Jerusalem

Verdacht gegen Premier

»Die Vorwürfe sind gänzlich unbegründet«: Regierungschef Benjamin Netanjahu Foto: Flash 90

Die Gerüchteküche brodelte schon seit Wochen. Jetzt ist bestätigt: Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit hat eine Untersuchung eingeleitet, die Informationen über den israelischen Regierungschef betreffen. Benjamin Netanjahu erklärte, dass »wie alle anderen Untersuchungen zuvor auch diese im Nichts verlaufen wird. Die Vorwürfe sind gänzlich unbegründet«.

Anders als bei den Affären »Bibi-Tours« und der des einbehaltenen Pfandgeldes seiner Ehefrau Sara geht es dieses Mal angeblich um Geldwäsche und illegale Zahlungen in großem Stil. Und das, nachdem Netanjahu das Amt des Ministerpräsidenten im Jahr 2009 übernommen hatte, heißt es.

gelder Die Fernsehkanäle 2 und 10 berichteten am Wochenende, es bestehe der Verdacht, »dass hohe Summen an Netanjahu oder ein Familienmitglied überwiesen worden sind, die keinem politischen Zweck oder einer Kampagne dienten«. Angeblich konzentriert sich die Untersuchung vor allem auf ausländische Gelder.

Wie in jedem Fall des Generalstaatsanwaltes ist die Vor-Untersuchung eine erste Stufe des Prozedere, um zu erwägen, ob ein Ermittlungsverfahren der Polizei überhaupt eingeleitet wird. Mandelblit erklärte, dass er beschlossen habe, die Angelegenheit zu untersuchen, nachdem er Informationen von der Polizei und dem Geheimdienst erhalten habe, »die unter anderem den Ministerpräsidenten betreffen«.

beteiligung Der Zusatz »unter anderem« könnte auf eine Beteiligung anderer Personen hindeuten. Obwohl er derzeit noch nichts Weiteres sagen könne, sei er sich bewusst, so Mandelblit, wie wichtig es sei, der Öffentlichkeit diese Informationen zugänglich zu machen.

Es heißt, dass bereits in der nächsten Woche entschieden werden könne, ob ein polizeiliches Ermittlungsverfahren gegen den amtierenden Regierungschef aufgenommen wird oder nicht.

Israel

Der Herausforderer

Der ehemalige Generalstabschef Gadi Eisenkot will den Wandel für Israel bringen. Mit seiner Partei Jaschar liegt er vor allen anderen

von Sabine Brandes  27.10.2026

Parlamentswahl

Der Amtsinhaber

Seit fast zwei Jahrzehnten prägt Benjamin Netanjahu Israels Politik. Kein israelischer Politiker wurde jemals so verehrt und zugleich so verachtet wie er

von Sabine Brandes  27.10.2026

Tel Aviv

Ausgelassene Stimmung am Flughafen: Tausende Israelis kehren zum Wählen zurück

Mit zahlreichen Flügen treffen Israelis aus aller Welt ein, um heute an der Parlamentswahl teilzunehmen

 27.10.2026

Tel Aviv

Wahl in Israel beginnt mit Gedenken an Hamas-Opfer

Um 06.29 Uhr hielten Angehörige ihrer von palästinensischen Terroristen ermordeten Liebsten und ehemaligen Geiseln in Tel Aviv inne – genau zur Uhrzeit des Angriffs vor drei Jahren

 27.10.2026

Jerusalem

Streit um Iran: Will Netanjahu den Generalstabschef entlassen?

Ejal Zamir soll sich als einziger ranghoher Sicherheitsvertreter gegen eine von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gewünschte Militäraktion gegen den Iran vor der heutigen Parlamentswahl ausgesprochen haben

 27.10.2026

Analyse

Israel hat die Wahl

Der jüdische Staat stimmt heute über eine neue Knesset ab. Alles deutet auf eine Richtungsentscheidung hin

von Guy Katz  27.10.2026 Aktualisiert

26. Knesset

Umfrage: So könnten die Israelis heute abstimmen

Das Israel Democracy Institute hat die Israelis zu ihren politischen Wünschen befragt

von Sabine Brandes  27.10.2026 Aktualisiert

Korruptionsprozess

Der Milliardär und der Premier

Der australische Superreiche James Packer soll Benjamin Netanjahu mit Luxus versorgt haben und kaufte eine Villa nebenan – nun floss mehr als eine Millionen Dollar an den Anwalt des israelischen Ministerpräsidenten

von Sabine Brandes  26.10.2026

Ben-Gurion-Universität

Israelische Studenten entwerfen Konzepte für kleine Atomkraftwerke

Sieht so die Zukunft der Energiegewinnung aus?

 26.10.2026