

Verhandlungen haben begonnen

Benjamin Netanjahu Foto: dpa

Benjamin Netanjahu wird die Regierung als Premier anführen, Isaac Herzog bereitet sich nach dem Ende der Parlamentswahlen auf die Rolle der Opposition vor. Staatspräsident Reuven Rivlin hat derweil angekündigt, er werde Anfang der nächsten Woche mit den ersten Partei-Konsultationen beginnen.

»Wir haben bewiesen, welch energische Opposition wir sind«, sagte Herzog am Mittwochabend in einem Interview. »Und im Moment ist die einzige reale Möglichkeit, die Opposition anzuführen.« Damit schloss der Vorsitzende der Awoda indirekt eine Einheitsregierung mit dem Likud aus. Etwas, das der Präsident propagiert hatte.

Koalition Sehr wahrscheinlich ist eine Koalition aus Likud, Jüdischem Haus, Mosche Kahlons Kulanu-Partei, Israel Beiteinu sowie den beiden religiösen Parteien Schas und Vereinigtes Tora-Judentum. An der letzten Regierung waren sie nicht beteiligt. Auch Yair Lapid mit Jesch Atid, die im Zentrum angesiedelt ist, wäre dann vom Regieren ausgeschlossen. Insgesamt würde diese Koalition 67 der 120 Knessetsitze einnehmen.

Es heißt, dass Netanjahu bereits wenige Minuten nach den ersten Wahlergebnissen begann, Koalitionsgespräche zu führen. Und Avigdor Lieberman, dessen Partei Israel Beiteinu durch einen Korruptionsskandal massiv Stimmen verloren hatte, wollte sich sofort das Verteidigungsministerium einverleiben. Dies sei der Preis für seine Koalitionsbeteiligung. »Wir haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass wir das wollen«, wird er zitiert.

Parteichef Angeblich haben die Mitglieder des Likuds darüber nur lachen können. Traditionell geht der bedeutende und prestigeträchtige Posten an alteingesessene Sicherheitsexperten der großen Parteien. Derzeit ist Mosche Yaalon vom Likud Verteidigungsminister. »Und das wird auch so bleiben«, ließ der Parteichef angeblich wissen.

Wenn der sein Versprechen hält, dann müsste der nächste Finanzminister Mosche Kahlon heißen. Denn für die Teilnahme an einer Regierung aus Likud und anderen sagte ihm Netanjahu dieses Amt zu.

Nach den letzten Stimmauszählungen aus dem Ausland haben sich die Sitze etwas verschoben, berichtet das Armeeradio Galgalatz am Donnerstag. Der Linkspartei Meretz werden nun fünf Mandate zugerechnet, das ultraorthodoxe Vereinigte Tora-Judentum erhält sechs statt sieben, und die Vereinte Arabische Liste fällt von 14 auf 13. Dennoch ziehen die Vertreter der arabischen Minderheit als drittstärkste Partei in die 20. Knesset Israels ein.

Syrien

Israels Armee: Angriffe in Syrien zum Schutz dortiger Drusen

Nach neuer Gewalt im Süden greift Israels Armee Stellungen der syrischen Regierung an. Das israelische Militär will eigenen Angaben zufolge die drusische Minderheit verteidigen

 20.03.2026

Meinung

Siedlergewalt: Eine Schande für Israel

Generalstabschef Zamir und Rabbi Lichtenstein haben recht: Die Exzesse gegen Palästinenser im Westjordanland müssen gestoppt werden, bevor es zu spät ist

von Ayala Goldmann  20.03.2026

Sport

Wegen Fanverhaltens: FIFA bestraft Israel

Der Fußball-Weltverband FIFA hat Israels Verband mit einer Geldstrafe belegt. Zudem muss bei den nächsten Spielen der Nationalmannschaft im Stadion ein Transparent gezeigt werden

 20.03.2026

Jerusalem

Netanjahu: »Wir schützen die ganze Welt«

Am 20. Tag des Krieges gegen den Iran äußerte sich Israels Ministerpräsident auf einer Pressekonferenz ungewöhnlich ausführlich

von Imanuel Marcus  20.03.2026

Gefahr

Israel: Iran kann kein Uran mehr anreichern

Seit 20 Tagen attackieren Israel und die USA den Iran mit schweren Luftangriffen. Dem israelischen Ministerpräsidenten zufolge hat die gemeinsame militärische Operation bereits Ergebnisse gebracht

 19.03.2026

Alltag im Krieg

Mitgehört im Bunker ...

Schlaflos in Tel Aviv: Iranische Raketen halten in den Nächten die Israelis wach

von Sabine Brandes  19.03.2026 Aktualisiert

Krieg

Araghtschi droht mit Vergeltung für Angriffe auf Infrastruktur

Irans Außenminister droht mit massiver Vergeltung, sollte Israel erneut Öl- und Gasanlagen angreifen. Araghtschi stellt auch eine weitere Bedingung für ein Kriegsende

 19.03.2026

Westjordanland

Generalstabschef Zamir: »Bevor es zu spät ist«

Zwischen Warnung und Kontrollverlust: Israels Sicherheitselite schlägt Alarm wegen ausufernder Siedlergewalt

von Sabine Brandes  19.03.2026

Philosophie

Habermas, Israel und die Juden

Eine kritische Würdigung

von Frederek Musall  19.03.2026