Vatikan

»Unschätzbare Zeugnisse des jüdischen Volkes«

(Symbolfoto): Ein Gelehrter bearbeitet Hebräische Schriften am Mount Sinai Institute in Tzfat. Foto: Copyright (c) Flash 90 2023

Der Vatikan hat Wissenschaftlern hebräische Handschriften aus seinen Archiven zugänglich gemacht. Im Dezember durften Vertreter des lateinamerikanischen Rabbinerseminars Marshall T. Meyer die historischen Dokumente der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek untersuchen, wie die beiden Einrichtungen am Montag mitteilten.

In der Bibliothek werden den Angaben zufolge Hunderte hebräische Handschriften aufbewahrt - »unschätzbare Zeugnisse des kulturellen und religiösen Erbes des jüdischen Volkes«.

Es handle sich um Tora-Rollen, biblische Texte, rabbinische Literatur, hebräische Philosophie, liturgische Bücher, Gedichte sowie wissenschaftliche und kabbalistische Texte. Der Großteil der Dokumente stammt aus dem 12. bis 15. Jahrhundert, ein kleinerer Teil aus dem 9. bis 11. Jahrhundert. In diese Zeiträume fallen die Kreuzzüge, die Inquisition und die Vertreibung der Juden aus Spanien.

Angesichts der Originalität der Quellen handle es sich um eine der wichtigsten einschlägigen Sammlungen der Welt, so der Vatikan.

Bildungsprogramm Ab Mittwoch wollen sich Studierende aus unterschiedlichen Ländern und verschiedener Religionen mit den Schriften beschäftigen. Dann beginnt ein einwöchiges Bildungsprogramm der Vatikanbibliothek in Zusammenarbeit mit dem lateinamerikanischen Rabbinerseminar.

Dessen Ursprünge reichen ins Jahr 1819 zurück, als Intellektuelle in Berlin den »Verein für Cultur und Wissenschaft der Juden« ins Leben riefen. Zu den Mitgliedern gehörte auch der Dichter Heinrich Heine.

Nachdem im Ersten und Zweiten Weltkrieg jüdische Gelehrte nach Lateinamerika ausgewandert waren, gründete der Rabbiner Marshall T. Meyer 1962 ein Seminar in Argentinien. Heute gehört es zu den bedeutendsten jüdischen Bildungsinstituten Lateinamerikas. kna

Mentale Gesundheit

Die Einsamkeit wiegt am Schwersten

Fast eine Million Israelis suchten seit Kriegsbeginn Hilfe bei der psychischen Notfall-Hotline Eran

von Sabine Brandes  07.10.2026

Porträt

Nach der Musik das Essen

Der Norden war von Terror und Krieg besonders geschunden. Aber auch Absagen aus dem Ausland beendeten Shachar Bers Karriere als Drummer. Mit einer eigenen Aufstrich-Marke wagt er den Neuanfang

von Sabine Brandes  07.10.2026

Nachrichten

Massage, Kibbuz, Opposition

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  07.10.2026

Kommentar

Wenn Chuzpe Leben rettet

Die bemerkenswerte Abwesenheit von Scham, Vorsicht und Selbstzweifel ist eine israelische Eigenart. Im Fall des Flydubai-Fluges half sie, eine Katastrophe zu verhindern

von Sabine Brandes  07.10.2026

Kfar Aza

»Die Angst steckt noch immer im Rucksack«

Shachar Tzuk überlebte das Hamas-Massaker. Drei Jahre später hat sie ein Zuhause, eine Verlobte und ein neues Leben – aber noch immer eine gepackte Fluchttasche

von Sabine Brandes  07.10.2026

Terror

Flydubai-Copilot wollte offenbar Tel Aviver Flughafen treffen

Was war das Ziel des mutmaßlichen Angreifers beim Flydubai-Flug nach Tel Aviv? Die Ermittlungen dazu laufen noch, doch immer mehr Informationen sickern an die Öffentlichkeit

 07.10.2026

Libanon

Hisbollah bezeichnet Hamas-Massaker als »Akt des Widerstandes«

Die Hisbollah hält am dritten Jahrestag an ihrer Rechtfertigung des Angriffs vom 7. Oktober 2023 fest. Seitdem haben die Kämpfe auch im Libanon Tausende Menschen das Leben gekostet

 07.10.2026

Krieg

Israels Armee hat seit Hamas-Massakern 100.000 Ziele angegriffen

Vor drei Jahren ermordeten Hamas-Terroristen rund 1.200 Menschen in Israel. Der Überfall löste den Gaza-Krieg aus. Israel hat seither Zehntausende Ziele in der Region angegriffen

 07.10.2026

Jahrestag der Massaker

Israel gedenkt der Opfer des 7. Oktober

Drei Jahre nach den blutigen Massakern im Süden Israels gedenkt das Land der Opfer. Präsident Herzog findet berührende Worte. Am Abend sollen Zehntausende in Tel Aviv zusammenkommen

 07.10.2026 Aktualisiert