Corona

»Verbesserte« Antikörper

Das Sheba Medical Center forscht zum Coronavirus.
Das Sheba Medical Center forscht zum Coronavirus. Foto: Flash90

Israelische Forscher haben herausgefunden, dass die Zahl der Antikörper gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 sowohl bei zuvor Infizierten als auch bei Geimpften mit der Zeit sinkt, sich die Leistung der Antikörper jedoch erst nach vorheriger Infektion und nicht nach Impfung verbessert.

Zu dieser Erkenntnis kam ein Team des Sheba Medical Center in Ramat Gan unter der Leitung von Carmit Cohen. Die Studie soll im April auf dem Europäischen Kongress für klinische Mikrobiologie und Infektionskrankheiten vorgestellt werden. Cohen und ihre Kollegen analysierten die Antikörper-induzierte Immunantwort bei 130 genesenen Personen und verglichen sie mit 402 Personen, die zweimal mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer geimpft worden waren, sich aber nie mit Corona angesteckt hatten.

avidität Während der Index der Avidität, also der Leistungsqualität der Antikörper, bei geimpften Personen anfangs höher war als bei genesenen Patienten, änderte sich dies bei geimpften Personen im Laufe der Zeit nicht bedeutsam, nahm allerdings bei genesenen Patienten allmählich zu. Das könnte erklären, warum doppelt geimpfte Personen, die sich nie infiziert hatten, nach sechs Monaten mit größerer Wahrscheinlichkeit eine Infektion erleiden.

Derweil geht in Israel die Zahl der Neuinfektionen mit der hochansteckenden Omikron-Variante weiter zurück, wie Daten des Gesundheitsministeriums am Mittwoch zeigten. Der R-Wert liegt derzeit bei 0,68. Die Quote der positiven Tests beträgt 18,7 Prozent. Die Gesamtzahl der Patienten in ernstem Zustand betrug am Dienstag 927, von denen 271 beatmet werden müssen.

vorsicht Der Corona-Berater der Regierung, Salman Zarka, mahnte trotzdem zur Vorsicht. »Es ist noch zu früh zu sagen, dass die fünfte Welle hinter uns liegt«, sagte er dem öffentlich-rechtlichen Sender Kan.

Zu Berichten, wonach das Gesundheitsministerium eine Reihe von Lockerungen bei den Beschränkungen erwäge – einschließlich der Aufhebung der Maskenpflicht in Innenräumen –, sagte er, solche Entscheidungen sollten noch nicht getroffen werden. »Wir sehen einen Rückgang, aber die Fallzahlen sind immer noch hoch.« Das Virus habe gezeigt, dass es schnell neue Varianten schaffen könne.

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