Terroranschlag

Vater und Sohn bei Autowäsche erschossen

Foto: picture alliance/dpa

Bei den zwei getöteten Israelis, die am Samstagabend in Huwara im Westjordanland erschossen wurden, handelt es sich um einen Vater und seinen Sohn aus der Hafenstadt Aschdod. Die Sicherheitskräfte identifizierten sie als Shay Silas Nigreker (60) und seinen 28-jährigen Sohn Aviad Nir.

SCHÜSSE Der Rettungsdienst Magen David Adom gab an, Sanitäter hätten Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt, mussten die beiden jedoch für tot erklären. Die Armee sucht nach dem Täter, weitere Armeeeinheiten wurden in die Gegend entsandt.

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Der Terrorist hatte sich Videoaufnahmen zufolge zu Fuß einer Autowaschanlage in der palästinensischen Stadt genähert, in dem die beiden Männer ihren Pkw waschen ließen. Als der Schütze erkannt habe, dass es sich bei den beiden Männern um Israelis handelte, schoss er aus nächster Nähe mit einer Pistole auf sie und flüchtete vom Tatort. Die Waffe sei auf einem nahegelegenen Feld gefunden worden, so die IDF.

Huwara liegt etwas außerhalb der palästinensischen Stadt Nablus. In den vergangenen Monaten wurden dort mehrere Anschläge verübt. Zuletzt wurden die Brüder Hallel und Yagel Yaniv während einer Fahrt durch die Stadt von palästinensischen Terroristen erschossen.

»Wir verurteilen den Terroranschlag im Westjordanland, bei dem zwei Israelis getötet wurden, aufs Schärfste.«

US-aussenministerium

Die Terrorgruppen Hamas und Palästinensischer Islamischer Dschihad lobten den Angriff und nannten ihn »heroisch« und »eine natürliche Reaktion auf die Verbrechen der Besatzung«. Das US-Außenministerium verurteilte das Geschehen mit den Worten: »Wir verurteilen den Terroranschlag im Westjordanland, bei dem zwei Israelis getötet wurden, aufs Schärfste. Die Vereinigten Staaten sprechen der Familie ihr Beileid aus und fordern sofortige Schritte zur Beendigung der Gewalt.«

Verteidigungsminister Yoav Gallant besprach sich anschließend mit Stabschef Herzi Halevi und anderen Leitern der verschiedenen Sicherheitsdienste. »Verteidigungsminister Gallant wies die IDF und den Schin Bet an, ihre Bemühungen zur Sicherung von Straßen und Gemeinden im Westjordanland zu verstärken und alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um Terrorismus zu vereiteln«, hieß es in einer Erklärung aus seinem Büro.

FREUND Ein Freund von Nigreker, Sharon Mozes, sagte nach den Morden in einem Interview im israelischen Fernsehen: »Shay erzählte, dass er früher immer für Reparaturen am Auto nach Huwara fuhr. Er bot mir an mitzukommen. Doch ich drängte ihn, es nicht mehr zu tun und sagte, dass ich dort nichts reparieren lassen würde.«

Einen Tag zuvor sei Mozes noch bei ihm zu Hause gewesen. »Shay war ein Mensch mit einem goldenen Herzen. Für seine Familie ist es sehr schwierig. Es ist ihnen noch nicht wirklich bewusst, was geschehen ist.«

»Ich drängte ihn, es nicht mehr zu tun und sagte, dass ich dort nichts reparieren lassen würde.«

sharon mozes

Die Armee gab an, dass sie davon ausgehe, dass die beiden am Samstag vor dem Angriff bereits mehrere Stunden in Huwara unterwegs waren und Besorgungen machten. Im Westjordanland sind verschiedene Waren und Dienstleistungen billiger als in Israel. Die Armee rät israelischen Bürgern davon ab, ins Westjordanland zu reisen und warnt, dass dies ein Risiko für ihr Leben darstelle.

Doch aus diesem Grund war auch Avi Elharrar in Huwara. Er ist Fahrer von einem Shuttlebus. Nach dem Anschlag gab er ein Interview in Kanal zwölf. »Ich habe die beiden einige Minuten vor dem Attentat in einem Geschäft getroffen, das Klimaanlagen repariert. Sie fragten, ob ich auch aus Aschdod sei, und wir kamen ins Gespräch.«

Kurz darauf habe Nigreker gesagt, er wolle sein Auto waschen lassen. »Dann hörten wir Schüsse und flüchteten sofort.« Den Freund der beiden Getöteten habe er mitgenommen. »Ich werde nie wieder dorthin zurückkehren. Es ist schockierend und macht Angst.«

Währenddessen sorgen sich die Sicherheitskräfte um sogenannte »Racheakte« von extremistischen Siedlern, wie bereits bei früheren Terroranschlägen vorgekommen. Am Sonntagmorgen wurde ein Siedler mittelschwer verletzt, nachdem israelische Soldaten auf eine Gruppe maskierte Personen geschossen hatten, die Steine auf palästinensische Fahrzeuge in der Gegend warfen.

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