Die militärische Eskalation zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Regime in Teheran hat in der Nacht eine neue Dimension erreicht. Während Washington von massiven Erfolgen seiner Luft- und Seestreitkräfte spricht, meldet die israelische Armee eine weitere breit angelegte Angriffswelle tief im iranischen Staatsgebiet. Zugleich gingen erneut Raketenalarme in Jerusalem und Teilen Zentralisraels los. Israelische und amerikanische Publikationen berichteten.
Das für den Nahen Osten zuständige US-Kommando United States Central Command (CENTCOM) erklärte, man habe im Rahmen der Operation »Epic Fury« seit Beginn der Offensive fast 2000 Ziele im Iran angegriffen und dabei mehr als 2000 Präzisionswaffen eingesetzt. 17 iranische Schiffe seien zerstört worden, darunter ein einsatzfähiges U-Boot.
CENTCOM-Chef Brad Cooper sprach von Angriffen »rund um die Uhr«. Der iranische Gegenangriff umfasse inzwischen über 500 ballistische Raketen und mehr als 2000 Drohnen. »Wir sehen, dass die Fähigkeit Irans, uns und unsere Partner zu treffen, abnimmt, während unsere Kampfkraft wächst«, sagte er. Weiter erklärte er: »Wir versenken die iranische Marine – die gesamte Marine.« Derzeit befinde sich kein iranisches Kriegsschiff mehr im Persischen Golf, in der Straße von Hormus oder im Golf von Oman.
Tote in Kuwait
Nach Angaben der USA sind mehr als 50.000 amerikanische Soldaten sowie über 200 Kampfflugzeuge im Einsatz – die größte US-Truppenkonzentration in der Region seit einer Generation.

Das US-Verteidigungsministerium veröffentlichte die Namen von vier der sechs Soldaten, die bei einem iranischen Drohnenangriff auf eine Logistikeinrichtung im Hafen von Shuaiba in Kuwait ums Leben kamen. Die Drohne durchbrach demnach die Luftabwehr und traf ein Containergebäude, in dem sich die Soldaten aufhielten. Berichten zufolge war die Einheit erst vor wenigen Tagen in das provisorische Gebäude verlegt worden.
Auch zivile Opfer wurden gemeldet. In Kuwait starb ein elfjähriges Mädchen, nachdem Trümmerteile bei einem iranischen Angriff ein Wohngebiet getroffen hatten.
Evakuierungen angeordnet
Iranische Drohnen trafen zudem Einrichtungen mit US-Bezug in der Golfregion. Die US-Botschaft in Riad wurde beschädigt. Berichten zufolge brach ein Teil des Daches ein. Zudem soll eine Einrichtung des US-Geheimdienstes im Irak Ziel eines Angriffs geworden sein. Verletzte habe es dort nicht gegeben.
Das Außenministerium in Washington gestattete derweil nicht dringend benötigtem Personal in Zypern, Saudi-Arabien und Oman die Ausreise. Die Maßnahme wurde mit Sicherheitsrisiken infolge der iranischen Vergeltungsangriffe begründet.
Parallel dazu setzte die israelische Armee ihre Luftoffensive fort. Die Streitkräfte teilten mit, man habe in Teheran Dutzende Kommandozentren der Basij-Miliz sowie Einrichtungen interner Sicherheitsorgane attackiert. Diese dienten dem Regime zur Kontrolle der Lage im Land. Zudem seien Raketenwerfer, Luftabwehrstellungen und logistische Einrichtungen der iranischen Armee getroffen worden.
Sirenen in Israel
In den frühen Morgenstunden heulten in Jerusalem, im Zentrum des Landes und in Teilen des Westjordanlands erneut die Sirenen. Die Armee sprach von weiteren Raketenstarts aus dem Iran. Nach ersten Angaben des Rettungsdienstes gab es zunächst keine Verletzten. Bewohner der nordisraelischen Grenzstadt Metula sollten wegen Raketenbeschusses aus dem Libanon jedoch weiter in Schutzräumen bleiben.
Die iranischen Revolutionsgarden erklärten unterdessen, man habe die vollständige Kontrolle über die strategisch wichtige Straße von Hormus. Jedes Schiff, das die Passage nutze, müsse mit Beschädigungen durch Raketen oder Drohnen rechnen. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor angekündigt, die US-Marine sei bereit, Öltanker durch die Route zu eskortieren.
Laut amerikanischen Medien stehen kurdische Milizen an der iranisch-irakischen Grenze in Gesprächen mit Washington über ein mögliches Vorgehen gegen iranische Sicherheitskräfte im Westen des Landes. Ziel sei es, den militärischen Druck zu erhöhen und oppositionellen Kräften Spielraum zu verschaffen. Eine endgültige Entscheidung über Art und Zeitpunkt einer solchen Operation sei jedoch noch nicht gefallen.
Auch Saudi-Arabien meldete die Abwehr mehrerer Drohnen sowie zweier Marschflugkörper nahe Riad. Das Königreich kündigte an, »alle notwendigen Maßnahmen« zu ergreifen, um seine Sicherheit zu gewährleisten. im